Ausgabe 
29.1.1895
 
Einzelbild herunterladen

chSnthan.

dm GeisteS- chweichel.

Volkes.

on Sybel.

schrecklich, rückendste und

E. Vely.

n Oberstab»- stutzerhaften stgefällig be« Ite Sie für Erde." - chte lächelnd in sich selbst ist."

erika drüben lz miserabel!

recht ftohes ! Rechnung." ück, Meister, zehen."

fordert wird, wen) :Ver» Worte . .

hiermit die a» Geburt»-

d angeklagt, r haben Sie Schachspieler." ch den besten

tun, wie alt

>:Hm, die

rzliche Gra- Meter:Wie 6t 1" - Se­it!"

i München, tung praktisch )es Telephon- ir, ich wünsche ohnung" ich'» allemal

Dienstag den 29. Januar

1895.

smklkskMM

Nntrrhawrngsblatt?um Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

k'Rei;er

Sturmfluth.

Roman von Em. Heinrichs.

(Forkjetzung.)

XIII.

Ein Monat war seitdem vergangen. Der Held der Sturmfluth, dessen Genesung stetig, aber sehr langsam vor. wärts schritt, war für die Bewohner der Stadt keine un« bekannte Persönlichkeit mehr und der Name Ehrhard bald in Aller Munde. Auf welche Art und durch wen die Kunde in die Oeffentlichkeit gelangt war, wußte Niemand zu sagen, genug, daß auch die Zeitungen sich sofort des Gerüchts be- mächtigten und es durch die Thatfache, daß keine Widerlegung desselben von maßgebender Stelle erfolgte, bestätigt wurde.

Die Geschichte des jungen Einjährig-Freiwilligen, der seinen Unteroffizier niedergeschlagen hatte und dann entflohen war, tauchte aus der Vergangenheit wieder auf und das In« teresse für den Helden wurde dadurch womöglich noch erhöht. Diese» Interesse wuchs aber zu einer bedrohlichen Empörung an, als es plötzlich hieß, daß der tapfere Retter von feinem eigenen Oheim denuncirt worden fei und nach seiner Genesung vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollte, um nachträglich seine Strafe zu erhalten.

Hauptmann Ehrhard, welcher über die Jndiscretionen der Zeitungen bereits in helle Wuth gerathen war, ahnte noch nichts von dies.» neuen Gerüchten, deren bedrohliche Spitze sich gegen ihn selber richtete. Er hatte allerdings bereits an das betreffende Commando, dem sein Neffe seiner Zeit unter- standen, die Anzeige von der Rückkehr des Deserteurs ein­gereicht, aber zugleich auch ein Gnadengesuch an den Landes- Herrn gerichtet, worin er alle Milderungsgründe für den Neffen hervorhob, sich selbst in seinem soldatischen Despotis- mus nicht schonend, weil er den berechtigten Klagen des Ge- mrßhandelten beharrlich sein Ohr verschlossen hatte. Schließ- ltch auf die Ereignisse der letzten Sturmfluth hinweisend, appellirte er noch an die Gerechtigkeit des Herzogs, welche roerbe & &e8 von der Strafsumme abrechnen

Der alte Mann hatte das Gesuch selber geschrieben und

wirkliche Herzenötöne darin angeschlagen, weil er seinen Bruder neben sich wähnte und gleichsam au» dessen Innern geschöpft, das Vatergesühl des Tobten lebendig empfunden hatte- Doch hatte er weder auf dieses Gesuch bislang eine Antwort er- halten, noch war von dem Militärcommando irgend ein Schritt zur vorläufigen Vernehmung de» Schuldigen geschehen oder eine Vorladung an ihn, den Denuncianten, ergangen.

Vielleicht mochte es der Behörde selber unangenehm sein, daß die überraschende Anzeige de» Hauptmanns, welche in diesem verwandtschaftlichen Falle einigermaßen peinlich erschien, in die Oeffentlichkeit gedrungen, also von irgend einer Seite verrathen worden war, zumal sich besonders in den unteren Klaffen eine gewaltige Empörung darüber kundgab. Man hatte hier nicht bloß den heldenmüthigen Retter, sondern zugleich ein Opfer soldatischer Willkür an dem Denuncianten, der zu- gleich sein leiblicher Oheim war, zu rächen und wollte sich diesen Act der Gerechtigkeit nicht verkümmern lassen, zumal es nebenbei für die krakehlsüchtige Menge dann noch den be« liebten Radau gab.

Da» dazu ausersehene Opfer, der alte Hauptmann, ssß ahnungslos in seinem Wohnzimmer, au« der Lieblingspfeife mit mächtigem Meerschaumkopf dichte Wolken blasend und zornig auf die unverschämten Zeitungsschreiber, denen nicht« mehr heilig sei, schimpfend.

Elisabeth saß mit ihrer Stickerei am Fenster, tapfer ihre Angst niederkämpfenv, da sie die Stimmung der Bevölkerung kannte. Sie sah den Professor von der entgegengesetzten Seite der Straße herüberkommen und glaubte eine besondere Un« ruhe in seinen Zügen zu entdecken. Unauffällig legte sie ihre Arbeit hin und verließ da« Zimmer, um dem alten Freunde durch die geräuschlos geöffnete Etagenthür entgegenzutreten.

Gibt es neues Unheil?" fragte sie nach der ersten leisen Begrüßung mit ängstlicher Miene.

Es wird heute Abend jedenfalls etwa« geben, mein Kind I Ich weiß aus sicherer Quelle, daß der Pöbel den Papa durch eine Katzenmusik auszeichnen will und daß es dabei nicht bleibt, ist nur allzu sicher."

Dann muß die Polizei benachrichtigt werden."

Ist schon geschehen, im Nothfall haben wir Militär genug, um die Bande auseinanderzufegen. Bor allen Dingen aber und deshalb bin ich gekommen darf Papa nichts