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Trage würdigen Schrittes wieder HLnausLrollten. Lustig wurde nun getanzt und schon nahte die Pause, bei welcher die Muttern in ihren ganzen Glorie auftreten, um mit den von Hause mitgebrachten Victualien den hungrigen Magen der unermüdlichen Bombardiere eine Vorlage zu bereiten, welche diese mit dem glücklichen Appetit der Jugend dem Ministerium ihre» Innern einverleibten, ohne sich um die Menge der „Artikel" zu kümmern, welche die Vorlage enthielt. Plötzlich wird da» harmonische Gemälde, von einem witzigen Bombardier „la fresco“ genannt, durch einen jungen Mann gestört, welcher leichenblaß hereinstürzt und die verhängnißvolle Meldung hineinbrüllt: „Alarm in der Festung." — Zuerst lange Pause. — Schreck aller anwesenden Damen — dann Gedränge in zur Garderobe hergerichteten Kegelbahn — Abmarsch sämmtlicher masktrten Bombardiere und Unteroffiziere und im Saale verdutzte Gesichter der nun ihrer besten Tänzer beraubten Damen.
Während sich dies alles in Amalienthal abspielte, hatten dis Truppen der Besatzung sich auf den vorgeschriebenen Alarm- Plätzen eingefunden, die Festungs-Thore waren bis auf die „kleine Pforte" geschloffen und die Ausfall-Batterie, nebst dem nach altem Reglement zur Bedeckung commandirten Zugs Husaren, zog ihre gut genährten Gäule aus den Ställen, was nicht ohne Schwierigkeiten vor sich ging, da die Thiere in Folge des Friedensdienstes für derartige nächtliche Aufregungen nicht besonders eingenommen waren. Dank der Verwirrung, welche bei Alamirung herrschte, gelang es den maskierten Jüngern des Mars hinein und auf ihre Alarmplätze zu gelangen, nachdem sie das Lederzeug schnell über ihre Mäntel geworfen hatten- Der Major v. K. musterte sein ihm unterstelltes Volk nicht lange, sondern ließ die Avancirten „zum Kaiser schwenken" und theilte ihnen folgende inhaltschwere Geschichte mit: „Der Großfürst Nikolaus, welcher incognito in Schlesien reist, hat auch der Festung G. einen Besuch abgestattet, jedoch ist derselbe von dem wachhabenden Offizier am Feldthore bemerkt und der Commandant rechtzeitig benachrichtigt worden. Ich erwarte, daß Sie bei den morgen früh stattfindenden Festungs'Uebungen mit ihren Leuten recht auf dem Platze sind, damit der gute Ruf unserer Waffe gewahrt bleibe. Ich danke! — Kehrt! — Rechts und links schwenkt! — Marsch. — Halt. — Wegetreten." — So feuerten die Commando» durch die Nacht und ruhig kehrten die Mannschaften in ihre Kasematten, die Avancierten aber nach Amalienthal zurück, wo noch recht flott getanzt wurde.
Niemand vermochte über die räthselhaste Alamirung Genaues mitzutheilen bis auf einen — und dieser schwieg aus verschiedenen Gründen. Während nun die müden Bombardiere in dunkler Kasematte von den Strapazen des unterbrochenen Maskenballes ausruhten, spielte sich im Commandantur-Ge- bäude folgende Szene ab:
Der General-Major v. L., ein alter tüchtiger Feldsoldat, geschmückt mit dem eisernen Kreuz ging in voller Parade-Uniform in feinem Zimmer auf und ab, während ein junger Lieutenant, gleichfalls in voller Dienstuniform zitternd vor dem alten General stand. Die Disput der Beiden wär etwa folgender: „Herr Lieutenant v. M., Sie haben mir auf Ehrenwort versichert, den Großfürsten Nikolaus, sowohl an der Uniform als auch an Figur und Gesicht erkannt zu haben? Ist dem so??"
„Zu Befehl, Herr General! Ich sah ihn ganz deutlich an der Feldwache vorübergehen und bemerkte sogar, wie Seine Hoheit abzuwinken geruhten, als der Posten vor Gewehr „Heraus" rief.
„Nun, so hol' uns beide der Teufel, dann weiß ich nicht, wer das gewesen sein kann, denn in allen Hotels der Stadt habe ich diese Nacht Nachfrage gehalten und in keinem ist der Großfürst eingekrhrt, also müssen Sie sich wohl geirrt haben, denn ich kann mir nicht denken, daß Sie —, ein unverständliches Murmeln beendete die Unterredung, welche mit einem verdrießlichen „Ich danke Ihnen!" endete. Als der abgemuckte Lieutenant über den Stallplatz ging, begegnete ihm der Bom- badier Waldau, welcher mit der ernstesten Miene von iber Welt den Vorgesetzten grüßte. Dieser sah sich das Gesicht rdes
Bombardiers eine Zeit lang an, blieb stehen, blicke ihm nach und murmelt in sich hinein: „Sonderbar!" — Wer der Groß- fürst war, hat, außer unseren Lesern, bi» heute Niemand er- fahren.
Madame Sans GSne.
Roman nach Bictorten Sardou und F. Morr«««. Deutsch von Nd«l« Lsrgor.
Die Coalition war besiegt, der Süden kannte die VendSe nicht mehr und Bonaparte zog siegreich und Alles mit seinem Genie blendend, in die Geschichte ein. Er wurde zum Artillerie-General ernannt und nach Nizza in's Hauptquartier der italienischen, von Dumerbion commandirten Armee geschickt.
Ruhmreich, mit einem Range bekleidet, der bet vierundzwanzig Jahren seinen Ehrgeiz befriedigen konnte, beschäftigte sich Bonaparte mit der Versorgung seiner Geschwister, seiner
Das Glück Josefs entzückte ihn. Er hörte nicht auf, beständig von ihm zu sagen: „Ist Der glücklich, dieser Schlingel Josef!" Die Tochter eines Seifensieders geheirathet zu haben, erschien ihm damals als das schönste Loos. In diese Bewunderung für das neuvermählte Paar mischte stch etwas Bedauern, daß er nicht Desiroe, die zweite Tochter des Kaufmanns Clary, heirathen konnte.
Aber eine andere Hsirath, die er nicht vorausgesehen, ärgerte und reizte ihn.
Er erfuhr in Nizza, daß sein Bruder Lucien sich soeben verheirathet hatte. Und unter welchen Bedingungen! Bonaparte konnte den Zorn darüber zehn Jahre lang nicht los werden.
Lucien hatte eine kleine Anstellung in der Militärverwaltung zu St. Maximin in der Vaucluss.
Er war jung, feurig, ein guter Redner und bildete die Freude und den Ruhm eines Wirthshaufes, in dem er seine Mahlzeiten einnahm.
Boyer, der Wirth, besaß eine reizende Tochter Namen» Christine. Diese konnte der Beredsamkeit und den Complimen- ten des künftigen Präsidenten der Fünfhundert gegenüber nicht gleichgiltig bleiben. Sie erklärte ihrem Vater, daß fie Lucien heirathen wolle.
Der Wirth, der im Begriff gewesen, seinem Pensionär Zimmerschlüssel und Tisch zu entziehen, weil er mit der Zahlung im Rückstände war, graute sich den Kopf und gab zuletzt seine Einwilligung. Da» wär auch eine Art und Weise, die Rechnung dieses schlechten Zahlers zu begleichen.
Als Bonaparte entdeckte, daß fein Bruder ihm die Tochter eines Wirthes zur Schwägerin gegeben hatte, gerieth er in eine heftige Wuth. Er ahnte schon seine Größe und ärgerte sich über Alle», was ihm durch die Seintgen bet seinem Glücke schaden oder den Glanz seines wachsenden Ruhmes verringern könne.
Er brach alle Beziehungen mit dem Bruder ab und bewahrte der jungen Frau immer einen Groll. Sie war sanft und ergeben, diese Christine Boyer, und bemühte sich mehrmals, Bonaparte zu beschwichtigen und wieder zu Gnaden zu kommen.
Man hat von ihr einen rührenden Brief bewahrt, den sie schrieb, als sie Mutter werden sollte.
„Erlauben Sie mir, Sie Bruder zu nennen — in einem Monat hoffe ich, Ihnen einen Neffen geben zu können. Viele Umstände lassen mich hoffen, daß es ein Neffe sein wird. Ich verspreche Ihnen, einen Soldaten aus ihm zu machen, aber _id) wünsche, daß er Ihren Namen trage und Ihr Pathe sein soll. Ich hoffe, daß Sie mir das nicht abschlagen werden. Weil wir arm find, werden Sie uns nicht mißachten, denn trotz alledem sind Sie unser Bruder. Meine Kinder find Ihre einzigen Reffen und wir lieben Sie mehr als den Reich-
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