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(Fortsetzung.)
Die Worte des alten Dieners erinnerten die unglückliche Cora an Lady Marian Biddulphs freundliches Anerbieten. Dieselbe hatte sie gebeten, sich in der Stunde der Roth an sie zu wenden und sie konnte es als ein Zeichen der Vorsehung ansehen, daß des Lords Tochter ein gewisses Interesse an ihr genommen hatte. Sollte sie die Wahrheit von Lady Marian Biddulphs Worten auf die Probe stellen? Sollte sie Lord Faro verlassen?
„Kommen Sie, Miß Cora! Seien Sie nicht eigensinnig!" sagte der alte Mitchell wieder. „Mir ist ja nichts daran ge- legen,Z ob Sie eine Schmucksache mehr oder weniger haben, wenn es sich, wie ich fast fürchte, für meinen armen Herrn gleich bleibt. Doch als alter Diener de» Hauses bin ich gewissermaßen verpflichtet, zu sagen, was ich hier gesehen habe, wenn Sie darauf bestehen, hier bleiben zu wollen."
Das Mädchen stieß plötzlich einen Schrei aus.
„Mitchell! Mitchell! Sie werden, Sie können mich unmöglich für eine . . . Diebin halten!"
„Vielleicht nicht, Miß Cora," lautete die ruhige Antwort, „sehen Sie, ich habe überhaupt nicht Lust, daran zu denken, aber wenn etwas fehlen sollte, würbe auf mich die Schuld fallen," setzte er in bedeutsamem Tone hinzu. „Wenn Sie sich von mir leiten lassen wollen, werde ich dafür sorgen, daß Sie zu Ihrem Rechte kommen, wenn Lord Faro wieder gesund wird. Andernfalls thäten Sie besser, aus dem Wege zu gehen. Darum thun Sie, was ich Ihnen sage."
Coras Wangen bedeckte eine dunkle Gluth bei den Worten des alten Mannes, aber allmälig nahmen sie eine Todtenbläffe an.
„Vielleicht haben Sie Recht, Mitchell," sagte sie bebend. „Wenn ich zu Grunde gehe . . . was thut's? Aber meine Ehre kann nicht sterben und auf Ihr Haupt fällt es zurück, wenn meine Unschuld verleumdet werden sollte. Leben Sie wohl! Ich werde nicht fern sein, so lange Ihr Herr in Gefahr schwebt."
Und mit einem stolzen Neigen ihre» Kopfe», da» mehr
Die Tochter des Meeres
Roman von A. Niro la.
für eine Prinzessin als sür eine Flüchtige paßte, verließ sie das Zimmer.
Da» Medaillon war noch in ihrem Besitz.... nicht durch Diebstahl, sondern nur in Aufbewahrung für Den, dem es, wie sie glaubte, theuer war, und sür den sie e» bewahren wollte, auch mit Gefahr ihres Lebens und ihrer Ehre.
Sie hatte keine Zeit zum Ueberlegen- Rasch entschlossen eilte sie nach ihrem Zimmer und traf die Vorbereitungen für die Flucht.
Und dann schlich sie sich mit einem stummen Lebewohl aus dem Hause, in dem sie Freude und Kummer, Stolz und Demüthigung zu gleicher Zeit kennen gelernt hatte.
Sie wußte nicht, welche Richtung sie einschlagen sollte, noch wie weit sie zu gehen hatte, ehe sie ein Obdach finden würde. Aber sie verließ Schloß Faro mit schwerem Herzen, als daß sie die Müdigkeit ihrer Glieder gespürt hätte und eilte rasch die Straße hinab, auf der sie, wie sie glaubte, nach Lady Marians Wohnort gelangen mußte.
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Die junge Erbin von Btddulph war im Schutze ihres eigenen Zimmers wieder vor Beobachtung sicher und sie bedurfte Zeit und Ruhe, um über die Aufgabe, die sie übernommen hatte, nachzudenken.
„Ernst, Ernst, soll ich denn wirklich für Deine Sicherheit Alles auf'» Spiel setzen, wo doch Dein eigenes Wagniß einer Anderen galt?" klang es unwillkürlich von ihren Lippen, al» sie auf dem weichen Teppich hin und her ging.
Da ward sie durch ein leises Klopfen an der Thür aus ihren Träumereien aufgeschreckt und Frau Aston trat mit bestürzter, angstvoller Miene ein, die neues Unheil verkündete.
„Frau Aston, reden Sie . . . was ist geschehen?" stieß Lady Marian athemlos hervor.
„O, Mylady, es scheint, als dürfe man nicht von der Vergangenheit sprechen, noch die Asche der Tobten stören," sagte die Eintretende schaudernd. „Erst vor wenigen Stunden erzählte ich Ihnen von Miß Ida und jetzt erscheint mir ihr leibhaftiges Ebenbild- Aber nicht wahr, Sie leiden es nicht — Sie schicken sie fort, nicht wahr, Mylady?" setzte sie bittend hinzu.
„Frau Aston, Sie verlieren bei dem seltenen Gemisch


