Ausgabe 
26.2.1895
 
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eröffentlichunge« erschien soeben: Sntwi<r«l«n, kann. Band I, unbett Mk. 6.

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Dienstag den 26. Februar

Nr. 25

1895.

KmefiCF

ümillüiiölüliet'

Z

Untechastuilgsblatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

In der neuen Welt.

Roman von P. Olleverio.

(Fortsetzung.)

Obenan auf dem Papier stand das goldene Monogramm G. L., ein wenig weiter unten standen die Worte:Theuerster R. Ich erwarte Dich pünktlich. Vergiß nicht . . ." Das Uebrige war abgeriflen. Darunter kam ein Stück von einer anderen Zeile: glaube nicht . . und dann: mein liebes Perlenmedaillon, welches Du mir schenktest . . und zum Schluß beinahe vollständig stand die Unterschrift:Deine Gertraud."

Nachdem ich die» entziffert hatte, schwirrte es mir im Kopfe noch unklarer durcheinander, als je zuvor. Ich hatte gehofft, die unerwartete Entdeckung würde einen Lichtstrahl in das Dunkel werfen, welche» Gertrauds Schicksal umhüllte und nun schien e», al« ob ste da« Dunkel nur noch undurchdring» ltcher machen sollte.

Wer war R., welchen sie vermuthlich an dem Tage er­wartete, an dem wir sie zum letzten Male sahen? Er war also auch der Geber de» Medaillons gewesen. Sollte ste sich mit irgend Jemand aus der Nachbarschaft verlobt haben? Und wenn, warum heimlich? Warum hatte sie Oscar nicht offen um seine Einwilligung gebeten?

Al« ich so dasaß und sann, hörte ich, wie da« Pförtchen geöffnet wurde, durch welches ich hereingekommen war, und feste Tritte sich mir näherten.

Ich kam mir plötzlich vor wie eine ertappte Spionin; die Wangen brannten wie Feuer, und rasch au« meinem Ver­steck hervortretend, sah ich mich nicht Arthur Ausbach gegen­überstehen, wie ich halb erwartet hatte, sondern Hugo Bergen.

So war dieser endlich gefangen und konnte mir nicht mehr entgehen. Wir reichten uns ziemlich gezwungen die Hände. Sein sonnengebräuntes Gesicht war feuerroth geworden und er sah aus, als ob er am liebsten davongelaufen wäre.

Natürlich erklärte ich ihm sofort, was mich hierher­geführt hatte.

Er verzog keine Miene, selbst nicht, al» ich offen heraus, denn ich war fest entschlossen, zu wissen, warum er sich

uns gegenüber so seltsam benahm, sagte:Sie haben sich lange nicht bei uns sehen lassen, Herr Bergen."

Offen gestanden, Fräulein Christa, weil Ihre Schwester mich nicht gerade gut behandelt hat und ich nicht gern an ste erinnert werde," lautete seine Antwort.So, nun wissen Sie es und mögen mir meiner Offenheit wegen zürnen, wenn Sie wollen."

Ich verstehe Sie nicht, Herr Bergen," gab ich zurück. Wieso hat Gertraud Sie schlecht behandelt?" Und da mir plötzlich ein neuer Gedanke kam, fügte ich rasch hinzu:Um des Himmels willen, wenn Sie etwas erfahren haben, das wir noch nicht wissen, so reden Sie und reißen Sie mich au« der furchtbaren Ungewißheit I"

Hugo strich sich den blonden Bart und schien zu zögern. Endlich aber sagte er:Wäre es möglich, daß Sie während der ganzen Zett nichts von ihr gehört hätten?"

Nichts," antwortete ich hastig.

Ich zog das rosa Papier aus dem Handschuh, wo ich es verborgen hielt, und zeigte es Hugo, ihm gleichzeitig mittheilend, wie es in meinen Besitz gekommen war.

Er las es wiederholt sorgfältig durch, worauf er es mir mit finster zusammengezogenen Brauen zurückgab.

Ich weiß nicht, auf welche Weise es hierher gekommen," sagte er,noch an wen es adressirt ist. Eins aber ist klar wie der helle Tag Ihre Schwester hatte eine Neigung, welche ste au« mir unbekannten Gründen geheim zu halten suchte; und mich benutzte ste als Deckmantel, um alle Welt von der richtigen Fährte abzulenken. Das nenne ich mehr als schlecht an mir gehandelt."

In seinem Zorn bohrte er den Absatz seines Stiefels in den Sand. Ich hatte fein gutmüthiges Gesicht noch nie so finster gesehen; aber wenn es stch wirklich so verhielt, wie er meinte, dann war allerdings sehr schlecht an ihm gehandelt worden.

Das kann ich doch nicht glauben, Herr Bergen," sagte ich, nachdem ich eine Weile über seine Worte nachgedacht hatte. Welchen Beweis von einem solchen Betrug seitens meiner Schwester haben Sie außer diesem fragmentarischen Billet und dem geheimnißvollen Medaillon?"

Welchen Beweis, fragen Sie?" fuhr Hugo auf.So hören Sie denn gleich, was ich weiß- Ich war noch keine