Ausgabe 
26.2.1895
 
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rief ich in Heller Verzweiflung.Seine Schwester nur roat es, zu der sie sich hingezogen fühlte."

Das ist Unsinn," entgegnete Bergen.Sie that nm fo, als ob sie ihn nicht leiden könnte. Ich glaube, alle Mäd­chen thun gern fo, als ob sie den Mann nicht leiden können, in den sie in Wahrheit sterblich verliebt sind. Und was Aus­bachs Schwester anlangt, so brauchte er sie als Deckmantel für feine eigentlichen Absichten. Magdalene Ausbach hat js, wie ich überzeugt bin, ihre fünf Sinne nicht ganz beisammen, ist aber noch klar genug, um die Rolle durchzuführen, die ihr zugetheilt wird."

Aber Ausbachs waren fort," wendete ich noch einmal, wenn auch zaghaft, ein, da mich die Bestimmtheit, mit der et sprach, einschüchterte.Sie waren bereits acht Tage voi Gertrauds Verschwinden abgereist."

Das ist das Verdächtigste von Allem," fiel Berge« rasch ein.Abgereist? Ja, aber wie weit? Jedenfalls nich! weiter, als bis dahin, wo sie auf ein verabredetes Zeichen zu ihnen stoßen konnte, auch war die Abreise eine sehr plötz­liche- Wenn Sie mir übrigens in einem dieser P mkte wider- sprechen können, will ich gern zugeben, daß ich möglicherweis! im Jrrthum gewesen bin." ,

Er sprach so zuversichtlich, wie Jemand, der jebe denk­bare Möglichkeit nach allen Seiten hin erwogen und sich dann erst sein Urtheil gebildet hat, so daß ich völlig zum Schweige, gebracht war.

Nun wissen Sie also, Fräulein Christa," fuhr er v milderem Tone fort,warum ich meiner Sache fo sicher bk und warum ich mich in der letzten Zeit gegen Sie und bit Ihren so rücksichtslos benommen habe. Sie müssen mir ver­zeihen. Sie wissen ja, daß ich für Sie jederzeit die höchst Achtung hege."

Auch diesmal klang mir fein Compliment fade und leet. Was war mir eine höfliche Redensart nach der furchtbaren Entdeckung, die ich soeben gemacht zu haben glaubte?

Ich murmelte ein paar Worte als Antwort, woraus mir Bergen herzlich die Hand schüttelte, und mich bat, ihm zu verzeihen, wenn er etwas gesagt, das mich beleidigt habe. Und nachdem er noch hinzugefügt hatte, daß er nichts mehi hier zu thun habe, nun er erfahren, daß Ausbach noch nich zurückgekehrt fei, ging er wieder durch das Pförtchen hinaH zu welchem er hereingekommen war.

Ich blieb ein paar Minuten noch wie angewurzelt «t derselben Stelle stehen, wo er mich verlassen hatte, bis ich | ihn in der Ferne über die Wiese reiten sah. Dann schach ich langsam nach meinem alten Platze unter den Gammi- bäumen zurück, barg das Gesicht in den Händen und ver­suchte zu denken.

Wenn Bergen recht hatte, dann gab es nrchts, bat Arthur's Falschheit überstiegen hätte, höchstens Gertraud r Aber ich konnte es nicht glauben. Hatte Arthur mich nich! mit eigenen Lippen gebeten, ihm zu vertrauen bis er Mi­tteten und sich von jedem Verdacht würde reinigen könne«

Ich weiß nicht, wie lange ich so dasaß, doch schließ sprang ich hastig auf, mich erinnernd, daß die Zeit verste und ich mich meines Auftrages noch nicht entledigt hall Ich schritt der Hausthür zu. und da Mrs. Barton mich v°: dem Fenster aus hatte kommen sehen, ließ sie mich sofort ei«

Sie war eine freundliche Frau, die meinen Dank I® die uns geschickten Früchte und Blumen liebenswürdig ent- gegennahm und mir den Muth gab, sie zu fragen, wann st Herrn Ausbach zurückerwartete. Ich konnte eine gewisse Angst die Thür könnte sich plötzlich aufthun, er selbst hereintrete- unb mich in seinem Hause finden, nicht überwinden; und d dem leisesten Geräusch schrack ich zusammen, daß ich am uedW davon gelaufen wäre.

Mrs. Barton wußte nicht gewiß, wann er zurückkomm würde; sie glaubte, nicht so bald. Jedenfalls hatte ihr Ma von Ausbach's Hand schriftlichen Auftrag, während der nächst« zwei Monate die kleine Besitzung zu verwalten. , Wird Fräulein Magdalene vielleicht früher zurückkehren' fragte ich weiter.

acht Tage in Melbourne, als ich in Bourke Street Ihre , Schwester Gertraud daher fahren sah. Wir sahen uns scharf I ins Gesicht und erkannten uns."

In meiner Aufregung faßte ich Bergen am Arm und stammelte:Sie haben Gertraud wirklich gesehen?"

Mein erstes Gefühl war das unendlicher Erleichterung. I Todt war sie also nicht I

Dem Himmel sei Dank!" sprach ich leise vor mich hin.

Hugo blickte zornig zu Boden und bohrte den Absatz noch I tiefer in den Sand hinein-

Ich für meinen Theil sehe keinen Grund, dem Himmel dankbar zu sein," sagte er.

Wie?" rief ich empört.Richt dankbar dafür, daß sie lebt?"

Ich habe sie niemals tobt sgeglaubt," entgegnete er, höchstens ben ersten unb zweiten Tag. Unb wenn sie tobt gewesen wäre, bann hätte ich sie boch noch lieben und ehren können, anstatt sie nun ihres Verrathes wegen verachten zu müssen." , .

Das waren bittere Worte; doch ein Mann, an dem re» handelt worben war, wie an Hugo Bergen, hatte bas v « kommenste Recht, empört zu sein unb zum ersten Mal in tv nem Leben mußte ich Gertraud anklagen hören, ohne als rh. Vertheidigerin auftreten zu können.

Es thut mir unendlich leid, Herr Bergen,' sprach ich daher kleinlaut.Ich sühle von ganzem Herzen mit Ihnen, aber vielleicht ist Gertraud selbst jetzt noch im Stande, uns eines Tages Alles ganz einfach zu erklären."

Ich weiß nicht, welche wilde Gedanken mir in dem Augen­blick durch den Kopf jagten. Einer von den am wenigsten unwahrscheinlichen war der, daß Gertraud durch irgend welches unfreiwillige Verschulden den Sturz des Polizisten in die Bucht veranlaßt hatte unb in ihrem Schreck geflohen war, um ben Folgen ber Entdeckung zu entgehen.

Bergen zuckte bei meinen Worten bie Achsel.

Sie haben ein wunderbares Vertrauen zu Ihrer Schwester, Fräulein Christa," sagte er und fügte dann mit plötzlicher Weichheit in der Stimme hinzu:Ich glaube aber, im Grunde bewundere ich Sie deshalb."

Ich gab keine Antwort auf dieses Compliment, das mein Ohr sehr leicht berührte. In meinem Innern tauchten die wunderbarsten und unmöglichsten Erklärungen für Gertrauds Verhalten auf unb für einige Minuten herrschte tiefes Schwei­gen zwischen uns. Bergen nahm zuerst wieder bas Wort

Jetzt ist es klar wie ber Tag, baß Gertraud einen Anderen geliebt unb mich als Werkzeug gebraucht hat. As sie mich nicht mehr brauchte, warf sie mich bei Seite. E) ist das für einen Mann gerade genug, um dem ganzen weib- lich.n Geschlecht zu fluchen."

Er sprach mit unendlicher Bitterkeit.

Aber, Herr Bergen, überlegen Sie sich die Sache doch einmal ruhig," sagte ich in bittendem Tone. In meiner Ein- falt versuchte ich noch imm r, Gertraud vor mir und der ganzen Welt rein zu waschen.Für wen hätte sie sich in- teresstren sollen? Es kam ja Niemand -nur halb so oft zu uns in das Haus, wie Sie."

Doch," erwiderte er;Siner wohl."

Und wer?"

Ausbach!" r

Da Bergen sich erinnerte, daß wir in Ausbachs Garten standen, dämpfte er bei den letzten Worten feine Stimme.

Ich fühlte, wie bei dieser unerwarteten Antwort alles Blut aus meinen Wangen wich, und in der ersten Minute wußte ich nicht, was ich darauf sagen sollte. Wie konnte ich Hugo Bergen den wahren Grund mittheilen, welcher Arthur so oft in unser Haus führte?

Ich habe reiflich über Alles nachgedacht," fuhr Bergen plötzlich fort,unb mir ist nun bie Sache klar. Natürlich war es Ausbach unb wir sind Alle unglaublich blind gewesen, daß wir davon nichts gesehen haben."

Aber Gertraud konnte Herrn Ausbach gar nicht leiden,

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