Ausgabe 
28.2.1895
 
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HntrrhaUungsMt ?um Girßener Anzeiger (Oenrral-Anzriger).

Donnerstag den 28. Februar

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In der neuen Welt.

Roman von P. Olleverio.

(Fortsetzung.)

Ihr ganzes seltsames Beträgen war damit erklärt, wie auch die mir bisher unbegreifliche Abneigung, welche sie mir immer eingeflößt hatte- Aber Gertraud! Sie hatte sich dem Einflüsse dieses Mannes hingegeben, bis er sie dahin zu bringen vermochte, daß sie die Ihrigen heimlich verließ und ihm folgte, wohin er sie führen wollte. Die kleine Bach war nun schließlich zum mächtigen Strome angewachsen, über den Gertraud nie wieder zurückkommen konnte, und ich stand händeringend am anderen Ufer und schaute ihr Verzweiflung«- voll nach.

Richard! Und wie war Richards anderer Name? Und in welchem Verhältniß stand er zu Arthur Ausbach? Jetzt verstand ich es, daß Arthur mit der Antwort zögerte, als ich ihn gerade heraus fragte, ob Magdalene Ausbach seine Schwester wäre.

Ich sprang, die Photographie in der Hand haltend, von dem Bett aus, schob mechanisch den Riegel an der Thür zurück und lief aus dem Zimmer. Die Küche war leer, die Hausthür stand offen, die kühle Abendluft strich mir über das glühende Gesicht.

Im nächsten Augenblick befand ich mich im Freien und kurz darauf ohne es zu wissen, wie ich dahin gekommen, lehnte ich an der Hecke de» Grasgartens, welcher hinter dem Haufe lag.

Da näherte sich mir Jemand in der hereinbrechenden Dunkelheit, ein Pferd am Zaume führend. Ich erkannte in der hohen, elastischen Gestalt Arthur Ausbach.

Bevor ich noch recht zur Besinnung kam, stand Arthur an meiner Seite und ich starrte ihn an wie ein Traumgebild. Doch als er mir die Hand entgegenstreckte, was er nur zögernd that, al» ob er fürchtete, ich würde sie nicht ergreifen, da prallte ich erschrocken vor ihm zurück.

Er blickte über die Hecke zu mir herüber und eine Weile sprach kein» von uns Beiden ein Wort.

Die Dämmerung umhüllte uns und ringsum war Alle-

still. Das Pferd entwand Arthurs Hand die Zügel Zünd fing an, das kurze Gras an der Hecke abzufreffen.

Al» wir so dastanden und ich seine schöne aristokratische Gestalt und seine männlichen, geistreichen Züge betrachtete, da wußte ich, daß ich ihn über Alles liebte und mein Herz nie« mals einem anderen Manne angehören konnte- Und daß über meiner Liebe eine so finstere Wolke lagerte, war augenblicklich mein größter Kummer, ein weit größerer als der Verlust meiner Schwester.

Endlich brach ich das Schweigen, indem ich in kaltem, gleichgiltigem Tone wie zu einem Fremden zu reden versuchte und sagte:Guten Abend, Herr Ausbach. Ich bin über­rascht, Sie hier zu sehen." A

Er antwortete nicht und ich hörte nur, wie er leise vor sich hinmurmelte:Wie blaß sie aussieht und wie schmal sie geworden ist meine kleine Christa!" Dann setzte er laut, das Wort an mich gerichtet, hinzu: «Hassen Sie uns nicht Beide, Christa, meinen Bruder und mich? Wollen Sie mir wenigstens so weit vergebe«, daß Sie anhören, was ich Ihnen zu sagen habe."

Ich öffnete die Hand und zeigte ihm das Bild, welche« ich die ganze Zeit über darin festgehalten hatte-

Ist das Ihr Bruder?" fragte ich.

Mein Halbbruder Richard," antwortete er.

Und welches ist Ihr wahrer Name?"

Ein Gefühl tiefer Verachtung stieg in mir auf bei der Erinnerung an den Betrug, den man an uns verübt hatte, und ich glaube, da« prägte sich in meiner Stimme au».

Bevor ich Ihnen darauf antworte," entgegnete er,muß ich wissen, ob Sie mir gestatten wollen, Ihnen etwas zu er­zählen. Nicht nur eine halbe Geschichte, sondern die ganze volle Wahrheit, von Anfang bis zu Ende."

Die Wahrheit!" wiederholte ich in noch verächtlicherem Tone als bisher.Wer bürgt mir dafür, daß es auch wirk­lich die Wahrheit ist?"

Ausbach zuckte zusammen, als ob ich ihm eine« Schlag versetzt hätte. Er nahm ein dickes, versiegelte« Couvert aus der Tasche und reichte es mir.

Lesen Sie da» heute Abend," sprach er dabei,und dann fällen Sie mein Urtheil, aber nicht eher, als bi« Sie meine Vertheidigung gehört haben."