Ausgabe 
23.3.1895
 
Einzelbild herunterladen

Der andere Lag brachte den Baron Eggonsberg in ziem- liche Aufregung in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten und ungeduldig wartete er auf das Erscheinen der Kutsche, die ihn dahin führen sollte, wo er die Aufklärung über del Bassos gehstmnißvolles Thun erwartete.

Es war schon Nachmittags drei Uhr und die Kutsche war noch nicht erschienen. Eggonsberg wurde unruhig und hielt sich sür gefoppt, zumal er vor einer Stunde auch von dem Bankier erfahren hatte, daß del Basso sein ganzes Guthaben, bestehend in der Hälfte des gestrigen riesigen Gewinnes, heute Morgen sehr zeitig durch einen bevollmächtigten Notar hatte abholen lassen.

Da auf einmal fuhr eine herrschaftliche Equipage vor dem Hotel vor, ein Diener sprang vom Kutschersitze herab und fragte im Hotel nach dem Baron Eggonsberg. Bald stand der Diener vor dem Baron und überreichte diesem ein Billet von del Basso. Wenige Minuten später saß Eggons­berg in dem Wagen und im scharfen Trabe fuhr derselbe davon. Der junge Baron merkte bald, daß der Wagen der Meeresküste entlang fuhr. Wetter, immer weiter ging es durch die liebliche Landschaft, bis nach etwa zweistündiger Fahrt der Wagen vor einer stattlichen Villa hielt.

Schon am Thore erwartete del Basso den Baron u d begrüßte ihn sehr freundlich.

Wo bin ich? Wem gehört diese schöne Villa?" frug Eggonsberg nach der Begrüßung.

Das erfahren Sie später, jetzt ist es gut, daß Sie nicht wissen, wem da« herrliche Landhaus gehört. Sie bleiben doch zum Diner hier, lieber Baron, wir dtniren hier gewöhnlich erst um sechs Uhr. Bitte, sehen Sie sich ein wenig den hüb­schen Garten an, inzwischen werde ich Sie den Herrschaften anmelden."

Del Basso trat in die Villa und Eggonsberg ging in dem Garten umher. Er bewunderte die prachtvollen Rosen und südländischen Blumen und blieb dann erstaunt vor einer herr­lichen Epheulaube stehen, in welcher eine junge Dame saß.

Eggonsberg grüßte die Dame freundlich und bat um Entschuldigung, wenn er störe, er sei von seinem Freunde del Basso eingeladen worden, sich den Garten anzusehen.

Die junge Dame antwortete ihn unbefangen und natür­lich wie ein Kind und zu Eggonsberg Erstaunen statt in französischer Sprache, wie er nach der Landessitte erwartet hätte, in wohlklingender deutscher Sprache.

Ah, ich habe wohl die Ehre, eine Landsmännin hier zu sehen!" rief Eggonsberg freudig und stellte sich der jungen Dame vor.

Ich bin nicht aus Deutschland, sondern aus Oesterreich und zwar aus Triest," erwiderte die junge Dame leicht er- röthend,aber in unserem Hause wurde viel Deutsch ge­sprochen, obwohl man sich in Triest mit Vorliebe der italieni­schen Sprache bedient."

Eggonsberg verneigte sich dankend sür diese Antwort, war aber etwas betroffen, daß die junge Dame ihren Mamen nicht sagte, obwohl er sich ihr vorgestellt hatte. Aergerlich hätte er sich sicherlich von ihr abgewandt, wenn sie in ihrer lieblichen Erscheinung, mit ihrem sanften Antlitz, ihren dunklen Augen und braunem Haar ihm nicht so gut gefallen hätte und er doch auch gern wissen wollte, ob die junge Dame die ge- heimnißvolleLuise" war, die del Basso an ihn verspielt hatte und die er heirathen sollte, wenn sie ihm gefiele.

Wohnen Sie schon lange hier in dieser schönen Villa, gnädiges Fräulein?" frug Eggonsberg dann.

Drei Jahre, sind es nun, daß ich mit meinem kranken Vater hier etntraf. Mein Vater starb vor zwei Jahren und vertraute mich dann seinem Freunde Herrn del Basso an, der mein Vormund ist."

Ein heißer Blutstrom schoß jetzt dem jungen Baron nach dem Kopfe. Das Räthsel war gelöst, die junge Dame war unstreitig die geheimnißvolleLuise" und del Basso hatte für sie, als ihr Vormund, auf originelle Weise einen Gatten gesucht.

Leben Sie allem mit Ihrem Herrn Vormund in L Villa?" frug Eggonsberg.

Meine Gouvernante Fräulein Gutta und meine & zieherin Madame Berg wohnen noch hier. Ich mußte bi vor Kurzem noch viel lernen, sie waren alle sehr streng mich. Doch vor einigen Monaten wurde ich siebzehn Ich alt und da hat das ewige Studiren endlich aufgehört."

Sie besuchen und geben nun viele Gesellschaften, A und Concerte?" frug Eggonsberg weiter.

O nein," erwiderte lachend die junge Dame.Ach halb der Tanzstunde habe ich noch nie einen Ball bete Herr bei Basso meinte, das hätte Zeit. Ich liebe auch tz Natur und das reizende Landleben so seht, daß ich Bälle k Gesellschaften nicht gerade vermisse."

So ein einfach und natürlich empfindendes Mich wäre mir als Frau schon recht," dachte der LandedeluU s Baron Eggonsberg,denn eine verwöhnte Weltdame wt I nicht nach meinem Geschmack."

Darf ich Ihnen den Garten zeigen?" frug jetzt' junge Dame und trat anmuthig neben den jungen Baron

Wenn Sie die Güte haben wollen, gnädiges Fräulei, erwiderte Eggonsberg,aber darf ich nun auch um werthen Namen bitten?"

O, verzeihen Sie, ich vergaß vorhin, Ihnen meint Namen zu sagen, ich heiße Luise von Vechta," erwiderte di junge Dame und wurde hochroth im Gesicht vor Verlegschi! denn Eggonsberg- große, treuherzige Augen schienen d/e M Mädchengestalt allmälig verschlingen zu wollen.

Ich danke Ihnen," sagte er freudig und wie eine Eik eilte sie vor ihm hin und zeigte ihm die Schönheiten te Gartens.

Eggonsberg war ganz entzückt von der natürlichen L muth und Liebenswürdigkeit der jungen Dame und er daß er müßte sie für sich gewinnen, auch wenn er sie nachd: Bassos Worten nicht schon gewonnen hätte.

Plötzlich faßte Eggonsberg die zarte Hand Luisens ui sagte mit bebender Stimme:Fräulein, es ist eine W Kühnheit von mir, aber ich gedenke bald nach DeulM« zurückzukehren und werde wohl so bald nicht wieder hich kommen. Ich wünsche mir von Herzen eine so liebenswüch Braut, wie Sie eine sein könnten, wenn ich Ihre Liebe t: werben könnte. Darf ich vielleicht wiederkommen, darf it Ihnen schreiben?"

Das junge Mädchen stand ganz verwirrt, in holder L legenheit und mit niedergeschlagenen Augen vor ihm und saz dann leise:Sie dürfen wiederkommen, wenn es mein Br mund erlaubt."

Verbindlich zog Eggonsberg die kleine Hand Luis« an seine Lippen und heftete einen Kuß darauf. Dann ei floh aber das junge Mädchen wie ein neckischer Kobold ir Eggonsberg blickte ihr klopfenden Herzens nach.

Von Fern« näherte sich ihpi auf einem Kieswege je del Basso.

Nun, Herr Baron, wie gefällt Ihnen mein Mündel, I kleine Luise," fragte er, näher tretend.Können wir i Verlobung proclamiren?"

Von Herzen gern, Sie Zauberkünstler!" sagte freuli Eggonsberg und schüttelte del Basso die Hand.

Das freut mich um des guten Mädchens willen, d' sie einen so braven Mann bekommt. Nun hängt e» aber' Ihrer Großmuth ab, Herr Baron, ob Sie mir verz^ können und mich noch ferner als Freund ansehen wolle fuhr del Basso in seltsamer Erregung fort.Ich will M und ehrlich sein. Gestern Morgen, als ich Sie traf, w# ich mir eine Kugel durch den Kopf schießen, denn ich * ein ruinirter Spieler und sogar so elend und erbärmlich ^ wesen, und hatte, als mein Vermögen ruinirt war, auch d« mir anvertraute Vermögen Luisens angegriffen. Da W ich in meiner Verzweiflung einen Menschen, der Glück F j und fand einen solchen in Ihrer werthen Person, um » an der verfluchten Spielbank zu rächen und wenn ittogw auch das Verbrechen gegen mein Mündel wieder gut zu w®

Wie es Mit bei ich meh und übi geachtet einer c testamei That, Sir m fehlte?' berg ge den ver mein G über C gestern hätte, r biee ha c

und Si Danken ließ! ; werbe 1 lassen."

s ff*

frug E kauft u geben, proclan wird, t hat, roi s If* wahr, Hazarb fuhr bi erregt 1 aber w Spieler mein S < vor bi bewegt Stelle Großer

S mittag

n'A AHNUN!

mittag Summ- verspiel

Ei längere

sich nik denn « sich wo Raben

jungen da» Hc

Ui dichter" ausfühl gegeben