Ausgabe 
25.7.1895
 
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UnterhaltimgsLüatt MM Gießener AnMer (General-AnMger).

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Die Tochter des Meeres

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Inzwischen hatte der Graf einer ganz anderen, von der vorhergehenden sehr verschiedenen Scene beigewohnt.

Langsam und gedankenvoll war er in sein eigenes Zimmer zuriickgekehrt; sein Blick war zu Boden gesenkt, als er die halb offene. Thür ausstteß- Aber als er eintrat, bemerkte er, daß das Zimmir nicht lese war. Ponsford befand sich darin und noch Jemand, der viel anziehender und interessanter war, als der alte Diener. Cora war da mit all' dem Liebreiz und j der edlen Würde, dis weder Müdigkeit noch Kummer noch ^Unglück ganz verdunkeln konnten. "

Des Grafen Herz klopfte bang, als seine Augen dem schüchternen Blick des Mädchens begegneten.

Konnte es denn möglich sein? ... War dieses sein Kind? Sollte Um denn nach so langer Zeit in so hohem Alter ein solches Gluck beschieden sein?

So sind Sie endlich zurückgekehrt, Ponsford?" fragte der Graf, indem er auf des Dieners ehrerbietigen Gruß ein wenig den Kopf neigte und Coras Verbeugung fast noch un­bemerkbarer erwiderte.

Ja, Mylord. Ich habe die junge Person hier mit­gebracht," lautete, die Antwort.

Und was haben Sie entdeckt? Gesteht sie ihr 93er» 6re$en?' fragte der Graf ernst, indem er sich gegen das bleiche, aber gefaßte Mädchen wendete.

Ich habe keines z» gestehen, Mylord," entgegnete sie.

Wirklich! Dann bin ich vollständig falsch informirt worden/ versetzte der Graf, indem er seine innere Bewegung verbarg.Wenn mir die Geschichte richtig erzählt worden ist, so haben Sie sich zwei sehr ernste Vergehen gegen Ihren verstorbenen Wohlthäter und Beschützer zu Schulden kommen lassen. Sie haben eine Werthsache entwendet, die ihm gehörte, seinem Mörder beigestanden, sich durch Flucht der Gerechtigkeit zu entziehen. Es kann Ihnen kaum unbekannt

sein, daß Ihnen für diese beiden Verbrechen eine schwere -Strafe droht."

Soweit mein Gewissen dabei beteiligt ist, bin ich voll­ständig ruhU Mylord," sagte sie.Wenn man mich für schuldig befindet, muß ich die Strafe tragen."

Sie sipd darauf vorbereitet?" fragte der Graf streng.

Ich habe wenig zu verlieren, Mylord. Ich stehe allein in der Welt. Das Leben hat wenig Reiz für mich."

Das klingt Alles recht schön, aber Sie scheinen nicht zu wissen, wüs Ihnen nützen könnte," sagte er.Besser wäre es, wenn Sie Alles geständen und mich dadurch zu Ihrem Freunde machten."

Ich that, was-ich für meine Pflicht hielt, Mylord," sagte sie ruhig.

VUnd was haben Sie über sich selbst zu sagen, daß man Ihnen Glauben schenken kann?" war seine nächste Frage.

Nichts," antwortete sie.Thun Sie, was Sie wollen. Ich bin dieser beständigen Ungerechtigkeiten und Sorgen müde . . . dbkr erspüren Sie mir Aufschub und Fragen."

Graf Treville sah Ponsford fragend an.

Ich kann Ihnen weiter nichts sagen, Mylord," ant­wortete der Diener auf diesen Blick.Ich habe von Frau Falkner gehört, daß diese junge Person sie freiwillig verlassen hat, aber sie weigert sich, mir irgend einen weiteren Aufschluß zu geben."

Jetzt sah der Graf das Mädchen mit traurig bittendem Blick an.

Sie sind so jung," sagte er.Kind, lassen Sie sich rathen .... ich will ja Ihr Vertrauen heilig halten. Ich will keinen Nutzen aus Ihrem Geständniß ziehen. Nur gegen Trotz und Betrug werde ich hart und streng sein- Mein Alter und meine Stellung sollten Ihnen Vertrauen einflößen. Wahrlich, Sie thäten klug, mich zu Ihrem Freund zu machen."

In seinem Tone lag eine unwillkürliche Zärtlichkeit, die Cora bis an das Herz drang, obwohl sie zu oft und grausam getäuscht worden war, als daß der gütige Ton sie sofort er» weicht hätte.

Mylord, ich bin bereit, jede Frage zu beantworten, bis mich allein betrifft," sagte sie mit sanfter Stimme.Aber was den unglücklichen Lord Belfort anbelangt, so werde ich