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Redaction: A. Schetzda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.

merkt e» auf Schritt und Tritt, daß in dieser Arbeitsstätte ein von den Schäden der modernen Arbeiterverhältnisse nicht angefressener patriarchalischer Zustand im besten Sinne des Wortes waltet und daß das Wohlwollen des Arbeitgebers mit der vertrauensvollen Zuneigung des Arbeitnehmers reichlich vergolten wird- Wie könnte es auch anders sein bei den musterhaften Wohlfahrtseinrichtungen dieses Etablissements! Dasselbe gewährt seinen Arbeitern bei zehnstündiger Arbeits­zeit nicht nur auskömmlichen Verdienst, sondern auch noch schmackhafte und reichliche Verpflegung zu billigem Preise. Von den 80 männlichen Arbeitern wird für Verabreichung von Kaffee des Morgens und vorzüglicher Suppe, Rindfleisch, Kartoffeln oder Braten mit Gemüse des Mittags ä 30 Pfg. verlangt. ,

Die Frauen, welche sich naturgemäß mit kleineren Ra­tionen zu sättigen vermögen, zahlen dafür gar nur 15 Pfg. Dazu der stete Aufenthalt in Hellen, luftigen, durchaus ge­sunden Arbeitsräumen bei einer dem Körper nicht abträglichen Arbeitsleistung da wird man es wohl begreifen, daß der Fabrikinspector, welcher jüngst das Etablisiement inspizirte, dems eiben bereitwilligst das Zeugniß der Mustergiltigkeit aus­stellen konnte, eine Qualification, die wir auf Grund unserer eigenen Wahrnehmungen pflichtgemäß und freudig unterschreiben möchten.

Ebenso wohlthätig aber wie die Fabrik für ihre Be- diensteten sich erweist, ebenso zweckdienlich sind ihre Fabrikate von der Armeeleitung befunden worden; denn man steht, wie wir hören, im Begriffe, den bisherigen zwei Conservenfabriken hier und in Mainz noch eine dritte im Nordosten des Reiches htnzuzufügen. Der wirkliche Geheime Kriegs ath Herr Engelhard, der Gründer und eifervolle Förderer unserer Conservensabrication, kann wirklich stolz sein auf dieses glänzende Ergebniß seiner jahrelangen der Vervoll­kommnung unserer Heeresverpflegung rastlos gew idmeten pa­triotischen Bestrebungen l

in Gestalt lebender Mastochfen bester Qualität; bi» vor Kurzem wurden zur Fabrikation die als vorzüglich anerkannten Husumer Weideochsen verwendet, nachdem die Bestände an Weidevieh nahezu aufgeräumt, hat man stch zur Verwerthung von prima Stallmastochsen entschloffen. Die Ochsen (es werden gegenwärtig alltäglich 20 bis 22 bezogen ent­sprechend dem augenblicklich auf das Mindestmaß eingeschränkten Betriebe) wandern zunächst in den Stall, wo sie von einem eigens bestellten Thierarzte auf ihre Gesundheit untersucht werden. Sodann werden sie in gut ausgeruhtem Zustande in das Schlachthaus gebracht und dort geschlachtet. Hierauf findet eine abermalige Beschau der geschlachteten Thiere statt, von denen nur die vier Viertel, die Zungen und Köpfe (nur zur Herstellung von Kraftbrühe) zur Verwendung gelangen, die restlichen Abfälle dem Viehlieferanten gehören. Zur Her- stellung der oben erwähnten Gattungen von Fleischconserven werden die dazu geeigneten Stücke der entsprechenden kuli­narischen Behandlung unterzogen, wobei das aus den Knochen gewonnene Fett angemeffene Verwendung findet.

Außer dem Knochenfett wird auch das Bouillon- und Bratenfett verwerthet, und zwar zur Fabrikation der Ge- müseconserven. Die Fleischtheile und die Fettquantitäten werden bis zur Verarbeitung in Kühlzellen ausbewahrt, die mit kalter Lust durch Apparate nach dem System Linde ver­sorgt werden und, wie überhaupt alle Fabrikräume und Auf- bewahrungs-Localitäten, vortrefflich ventilirt sind. Die Pro- cebur des Kochens und Bratens geschieht in eigenartigen, für die Zwecke der Conservenfabrik practisch construirten Oefen, das gewonnene Fabrikat wird sodann in Blechbüchsen zu 15 oder 3 Portionen verpackt, gewogen und in höchst sinnreicher Weise mittelst eigens construirter maschineller Vor- richtungen hermetisch verschloffen. Die Abtödtung der Gährungserreger findet nach dem Verschluß durch Kochen in Wasser von 116 Grad C. Hitze statt. Schließlich wandern die Büchsen mit ihrem Inhalt auf die Lagerböden, wo fie bis zum Versandt an die Armee aufbewahrt werden. Er­wähnt sei nebenbei, daß jede Büchse den Jahrgang ihre« Inhalte» eingeprägt trägt, ein Verfahren, das den Privat- Conservenfabriken zur Nachahmung im Interesse der Consu- menten nicht warm genug empfohlen werden kann. Um die auf dem oben beschriebenen Wege gewonnenen Fleischconserven im Gebrauchsfalle mundgerecht zu machen, bedarf es bei den großen Büchsen zu 15 Portionen einer Kochzeit von 1, bei den kleinen, zu 3 Portionen einer solchen von nur l/2 Stunde. Von der Schmackhaftigkeit der Conservenfabrikate uns zu überzeugen, hatten wir gestern gleichfalls willkommene Ge­legenheit. Wir kosteten von den uns vorgesetzten Proben und fanden die Suppe wie das Fleisch, in allen seinen Zu- bereitungsarten, von dellcater Beschaffenheit.

Ein Umstand aber, der der Schmackhaftigkeit unserer Kostproben in hohem Maße förderlich war, verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Es ist dies die peinliche Reinlichkeit, welche bei der Verarbeitung des Materials von dem dabei beschäftigten Personal auf's Allerstrengste gehandhabt wirb. Das letztere muß sich vor Beginn ber Arbeit in der Fabrik selbst bis Hänbe besinfiziren unb wirb biefe Prozebur so ost wieberholt, als ber ober bie Arbeiterin die Arbeit verläßt. Außerbem erhalten die Arbeiter beim jedesmaligen Beginn der Arbeit eine frischgewaschene Bekleidung: Die Männer weiße Kappe, Blouse unb weiße Schürze, bie Frauen Haube ober Kopftuch und Schürze Alles aus Leinwand gefertigt. Ueberhaupt wirb schon bet der Anstellung strengstens barauf geachtet, baß bas Verfonal in sittlicher wie in sani­tärer Hinsicht keinen Makel aufweise, unb wirb beshalb auch während der Dauer seiner Beschäftigung nach beiben Seiten hin in genauer Observanz gehalten. Trotzbem also eine strenge Hausordnung in ber Fabrik gehandhabt wirb, ist dieselbe doch keinesfalls rein militärischen Characters; bie Dis­ziplin wirb ohne viel Aufwanb an Worten geübt von Seiten ber Verwaltung wie ber disziplinirten Arbeiter selbst. Man

Wer nicht liebtWein, WeibunbGesang" rc. so hatte ein Tourist in ein Schwarzwälber Frembenbuch ein­geschrieben. Darauf entgegnete ein anbetet:

Hättest du meinen Aeppelwein gekannt,

Mein Weib dein Eigen auch genannt, Wär' dir ihr Sieb zu Ohren gedrungen, Fürwahr, du hätt'st nicht so gesungen."

Vern Echtes.

Drolliger Annoncenstil.Von heute ab befindet sich mein Butterkeller eine Treppe hoch."Wer den ver­lorenen Ring Gartensttaße 17 abgiebt, erhält täglich von 9 bis 10 Uhr einen Thaler."Zum 1. Juli verlege ich mein Speisezimmer auf bie Breitenstraße."Zum 1. April sind burcheinanverlaufende Zimmer sofort zu vermiethen." Dem Publikum empfiehlt sich dauerhaft und billig." Mit vorzüglichen Fleischsotten empfiehlt stch pfundweise ber Fleischermetster B."Durch das Zusammentreffen mit meiner Frau ist meine Menagerie bedeutend vergrößert."

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Gast:Wie ist es möglich, daß Sie bei 5 Mark Lohn per Monat bestehen können?" Kellnerin:Ja, wissen S' wenn bie Trinkgelder nicht wären unb sich Unsereins nicht hie und da beim Zusammenrechuen ber Zeche irren thät, bann könnt' man nicht bestehen!"

Boshaft. Fräulein (zu ihrem Tischherrn):Sehen Sie nur, Herr Refeubar, unsere Wirthin ißt selbst keinen Bissen!"Die will ihren Gästen mit gutem Beispiel vor- angehen!"