Ausgabe 
31.1.1895
 
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Nr. 14. ,

Donnerstag den 3L Januar. 18SS.

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MMchaltWgsblatt Mm Meßener AnMgrr (Oeneral-AnMgrr).

Sturmfluth.

Roman von Em. Heinrichs.

(Fortsetzung.)

XIV.

Willibald saß erwartungsvoll in einem großen, bequemen Lehnstuhl. Die Aussicht auf das erste Wiedersehen mit dem Oheim schien ihm doch mehr Aufregung zu bereiten, als er geglaubt, und doch hatte der Arzt es nur in der Voraus» setzung gestattet, daß sein allerdings stark in der Genesung befindlicher, aber doch noch äußerst schwacher Patient die volle Gemüthsruhe dabei bewahren werde.

Er hatte ihn soeben erst verlassen und kehrte jetzt schon wieder zurück.

Draußen steht eine Dame, welche sich täglich nach Ihrem Befinden erkundigt hat", begann er leise,sie bittet flehentlich, einige Worte mit Ihnen unter vier Augen sprechen zu dürfen."

Wer ist es?" fragte der Kranke verwundert.

Fräulein Bernhardine Melchior"

»Ach die? Aber, Herr Doktor, Sie wissen doch, daß ich meinen Onkel Ehrhardermarte. Sie mag morgen kommen."

Können Sie es über's Herz bringe», ihr die kleine Bitte abzuschlagen, mein junger Freund? Mir kommt es schwer an, ihr die Enttäuschung zu bereiten. Sie haben ihr das Leben gerettet"

Eben deshalb, lieber Doktor \" rief Willibald ungeduldig. Ich mag von dieser Dame keinen Dank. Mein Gott, mir war's doch gleichgiltig, ob ich sie oder eine andere rettete."

Herr Ehrhard», sagte der Arzt im Flüsterton,die Arme leidet Gewissenspein, ich bin ihr Hausarzt, sie hat mir gebeichtet. Die feurigen Kohlen, welche Sie in jener Nacht °uf ihr schuldiges Haupt gesammelt, brennen wie höllisches Feuer. Ich begehe einen Vertrauensbruch damit, aber Sie müssen es wissen, Fräulein Melchior ist heimlich nach der Residenz gereist, hat dort eine Audienz beim Herzog erhalten und 'hm fußfällig gestanden, was sie gethan und wie Sie ihre häßliche That vergolten haben. Der hohe Herr ist sehr gütig gewesen. Er hat ihr das Versprechen gegeben, sich für

ihren Retter, dem ja noch viele andere Menschen ihr Leben verdankten, interessiren zu wollen. Wohlgemerkt, Herr Ehr- Hard, die Dame hat es mir unter dem Siegel des Vertrauens mitgetheilt, sie darf von meinem Wortbruch keine Ahnung haben. Aber ich denke mir, daß es auch für Sie ein köst­liches Gefühl sein muß, Haß und Verbitterung, die ein halbes Menschenalter hindurch zwei befreundete Familien getrennt, in Reue und versöhnende Liebe umgewandelt zu haben. Darf sie hereinkommen?"

Ja, ja", murmelte Willibald, dem Arzte tiefbewegt die Hand reichend,ich danke Ihnen, lieber, alter Freund!"

Der Doctor ging hinaus und dann betrat Bernhardine Melchior das Zimmer. Wie hatten diese letzten Monate sie verändert, wie schmal und eingefallen war ihr Gesicht, wie trübe der sonst so kalte, strenge Blick ihrer jetzt so hohlen Augen geworden, selbst der harte Zug um den Mund war verschwunden, der ihr Gesicht so abstoßend gemacht.

Mit demüthig gesenktem Kopfe näherte sie sich dem Kranken, der sie mit einer Art erstaunter Rührung betrachtete. Bernhardine Melchior war ihm schon als Knabe eine höchst unsympathische Persönlichkeit gewesen, welche ihm auch nie- mals eine Freundlichkeit erwiesen hatte- Daß der Onkel Hauptmann ihre Liebe nicht erwidert, sie nicht zum Altar geführt hatte, wollte er auch später, als er den eigentlichen Grund ihrer verbitterten Natur erfahren, nicht als Entschul­digung eines so maßlosen Haffes gelten lassen. In diesem Augenblick aber regte sich in seinem Herzen ein Gefühl tiefen Mitleids. Wie freudlos war dis Arme durchs Leben ge­gangen, und wie furchtbar hatte die Gewiffensangst mit der verknöcherten Selbstsucht, dem hochmüthigen Pharisäerthum, das ihr ganzes Sein und Wesen durchtränkt hatte, kämpfen müffett, um die bösen Geister niederzuzwingen und sie so demüthig zu machen, wie sie jetzt vor ihm stand. Da« Gött­liche, welches in jeder Menschenseele ruht, doch leider nur zu häufig von der harten Steinkruste wilder Genußsucht und aller jener Leidenschaften, welche mit der Selbstsucht Hand in Hand gehen, erstickt wird, war durch die That des jungen Mannes bei Bernhardine Melchior zum Durchbruch gekommen und hatte ihre Seele von den häßlichen Schlacken der Rach­sucht und des Hasses gereinigt, sie menschlich schönen Empfin­dungen wieder zugänglich gemacht.