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LLtevavLsches
(Schluß folgt)
Genrernnütziges
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VermMehtes
Hirnstritzel. Ein abgehäutetes Kalbshirn wird gewiegt, Zwiebel, Petersilie, Citronenschale und etwas Citronen- saft, Nelken, nebst einem Ei und soviel Semmelbröieln dazu gegeben, um kleine Stritzel zu formen, welche in Eigelb, dann in gesalzenen Senmelbröseln umgewendet und aus heißem Schmalz gebacken werden-
Gelbrübensuppe. Man reibt 4 große, abgeschabte Gelbrüben auf dem Reibeisen, wiegt 100 Gramm rohen Schinken und etwa» Petersilie, dünstet beides mit einem Stückchen Butter, stäubt es mit zwei Löffeln Mehl und füllt das Ganze mit Fletschsuppe auf. Man läßt die Suppe eine Stunde kochen, treibt sie durch ein Sieb und richtet sie über geröstete Semmelschnitten an.
Gefüllte Kalb-leber. Man legt die Kalbsleber in Milchwaffer, häutet fie ab und schneidet sie in Blättchen, doch in der Weise, daß sie auf beiden Seiten, wie eine Tasche noch zusammenhängt und bestreut ste mit Salz. Nun röstet man kleingewiegten Speck mit etwas Zwiebeln, drei Eßlöffel Semmelbrösel und Peterstlie, rührt zwei Eier ab, gibt zwei Eßlöffel süßen Rahm, da« gedünstete und Salz und Pfeffer darunter. Man gibt nun mit einem Eßlöffel zwischen jedes Blatt der Leber etwas von der Fülle hinein, überwickelt ste dann mit einem sauber gewaschenen, etwas eingesalzenen Kalbsnetz und legt ste in eine gut mit Butter bestrichene Cafferole, in welcher die Leber auf beiden Seiten schön hellbraun gebraten wird. Unterdessen bereitet man eine kräftige Zwiebelsauce und läßt die Leber in dieser eine Viertelstunde auskochen.
mich, liebes Herz."
wuchert. Es war noch Vormittag und köstlich still und friedlich. Ich lehnte in einer Fensterwölbung. Meine Gedanke» schweiften in eine ferne Vergangenheit, da in diesen Fensternischen auf gesticktem Lederpolster anmuthige, edelgeborene Frauen kunstvolle Goldstickereien fertigten und sehnsüchtigen Blicke« die Heimkehr ihrer Ritter und Herren erharrten.
Plötzlich trafen Stimmen mein Ohr.
„Ich bitte Dich, Ernst, laß uns Heimreisen I Warum sttzen wir nur schon zwei Tage in diesem theuren Baden- Baden," bat eine weiche, mir bekannte Frauenstimme.
„Aber kleine Thörin, Baden-Baden ist doch herrlich! Heute Abend sollst Du staunen! Große» Concert, Feuerwerk, Reunion. Wir tanzen und amüsiren uns. Und Du hast
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Eine liebe Gattin. Frau (zu ihrem Manne, der in Folge heftiger Zahnschmerzen wimmert): „Ach Gott, la- mentire doch nicht so, ich kann gar nicht schlafen!" — Mann: „Mein Kind, ich kann doch auch nicht schlafen!" — Frau: „Nun ja, Du hast aber wenigstens Zahnschmerzen!"
Zu viel verlangt. Räuber: „Her die Uhr . . . na, sagen Sie einmal, geht sie aber auch?"
Guter Rath. Student (eiligst an einen andern herantretend): „Sapperlot — ein paar Gläubiger sind mir aus den Fersen." — Commilitone: „Schnell, geh da hinein in die Sparkasse, dort sucht Dich keiner."
EineAu»zetchnung. Großbauer (zu seinem Sohne): „Sepp, wie lang' mußt d' denn noch studiren, bi« d' a Brill' tragen dersst?"
Der Luxus unter dem ersten Napoleon erreichte eine phänomenale Höhe. In der Pariser Nationalbibliothel werden noch die Geschäftsbücher des Damenschneiders Leroy aufbewahrt, so berichtet ein hochinteressanter Artikel der bekannten Familienzeitschrift „Zu« Guten Gtunve.E (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.t, der unter dem ersten Napoleon im Reiche der Mode ebenso unbeschränkt das Szepter schwang, wie der berühmte Worth unter der Herrschaft seines Neffen und der dritten Republik. Wenn man den Unterschied des Geldwerthes zwischen dem Beginn und Schluß dieses Jahrhunderts berücksichtigt, wird man zweifelhaft sein, ob dem ältere» oder jüngeren Ritter von der Nadel der Ruhm gebührt, die höchsten Rechnungen ausgeschrieben zu haben. Leroy nahm für ein Kleid mit Besatz 500 Frcs., für einen gewöhnlichen Mantel 300 und für einen pelzverbrämten oder sonst complizirter gearbeiteten die doppelte Summe. Für die Hüte, die Karoline Murat von ihm bezog,, mußte sie von 120 bis 450 Frcs. das Stück zahlen, die Kaiserin Marie Luise noch bedeutend mehr. Die Rechnung der Herzogin von Bassanno belief sich bei Leroy in wenigen Monaten auf 20 000 Frcs.; die Gräfin Waleska kaufte bei ihm Battisttaschentücher das Stück zu 100 Frcs. Geradezu fabelhafte Summen gaben die Herzogin von Albufera und die Gräfin von Lugay für ihre Toiletten aus, die letztere für einen Kaschmirshwal 3500 Frcs. Als Napoleon Maria Luise von Oesterreich als seine zweite Gemahlin heimführte, öffnete er seine goldgefüllten Koffer in den Kellergewölben der Tuilerien, um ihr Hochzeitsgeschenke zu machen, die der Kaisertochter und seiner selbst würdig waren. Ein Medaillon mit seinem Bilde kostete 175 000 Frcs., ein Schmuck aus Smaragden, von Diamanten umgeben, 290 000 Frcs., und ein anderer aus Opalen, ebenfalls von den kostbarsten Brillanten eingefaßt, 275 000 Frcs. Für die Ausstattung der neuen Kaiserin wurden 300 000 Frcs. bestimmt, bei einem einzigen Modehändler belief sich die Rechnung auf 117 000 Frcs. — Solche Hinweise sind auch für unsere Zeit interessant. Wer aber derartige Artikel sucht, findet in „Zur Guten Stunde" stets seine Wünsche befriedigt, und in gleichem Maße und mit gleichem Glück pflegt die Zeitschrift die unterhaltenden Beiträge. Alexander von Roberts „Schlachtenbummler," Rudolf ElchoS „Pflicht des Starken" und Paul Oskar Höckers „s'Burgele" sind Cabinetstücke der Erzählungskunst. Die Illustrationen sind unbestritten die besten aller Zeitschriften. * * *
Die von uns bereits lobend erwähnte neue Ausgabe von „«rmanvs AnSgewLhlte atomatt«* ist bis Lieferung 6 vorgeschritten. lieber das llnternehmen urtheilt die Zeitschrift „Quellwaffer für das deutsche Haus," 19. Jahrgang No. 35 wie folgt: „Die Aus- gewählten Romane Armands (Weimar, Verlag der Schriftenvertriebsanstalt; Inhalt: Verein für Massenverbreitung guter Schriften) eignen sich für die Zwecke des Vereins in der That vortrefflich dadurch, daß sie mit der Anziehungskraft einer spannenden Schreibweise sittlichen Gehalt und litterarischen Werth vereinen." Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" äußert sich in ihrer Nummerjl24 gleichfalls anerkennend, indem sie bemerkt: „Diese Ausgabe ist nicht etwa nur ein Abdruck der vergriffenen Werke Armands, sondern von berufenen Kräften auf das sorgfältigste durchgesehen, sodaß Inhalt sowohl wie Ausstattung den Anforderungen entsprechen, die man heutzutage an ein gutes Buch stellt." Wie uns die Verlagsbuchhandlung im weiteren mittheilt, ist ihr nicht nur eine große Anzahl der lobendsten Besprechungen von der Presse zutheil geworden, sondern auch im Kreise des Publikums hat die neue, gegen früher so billige Ausgabe von „Armands AuZge- wählte Romane" größten Beifall gefunden. Wir können daher unfern verehrlichen Lesern nur empfehlen, sich in jeder beliebigen Sortimentsoder Colportagebuchhandlung Probehefte von dem lobenswerthen Unternehmen zur Ansicht g-ben zu lassen, und wir sind überzeugt, daß dasselbe auch den Beifall unsrer werthen Abonennten finden wird.
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Der jüngste Veteran der deutschen Armee, ein Eisenbahnbeamter, dec als vierzehnjähriger Hornist im zweiten Württembergischen Jägerbataillon den Feldzug 1870/71 mitmachte, wird den Lesern der „Moderne« JBtttlft,* (Verlag von Rich. Bong, Berlin, ä Heft 60 Pfg.) in dem soeben erschienenen 4. Heft int Bilde vorgeführt. Diese feuilletonistischen Nachklänge der Zeitgeschichte, dieses stimmungsvolle Eingehen auf das, was zur Zeit interessant und be-- merkenwerth erscheint, ist einer der Hauptvorzüge eines Blattes, dessen vornehme Haltung es sonst von dem bunten Treiben des Tages fern hält. So steht der in demselben Heft veröffentlichte Artikel oon L. Hartmann über Dresden mit Illustrationen von Koppay in der Mitte zwischen dem Bestreben, das alte Elbathen zu schildern und gleichzeitig dem Auftreten der modernen mitteldeutschen Metropole gerecht zu werden. Eine Würdigung Konrad Ferdinand Meyers, der soeben seinen siebzigsten Geburtstag gefeiert, von Georg Malkowsky, bildet den litterarischen Theil des Heftes, während die großen Holzschnitte nach Th. Rocholl, Marcus Stone und G. Simoni zeigen, wie ernst die „Moderne Kunst" bestrebt ist, ihren Lesern die besten Erzeugnisse der bildenden Kunst aller Nationen vor Augen zu führen.
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Rebaction: 8t. Tcheyd«. — Druck u«« Verl«» der Brühl'schm Universitätt-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schehda) in Gießen.


