Ausgabe 
28.3.1895
 
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Unebenbürtig.

Roman von H, von Ziegler.

(Fortsetzung.)

Rudolf blickte noch sinnend vor sich hin, ein schwerer Entschluß rang sich in seinem Innern durch, aber al« er auf- blickte, war sein Auge klar, die Stimme fest, al« er sagte: Mutter, ich werde Dir gehorchen ich reise mit dem Onkel.

Brav, mein Sohn, antwortete die Dame und in ihren Augen schimmerte eine Thräne,Mutterliebe ist da« Einzige im Leben, wa« keine Wissenschaft und kein Verstand begreifen wird; e« ist schwer für eine Mutter, den Sohn oder die Tochter an ein anderes Herz abzugeben, nicht mehr die Erste zu sein, an welche die Kinder denken, für die sie existiren, aber die Liede kann Alles und das Gebet hilft mit über die dunklen Stunden natürlicher Eifersucht hinweg.

Therese, Melanie und der alte Graf kamen nun auch herein; man setzte sich zum Thee; aber nur Melanie plauderte heiter, die anderen waren ziemlich still geworden.

Du hast den Brief Hohenthal« wohl in Deinem Zim- mer gefunden, Therese?" frug die Gräfin und die Angereoete erwiderte:Ja, Mama, aber ich konnte ihn jetzt nicht lesen, sondern spare e» mir bi» nachher auf.

»Elst müssen wir unser interessantes Abenteuer erzählen, lachte Melanie,Du besonders, Therese, hast Dich daran er» götzt und Dein Bild stört gewiß heute die Nachtruhe jenes Herrn.

Nun, so erzählen Sie, Fräulein Melanie, forderte der

®raf "uf,Sie machen um ganz begierig auf ein roman- tische« Erlebniß.

Leider spielen ja doch die Herren der Schöpfung eine hervorragende Rolle hier auf Erden und da» ist auch in unserem Abenteuer der Fall. Mit diesen Worten begann das schöne Mäachen seine Erzählung und warf Rudolf einen herausfordernden Blick zu, den er jedoch gar nicht beachtete, denn ihre Worte berührten ihn jetzt entschieden unangenehm.

»Wer mag jener Herr zur Stetten sein, meinte der

alte Graf, als Melanie ihre Erzählung beendigt hatte,es ist natürlich kein Adel, wenigstens kein deutscher.

Er sah aber sehr nobel aus und hatte tadelloses Be« nehmen, meinte Rudolf,ich hätte mich gern noch länger mit ihm unterhalte«. Therese, weißt Du schon, daß ich mit Onkel Wildenstein nach Norwegen reise.

Die Schwester blickte überrascht und erfreut auf, doch noch ehe sie zu antworten vermochte, klirrte Melanies Thee- löffel zur Erde und sie rief beinahe entsetzt aus:O wirklich, Graf, Sie wollen fort und uns allein lassen? Das ist nicht schön von Ihnen und ich bin ganz böse darüber.

Graf Rudolf blickte erstaunt Fräulein von Roden an, dann traf er das Auge der Mutter- War das die junge, angebetete Dame, welche er zu seiner Gemahlin machen wollte? Zeigte sie so offen ihr Interesse für ihn ohne jede mädchen­hafte Scheu und Zurückhaltung? Er antwortete auf Melanies Worte gar nicht, sondern sagte zur Schwester:Nun, Therese, hast Du kein Wort für mich?

O doch, sagte diese, ihm zärtlich zunickend,die Reise wird gut für Dich sein, sehr gut! Reise mit Gott aber recht bald!

Ob sie ebenso wie die Mutter dachte?

Man erhob sich, um noch ein wenig im Garten zu pro* meniren, und ehe er's ahnte, war Melanie an Graf Rudolfs Seite, koketter und unwiderstehlicher denn je-

Sie sind mir böse, Graf? frug sie schmollend.

Wieso, gnädiges Fräulein? Ich wüßte nicht, weshalb, antwortete er-

O, ich merke es recht gut und deshalb reifen Sie auch ab. Wissen Sie denn nicht, daß ich sehr große Sehnsucht nach Ihnen haben werde?

Ihre dunklen Augen schmachteten ihn an, da« röthliche Haar flammte im Mondenltcht und Graf Rudolf fühlte, daß alle seine guten Vorsätze wie Eis in der Sonne schmolzen.

Wirklich, Fräulein Melanie, werden Sie mich ver­missen ?

Natürlich, ich reise dann auch bald ab, denn ohne Sie ist'» langweilig hier.

Aber wenn ich nun wiederkäme?

Melanie jauchzte auf wie ein Kind.Dann komme ich