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bin sich durchringen; Lheresens Geist schwebt über ihnen — versöhnlicher als die Menschen find."
„Onkel Eduard," rief das junge Mädchen, als er zu ihr trat, und ihre Stimme zitterte, „gut, daß Du kommst — Du mußt mich nach Hause bringen."
„Schon jetzt, Liebling? Du hast ja noch allerlei Kram hier liegen."
„Ich kann nicht länger verkaufen," wiederholte fle flehend, „sag' der Fürstin, ich sei nicht wohl, aber nur bringe mich fort — an die Lust — ich ersticke sonst."
(Fortsetzung folgte)
Gsin-iniEtziges.
Gardinenwäsche. Will man recht lange Nutzen von den Gardinen haben, so müffen sie vor allen Dingen sorgsam in der Wäsche behandelt werden. Nachdem sie abgenommen und tüchtig ausgestäubt sind, müssen sie ganz gleichmäßig zu- sammengelegt werden, d. h. nicht zu dick, damit sie genügend bearbeitet werden können- Denn so wie sie jetzt zusammengelegt sind, müffen sie die ganze Wäsche hindurch bleiben, bis zum Aufhängen. Dann lege man sie in das Waschfaß und weiche sie mit warmem, reichlichem Sodawafler ein. Sehr gut ist es, wenn man die Gardinen eine Nacht im Waffer liegen läßt- In diesem Sodawasser werden sie nun hin und her gespült und dann vorsichtig durch die Wringmaschine gegeben, ohne die Falten auseinander zu nehmen. Ob man sie dann erst wieder in reinem Seifenwasser waschen oder gleich in Seifenwasser kochen will, kommt darauf an, wie schmutzig sie waren. Man kann sie ziemlich lange in gutem Seifenwasser, aus dem sie nachher herausgewaschen werden, langsam kochen lassen. Ehe man sie dann in verdünntes Fleckenwasser gibt, ist es rathsam, sie noch einmal in Seifen- waffer zu waschen. Wenn man sie hernach aus dem Fleckenwasser herausgewrungen hat, ist es angebracht, sie noch einmal durch kochendes, reichliches Waffer zu ziehen, bevor man sie in kaltem spült. Hernach blaue oder gelbe und steife man sie. Zum Gelben wird Crsmestärke und Ocker empfohlen. Von letzterem gebe man dann etwas in ein Stück Zeug und mache einen Gelbextraet davon, um von diesem nach Belieben zu der gekochten Crsmestärke zuzunehmen. Es ist falsch, wenn man meint, die gegelbten Gardinen brauchten vor dem Gelben nicht blendend weiß zu sein. Gerade dadurch, daß die dicken Gewebe ganz weiß und klar sind und nach dem Gelben hellgelb und sauber heraustreten, erhalten die Crsmegardinen ihre Schönheit. Mit Thee zu färben ist unrathsam, er gibt nie eine hübsche reine Farbe. Wenn die Gardinen völlig trocken sind, feuchte man sie mit warmem Wasser dermaßen wieder ein, daß sie völlig naß sind, und kaffe sie so eine Weile liegen. Dann lege man sie gleichmäßig zusammen und mangele sie recht lange, bis sie schön blank und glatt sind, heste sie in Falten an die Gardinenbretter, lege die Bretter wieder auf ihre Haken und lasse die Gardinen ganz gerade vor den Fenstern niederfallen. So müssen sie etwa 3/< Stunden hängen, daß sie im Hängen etwas austrocknen, aber nicht ganz. Dann lege man sie in die gewünschten Biegungen, z. B. in Gardinenhalter, oder oben in Bogen, ganz wie man sie wünscht. Mit der rechten Hand legt man die Falten, mit der linken macht man sie von der Fensterseite her hohl und rundlich. Nun trocknen die Gardinen ganz in der Form an, die man ihnen gegeben hat, und halten sich vorzüglich im Arrangement. Durch dieses Verfahren kann man sich die große Mühe des Plättens sparen und die Gardinen noch einmal so lange haben.
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Regeln für die Taubenzucht. Warum wohl die Lauben hohe Schläge lieben? fragt sich wohl Mancher. Die Feldtaube und das ist die für den Landwirth empfehlens
wertheste, will, ehe sie ausfliegt, Umschau halten, ob kein Stößer oder andere Raubvögel in der Nähe find, und dazu dient die hohe Warte. Sie ist früh am Tage munter und zur Sommerzeit kann man sie schon um 2 Uhr Nachts im Schlage rucksen und rumoren hören; sie liebt darum den sonnigen, gegen Morgen gelegenen Schlag, dagegen verlangt sie zum Brüten Dunkelheit und vertiefte Plätze. Es empfiehlt sich fächerförmige Einteilung der Brutplätze ähnlich eines Registratur- oder Actenschrankes. Die Fächer sollten mindestens 40 Centimeter Länge und Breite und 28 Zentimeter Höhe haben; bei dieser Einrichtung ist dem Eierzerstören vorgebeugt, das nur hauptsächlich dann geschieht, wenn überflüssige Tauber vorhanden. Wenn es immerhin möglich, lasse man Nachts den Schlag offen, sofern derselbe so gewählt, daß keine Miss und Marder Besuche abstatten können. Bei offenen Schlägen siedelt sich äußerst gerne die gelbe große Eule an und hält dieselbe sehr gut Haus mit den Tauben. Solange ich solche Eulen im Schlage hatte, hatten die Tauben Ruhe vor den Ratten; seit mir aus Ungeschicklichkeit das treue Eulenpaär getödtet, habe ich Verlust über Verlust durch nächtliche Rattenbesuche.
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Für einzelne Papageiarten ist Petersilie Gift und wirkt lähmend, unter Umständen sogar tödtlich. Man hüte sich deshalb, sofern die Thiere an Weichfutter, wie Kartoffel, gekochtes Fleisch zc., gewöhnt sind, diese Speisen zu verabreichen, wenn sie mit einem Zusatz von Petersilie gekocht sind.
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Gebackene Akazienbiüthen. Die Blüthen der weißblühenden Trauben-Akazien werden sauber abgestäubt, bamil nicht etwa Thierchen daran haften bleiben, dann in eim guten Eierkuchenteig getaucht und in kochendem Fett gebacken, mit Zucker bestreut und heiß angerichtet. Ebenso werden auch junge Weinblätter gebacken. Man gibt dies Gebäck zum Nachtisch oder Kaffee.
V-piMeht-s.
Sonderbar. „Nun, wie vertragen Sie sich mit Ihrem jetzigen Compagnon?" — „Ach, hören Sie mir auf! Mit dem muß man sich fortwährend Herumstreiten, wenn man mit ihm auskommen will!" ♦ ♦ ♦
Verfehlt er Vereinszweck. „Wie, Herr Schulze, Sie sind aus unferm Sparverein ausgetreten? Ja, warum denn eigentlich?" — „Ja, wissen S', weil ich da am Vereinsabend immer so viel Geld an'bracht hab'." ♦ * ♦
Schon wahr. Leidtragender (zum Leichenbesorger)' „Werden Sie denn auch Alles, was zur Bestattung erforderlich ist, ordentlich besorgen?" — Leichenbesorger: „Haben ©'< keine Furcht, von all' den Leuten, die ich habe begrabe helfen, hat sich auch noch nicht ein einziger beklagt I"
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Bestohlen. Herr (im Weggehen, zum Hoteldiener): „Ich bin bestohlen worden während meines Aufenthaltes hier." — Diener: „Guter Gott, Herr; verschlossen Sie denn Ihrs Thüre nicht? Haben Sie eine Idee, wer es gethan hat?" — Herr: „Ja, Ihr Herr, hier sehen Sie diese Rechnung!
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Abgeblitzt. Sie: „Aber, Karl, Du sagtest immer, Du wolltest mir die Ehe zum Himmel machen und jetzt weigerst Du Dich, mir das seidene Kleid zu kaufen!" - Er: „Aber, mein Engel, im Himmel kannst Du doch kein seidenes Kleid brauchen!"
Mdaetiau: A, Gcheyd a. — ©rat! und Vertag der BrLhl'scheu Universttärs-Buch- und Strindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


