Einkauf von Winterkartoffetn.
Da« Nahen de» Winter» hat sich in den letzten Tagen Jedermann deutlich bemerkbar gemacht. Es wird daher Zeit, den Haushalt mit den unentbehrlichen Wintervorräthen zu versorgen und mancher Hausfrau wird der Einkauf der Winterkartoffeln bange Sorge gemacht haben. Gilt es doch eine für unsere Tafelfreuden unersetzbare Gabe der Natur in größeren Mengen aus Monate hin aufzuspeichern und dabei nicht nur ein beträchtliche« Geldopfer zu bringen, sondern vielmehr noch über da» Wohl und Wehe eines Haushaltes zu entscheiden; denn schlechte Kartoffeln erweisen sich schließlich trotz billigen Einkaufs als sehr kostspielig, sind unter Um» ständen der Gesundheit nachtheilig und laflen vor Allem beim Genießen keine echte Freude an den Mahlzeiten auf- kommen. Dadurch prüfet, Ihr Hausfrauen, vor dem Einkauf die angepriesenen Winterkartoffeln! Eine derartige gründliche Untersuchung ist nicht gerade leicht. Zunächst lenke man den Blick auf das Aeußere der Knollen. Sie dürfen keine Au«» wüchse haben. Oft ist der älteste Theil der Knolle durch nachträgliches Wachsen in einer oder mehreren Richtungen verlängert; oft sitzen aber geradezu kleinere Kartöffelchen an einer größeren. In beiden Fällen sind er Bildungen, die in« folge von Wttterungreinflüffen nachträglich gewachsen sind; sie pflegen auch ihre Jugendlichkeit durch zartere Schale zu verrathen, werden daher bei längerer Aufbewahrung gegen Frost und Fäulniß weniger widerstandsfähig sein, ganz abgesehen davon, daß sie mit Rücksicht auf ihre Entstehung an Nahrungswerth minderwerthig sind und beim Gebrauch in der Küche zu viele unbrauchbare Abfälle liefern. Weiter achte man darauf, daß Spetsekartoffeln, im Gegensatz zu Saatkartoffeln, möglichst wenig Augen haben, weil sie sich sonst im rohen Zustande schwieriger schälen lassen, abgeschält dann ein unschönere» Aeußere zeigen, mehr Abfälle geben und sowohl leichter als auch üppiger das lästige und schädliche Keimen nach dem Frühjahr zeigen. Ferner zeichnen sich gute, haltbare Winterkartoffeln durch eine rauhe, etwa» dicke Schale aus. Kartoffeln mit dünner und glatter Schale sind durch ihren geringeren Stärkegehalt minderwerthig und werden durch den größeren Wassergehalt beim Kochen glasig und seifig. Wohl zu beachten ist, daß das Sichrauh- anfühlen der Knollen nicht von grindigen Stellen her» rührt, die eine krankhafte, meist durch Pilze hervorgerufene Erscheinung find. Solche Kartoffeln gehen zu bald in Fäulniß über. Aus gleichem Grunde sind von der Wahl alle Kartoffeln auszuschließen, die beim Ausgraben a n g e h a ck t wurden oder schon faule Stellen haben. Wenig Anhalt bei der Auswahl von Winterkartoffeln bietet die Farbe, die je nach der Art verschieden ist; nur solche mit grünen Stellen müssen zurückgewiesen werden, weil sie vor der Reife dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, da« einen Theil ihres Stärkemehl» in bitter schmeckendes Chlorophyll, Blattgrün überführte. Endlich sehe man darauf, daß den Knollen keine Erde anhafte. Kartoffeln, die tu sandigem Boden gewachsen, find immer die besten; fie werden frei von der Erde fein, falls fie nicht im Regen eingeerntet werden, was ebenfalls nicht vortheilhaft ist. Alle diese äußeren Merkmale jedoch können stch schließlich als trügerisch erweisen; man lenke auch den prüfenden Blick stets ins Innere hinein. Hier zeigen stch nicht selten schwärzliche Stellen oder andersfarbige Flecken oder netzartiges Geäder. Solche Kartoffeln find selbst für das Vieh nicht zuträglich. Der Schnitt brauch barer Winterkartoffeln muß gleich farbig fein und beim Reiben einen trübweisen Saft geben. Je weißer der Saft, desto höher der Gehalt an Nährwerth. Trotz der vielfachen aufgezählten Merkmale wird doch immer eme Kochprobe, wo sie ermöglicht werden kann, das letzte entscheidende Mittel sein, die Güte der Winterkartoffeln zu prüfen. Man versäume nicht, sie in den ver- l schiedensten Zubereitungen probeweise zu versuchen! (Kl. Pr.) -
Gemeinnütziges.
Zur Cultur der Geranien. Das reichliche Blühen der Geranien beginnt erst, wenn die Pflanze den Topf durchwurzelt hat. Daher soll man Geranien keine großen Töpfe geben, umsomehr, al« kleinere Pflanzen auch schöner sind. Eine Hauptsache bei der Geraniencultur ist die Erde- Al- besonder« geeignet hat stch die Hornspahnerde gezeigt. Dieselbe bereitet man au« drei Theilen Mistbeeterde, einem Theil groben Flußsand und einem Theil Hornspähne. Die Horn- spähne bilden eine nicht unbedeutende Rolle in den Pflanzen- culture nund sind in Horndrechslereien u. s. w billig zu haben. Diese Erde muß schon im Sommer zuvor hergerichtet werden. Den Haufen sticht man während des Sommers und Herbste« öfters um und begießt ihn bei trockenem Wetter, denn er soll stets feucht fein. Bis der Winter herankommt, find die Hornspähne ganz zersetzt und das Gemenge bildet eine lockere, sehr nahrhafte Erde, die sich ganz vorzüglich für Pelargonien eignet. Namentlich erreichen Geranien mit buntem Blatt eine Ueppigkeit und eine so intensive Färbung, wie man fie nur selten trifft. Dieser Wink dürste sowohl für den Gärtner wie für den Liebhaber besondere Beachtung verdienen.
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Kraftsauce. 1 Theelöffel Zucker wird mit 75 Gramm Schmalz hellbraun geröstet, dann gibt man 2 Eßlöffel Mehl dazu und bräunt es noch etwas. Unterdessen schneidet man Sellerie, Poren, Rüben, Peterstlienwurzeln und 2 Zwiebeln recht fein, gibt ungefähr ‘/e Liter gute Fleischsuppe, etwa» Citronenschale, ein Lorbeerblatt, einige Gewürzkörner dazu und läßt e» fest zugedeckt eine Stunde gelinde kochen. Nun seiht man die Sauce durch, fügt */< Liter Rothwein, etwas Fleischextract und Citronensast dazu nebst dem nöthigen Salz und läßt die Sauce nochmal« durchkochen.
VermEchtes.
Bescheidener Wunsch. Junger Arzt (zu seinem Diener): „Johann, geh' und ziehe einige Male an der Glocke, ich möchte sie einmal läuten hören!" ♦ • ♦
Einladend. Fremder: „Die Eier sind doch frisch, die Sie in den Kuchen schlagen?' — Wirthin: „Kommen Sie 'mal in die Küche, da können Sie die Hennen über den Herd spaziren gehen sehen!" e * e
Unfaßbar- Studiosus Pumper: „Hier liebe Frau Müller, bezahle ich Ihnen meine Schuld!" — Wirthin: „Jeffas, Sie wollen sich doch nicht am Ende was anthun?" ♦ •
Tröstliche Auskunft. Arzt: „Gerade mit dieser Krankhettserscheinung bin ich ganz vertraut, denn ich behandle einen Patienten, der genau dasselbe Leiden hat, schon seit zwanzig Jahren!" * ♦ ♦
Falsche Meinung. Der Wurzenbauer fährt mit seiner Frau in einer offenen Droschke in der Residenz herum. Alle« blickt nach dem bäuerlich angezogenen Paare. „Du," meint er zu seiner Frau, „dö schau'n un« alle so an, dö müssen do' wissen, daß i' der reichste Bauer in mein' Dorfe bin."
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Nützliche Methode. „Ach, Herr Professor, diese reizende Sammlung von au-gestopften Vögeln, die Sie sich da angelegt haben! Wo haben Sie denn die her?" — „Ach, ganz einfach! die nehme ich von den abgelegten Hüten meiner sieben Töchter!"
Redaktion: A. «chiyh». — Druck uxb »erlag »er Brühl'schm UmverMtS-Buch- unb Steindruckerei (Pietsch A Scheyda) in Siegt«.


