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UnterhaltungsbLatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).
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Die Tochter des Meeres.
Roman von Ä. Rieola.
(Fovtsetznng.)
„Die Aston ist eine thörichte Frau, deren ganzes Herz an diesem Wüstling hing," erwiderte der Lord bitter,, „aber hier in diesem Falle ist sie weit vom Ziel, denn wir erhielten die schriftliche Bestätigung von Philipps Tode und Begräbniß und reichten dieselbe auf meinen Wunsch ein, um das Gerücht, das sich verbreitete, zum Schweigen zu bringen. Set keine solche Thörin, Marian, sondern gib mir Deine formelle Er» laubniß, den Herzog hierher bescheiden zu dürfen und ich ver« bürge es mit meiner rechten Hand, daß kein solcher Geist bei Deiner Hochzeit erscheinen wird."
„Dar glaube ich wohl, denn ich werde nie mit dem Herzog von Dunbar vor dem Altäre stehen," lautete ihre feste Antwort.
„Mariani" brauste der Graf auf. „Das ist Wahnsinn oder ein schlechter Scherz."
„Entschuldige, Papa, es ist mein voller Ernst. Ich liebe den Herzog nicht und werde ihn nicht heirathen. Ich denke wohl, es wird ihm nicht schwer werden, eine andere Braut zu finden. Netta Faro zum Beispiel ist in einem Jahre eines solchen Preises werth. Meiner Meinung nach thäte er bester, auf sie zu warten."
Und Lady Marian Biddulph soll das Nachsehen haben oder Miß Faros abgewiesenen B. werber, den jungen Belfort, nehmen?" antwortete der Lord verächtlich. „Marian, lieber sehe ich Dich tobt, als daß ich das erleben sollte I"
Die Angeredete war nach der wechselnden Farbe und dem abgewendeten Gesicht zu urlheilen, jetzt weniger gefaßt, aber sie gewann ihre Ruhe rasch wieder.
„34 muß erst noch erfahren, daß da» meine einzige Alternative ist," versetzte sie stolz. „Und wenn der Herzog von Dunbar meine einzige Hoffnung ist, mich vor einer alten Jungfrau zu retten, so werde ich sicherlich nie den Myrthen« kranz tragen. Du kannst ihm dar sagen und ihm wie mir «eitere Unannehmlichkeiten ersparen."
„Mit diesen Worten?"
„Ganz wie Du willst! Ich überlaste es Deiner Geschick«
lichkeit, ihm meine Antwort in der geeignetsten Weise zu überbringen," sagte sie in demselben herben Tone.
„Das werde ich allerdings nicht thun," erwiderte er streng. „Ich werde einfach um eine kurze Frist bitten, damit Du Dir den unerwarteten Antrag überlegen kannst und gleich« zeitig unsere Einladung, uns zu besuchen, wiederholen."
„Ganz wie Du willst! Aber bedenke wohl, daß ich nicht verantwortlich bin für die möglichen Folgen, die daraus ent« stehen könnten. Du weißt, daß ich meinen Entschluß selten ändere . . . hier würde ich e« nicht thun und wenn ich morgen Schloß Biddulph und Alles, was dazu gehört, darum verlieren sollte. Da wir uns aber jetzt verständigt haben, werde ich Tomkins klingeln. Ich gedenke übrigens heute Nach« mittag nach Villa Faro zu fahren."
Selbst Lord Marston, so sehr er auch an die Launen seiner excentrischen Tochter gewöhnt war, konnte sich über ihre außerordentliche Ruhe bei einem so aufregenden Ereigniß, wie die Werbung eines Herzogs und feine eigene Mißbilligung waren, eine» halb bewundernden, halb zornigen Staunens nicht erwehren.
„Wirklich, Marian," Hub er an, „ich ..."
Aber Marians Zug an der Klingel wurde so eiligst gehorcht, daß der Satz unvollendet blieb und des Dieners Erscheinen hinderte den Lord an ferneren Reflexionen.
Tomkins klirrte mit dem Porzellan, ließ einen silbernen Präfentirteller fallen und stieß mehrmals mit solcher Heftigkeit an des Lords Stuhl, daß dieser es nicht länger ertragen konnte.
„So feien Sie doch etwas vorsichtiger, Tomkins," verwies er ihn- „Sie misten, daß ich kein Geräusch in meiner Gegenwart dulde."
„Ja, Mylord, er thut mir leid," sagte der Diener in wenig bescheidenem Tone. „Mich haben wohl die traurigen Nachrichten, die der Postbote brachte, etwas aus der Fassung gebracht."
Der Graf war zu stolz, um sogar nach einer solchen Herausforderung zu fragen, und Tomkin» mußte schon au» freien Stücken etwa» mehr berichten.
„Haben Mylord gehört, daß Lord Faro und der junge Belfort ein Duell miteinander gehabt haben und daß Lord


