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Samstag ien 27. J«kt.
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Die Tochter des Meeres.
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Als Marian Biddulph langsam von dem Besuch bei Netta, den der Graf von Treville so dringend gewünscht, hatte, heimkehrte, da näherte sich ihr plötzlich ein Diener mit so zaghafter, verwirrter Miene, daß seine Herrin schon dadurch beunruhigt wurde. 'J ,. j
»Bitte, Mylady, beeilen Sie sich, denn mein Herr ist ... gar nicht -recht wohl/ sagte er mit zitternder Stimme.
Lady Marian schien bei diesen Worten das Herz still zu stehen. Sie hatte eine furchtbare, Ahuung von einem bevor« stehenden Unglück, hie des Dieners ängstliches Gesicht nur zu sehr bestätigte. .
♦ ♦ ♦ mein Vater.. . . tobt?" fragte sie mit ver« . zweifelter Rühe.
' r * I $ "ein, Mylady . . . das verhüte der Himmel!" lautete die Antwort.' „Aber doch sehr krank, und wir haben nach dem Arzt geschickt."
Marian bedeutete ihn durch eine Handbewegung, zu schweigen, und eilte in das Haus.
ar t ist sehr schwach," sagte der soeben angekommene Arzt zu Marian, als diese weinend am Krankenbette ihres Vaters stand.
Der Lag und die Nacht vergingen und den folgenden Morgen brachten die Pflegenden in stummer Hoffnungslosigkeit am Krankenlager zu. Am zweiten Tage schien sich der a» «7 el? rooi3 äU erholen und liebevoll bog Lady Marian sich über das Lager, als die Lippen ihres Vaters sich beweg« ten, feine Augen sich öffneten und er seine Tochter, den Gegenstand seiner Liebe und Fürsorge, zu erkennen schien.
geliebter Papa, es geht Dir bester und nicht wahr, Du wirst für Deine arme Marian leben?" hauchte sie
Ein schwaches, trauriges Lächeln glitt über seine Züge, mein 'Ä • * ‘ ' - - ru spät . - . vergib . . . vLgib,
mein Kind . . . mein arme», geliebtes Kind !"
langsam und leise diese Worte auch gesprochen wur
den, so war ihr doch ein jede» genau verständlich, aber die Bedeutung derselben war ihr dunkel.
Bevor die Sonne wieder untergegangen war, zählte der in diesem Lande fremde Graf unter die Tobten.
Nun war die junge, schöne Lady Marian Biddulph, Gräfin von Maflon, elternlos und vereinsamt.
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„Meins liebe junge Lady, trösten Sie sich. Es hätte ja doch nicht mehr länge währen können," sagte die würdige Haushälterin, die sofort herbeigeeilt war. „Es konnte ja Niemandem verborgen bleiben, daß unser armer, lieber Herr bei dem unglücklichen Sturz seinen Todesstoß bekommen hatte. Ich danke nur meinem Gott, daß Sie bei ihm waren, als er starb.".
Aber diese Worte schienen der jungen Gräfin Kummer nur zu verschlimmern, denn sie fragte weinend: „Frau Aston, Ihnen kann ich vertrauen. Sagen Sie mir, was konnte mein Vater mit seinen letzten Worten, mit denen er mich um 93er« gebüng bat, gemeint haben? Was könnte ich ihm, meinem nachsichtigen, gütigen Vater zu verzeihen haben?"
Frau Aston bemühte sich, einen verlegenen Ausdruck, der auf ihr Gesicht trat, zu verbergen.
„Wer kann das wiffen, Mylady? Vielleicht meinte er, er hätte besser für Sie sorgen können. Er kann auch in der Fieberhitze gesprochen haben."
Marian gab keine Antwort, aber die Erinnerung an die letzten Worte des sterbenden Vaters war ihr zu gegenwärtig, als daß sie sich mit solchen Trostworten beruhigt hätte.
LXI.
Lord Ernst Belford war frei, sofern es menschlichen Zwang betraf .... frei in dem romantischen Häuschen bei Bremen, wo das Mädchen, das er liebte, und dem er so viel verdankte, die Jahre der Kindheit verlebt hatte.
„Warum soll ich hier bleiben?" fragte er sich. „Niemand - kann mein Sehnen und meinen Kummer begreifen und es wäre nur Feigheit, wie eine Ratte in ihrem Loche zu bleiben, während das edle Mädchen, das mich gerettet hat, all' den Mühseligkeiten, welche diese Welt den Freundlosen auferlegt, ausgesetzt ist! Ja, ich will gehen, ich will sie suchen, das edle, großherzige Mädchen und sie bitten, meine Retchthümer mit


