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Arme Kinder.

Zu Gunsten des Berliner Verein« für Kinder« Volksküchen haben eine Reihe angesehener Schriftsteller, Gelehrte rc. Beiträge gespendet, von denen nachstehende mit» gethrtlt seien:

Oeffnet Her, und Hand, die Roth zu lindern.

Seid barmherzig, seid gerecht,

Und Ihr werdet aus des Elends Kindern

Euch erzieh'n ein besseres Geschlecht.

Berlin, 7. November 1894. Julius Rodenberz.

Lieber hungrig schlafen geh'n, hungrig Kindlein seh'n.

Meiningen, 11. DEnber 1894. Rudolf Baumbach.

Die Ihr der hungernden Vöglein

Gedenkt und Futter streut, Gedenkt auch der hungernden Kinder. O kommt und helft noch heut'l

Die Noth ist groß und so grausam, Schont selbst die Kleinsten nicht;

Da steh'n sie erbarmet Euch des Elends! Mit blassem Gramgesicht. . .

Auch Du hilf Thränen zu trocknen, Sie fließen reichlich hier, Dann erst heißt es: »Friede auf Erden" Und Wohlgefallen an Dir.

Basel (Schweiz), 30. December 1894. Alfred Beetschen.

Die Kinder sind die Zukunft unserer Nation. Wer auch nur ein Echerflein dazu beiträgt, daß sie gesund an Leib und Seele heran­wachsen, erwirbt sich ein unvergängliches Verdienst an der kraftvollen Thatenentwicklung des deutschen Volkes.

Berlin, 2. Januar 1895. D ora Duncker.

Kindern wohlzuthun, ist nicht nur die liebenswürdigste, sondern auch die ersprießlichste Wohlthat die einzige, die niemals mit Undank belohnt wird. ,, , ,

getifat. Karl Frenzel.

O schöne Pflicht, zu sorgen für die Kleinen, Die hungrig geh'n auf rauher Lebensbahn! Was Ihr gelhan für der Geringsten einen," Spricht Gott der Herr,das habt Ihr mir gethan.

Berlin. Otto Franz Gensichen.

Neiqe Dich nieder zu den armen, verlassenen Kindern; wer Blumen pflück, n will, muß sich bücken. Wer die kleinen Menschenknospen pflegen Hilst, der bereitet einen Flor blühender Existenzen vor, einen Menschheitssrühling, der die Winternacht des socialen Elends verscheuchen wird. Niemand dankt Dir rührender als ein Kind; denn es dankt Dir naiv und unbewußt; es nimmt Derne Güte so unbefangen ent- aeaen wie den Thau und den Sonnenschein, wie einen Naturvorgang, wie eine Ausstrahlung Gottes; darum schasst Dir kindlicher Dank auch göttliches Empfinden, wahrhafte Seligkeit.

Potsdam. Dagobert von Gerhardt-Amyntor.

Die Wohlthat, die ein Kinderherz erfreut, Gleicht einem Samenkorn, im Lenz gestreut. Es keimt im Stillen; doch in künst'gen Tagen Wird wieder es sür Andre Früchte tragen.

Pankow. Rudolf Kireisel.

Arme, vernachlässigte Kinder sind die furchtbarsten Ankläger der ^haAottenburg, 1. Januar 1895. Riax Kretzer.

Wer der Kleinen Noth zu mindern, Oeffnet milde Herz und Hand, Baut fürwahr den eignen Kindern Sorgend vor ein Zukunftsland.

Was wir jetzt in Liebe säten, Wird in Liebe einst erblüh'n, Unser Nachwuchs wird es jäten, Wenn's zur vollen Frucht gedieh'n.

Güte kann nur Güte wecken, Liebe sprießt aus Liebessaat, Rimmer braucht uns dann zu schrecken Das Gespenst vomZukunftsstaat."

Berlin, 31. December 1894. Harry von Pilgrim.

Laßt die Kindlein zu mir kommen I" ... .

Göttliches Wort voll Erbarmen,

Oft gesprochen von den Frommen

Selten gehört von den Armen!

Jetzt, in vielgeschmähter Zeit

Erst, haben ste's wirklich vernommen, Hilfreich klingt's von Nah und Weit: Lasset die Kindlein.nun kommen!"

Dresden, Weihnacht 1894. Franz von Schönthan.

Die Kinder der Armuth nähren und pflegen, heißt ben Geistes, acker für die Aussaat bereiten.

Berlin. Robert Schmeichel.

Wer ein Kind erquickt, sorgt für die Zukunft seines Volkes. Berlin. Heinrich von Sybel.

Daß Menschen hungern müssen, ist unwürdig und schrecklich, daß schuld- und hilflose Kinder darben, aber der niederdrückendste und beschämtndste Gedanke.

Berlin. - E. Vely.

Vevii Echtes.

Feldmarschall Blücher traf einst seinen Oberstab«« arzt, einen hübschen, aber sehr eingebildeten, stutzerhaften Mann vor dem Spiegel an, in dem er sich wohlgefällig be» trachtete.Doctor," sagte Blücher,ich halte Sie für den glücklichsten Menschen auf Gottes weiter Erde." Warum, Excellenz, wenn ich fragen darf?" forschte lächelnd der Eule.Weil," entgegnete Blücher,Sie in sich selbst verliebt find und Ihnen Niemand darum neidisch ist."

Baron Wichs:Wie ist es Dir in Amerika drüben ergangen?" Baron Faulhuber:Gräßlich, ganz miserabel! Wer dort nicht arbeitet, muß verhungern I"

Bedingung. Schneider:Wünsche ein recht ftohes neues Jahr, Herr Lieutenant, und hier ist die Rechnung." Lieutenant:Nehmen Sie die Rechnung wieder zurück, Meister, sonst kann Ihr Wunsch unmöglich in Erfüllung gehen."

Auch ein Toast. Hausfreund (der aufgefordert wird, einen Toast auf das Geburtstagskind auszubrinaen):Ver» ehrte Anwesende, ich bin kein Freund vieler Worte . . . Kurz und gut, ich schenke meinem Freunde hiermit die zwanzig Mark, die ich noch von ihm kriege! Das Geburts- tagrkmd lebe hoch!"

Eine sänderbare Wette.Sie sind angeklagt, den Herrn Groß geprügelt zu haben. Warum haben Sie das gethan?"Herr Groß .ist der beste Schachspieler." Nun und?"Ich habe gewettet, daß ich den besten Schachspieler schlagen werde."

Zweideutig. Wirth (schmunzelnd):Nun, wie alt schützen Sie das Weinchen?" Gast (probirt):Hm, die Sündfluth hat er mindestens mitgebracht!"

Ein Namensvetter. Besucher:Herzliche Gra» tulation zum neuen Jahr!" Commerzienrath Meter:Wie kommen Sie dazu? Ich kenne Sie ja gar nicht!" Be« sucher:Entschuldigen Sie: ich heiß' auch Meier!"

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Der Dienst des Fernsprechers in München. Der ächte Münchener weiß auch die Telephonleitung praktisch für sich aurzunützen. Er geht zum Director des Telephon« tnstitutes und erklärt:Sie Herr Telephondirector, ich wünsche eine Leitung vom Hosbräuhaus in meine Wohnung." Vom Hofbräuhaus?'Ja, wiffen'S, damit ich'« allemal gleich hör', wenn anzapft wird!"

Redaction: A. Echeyds. Druck und Verlag der Brühl'schen Drucker« (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.