Ausgabe 
23.3.1895
 
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KterhaltungsblaU zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).

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Die Nemesis.

Novelle von W alt e r H o g a rt h.

sSchluß.)

Ich spiele nicht wieder! Ich bin ruinktl". stöhnte der Rittmeister.

Warum folgten Sie meinem Rathe nicht," erwiderte del Basso ruhig.Ich kann Sie nicht bedauern. Sie sahen doch auch Ihr Unglück vor Augen und hörten nicht auf den Rath eines alten Spieler«, der sich aus denselben Gründen ruinirte wie Sie!"

Raben starrte den Sprecher ungläubig an und sagte dann:Nun, Sie haben doch jetzt die Bank sprengen helfen, Baron Eggonsberg schwimmt infolge Ihrer Rathschläge im Golde und wird Ihnen dankbar sein."

Baron Eggonsberg ist mir nichts schuldig," erwiderte del Basso.Außerdem brauche ich nichts, denn ich gedenke bald zu sterben."

Was sind dies für Worte, mein Freund?" rief jetzt Eggonsberg.Wir theilen den Gewinn, lieber del Basso, denn Ihnen verdanke ich ja Alles. Wäre ich heute Morgen Ihnen nicht im Gebirge begegnet, sch glaube, ich läge jetzt todt in dem Gebirgssee, so verzweifelt war ich und so zer- fallen mit meinem Schicksale. Die Hälfte des Geldes gehört unbedingt Ihnen, mein lieber del Basso."

Ich kann es nicht annehmen," erwiderte del Basso.

Sie müssen es nehmen, bei meiner Cavaliersehre!" er» klärte Baron Eggonsberg.Und wenn Sie das Geld nicht für sich verwenden wollen, so nehmen Sie es zu einem guten Zwecke!"

Da verklärte sich plötzlich das bleiche Antlitz del Bassos, er umarmte und küßte den jungen Baron und rief ganz ent­zückt au«:Ja, zu einem guten Zwecke will ich das Geld Nehmen, mein lieber Baron. Sie sollen davon noch hören-"

Ich kann heute keinen Menschen und noch weniger einen Freund unglücklich sehen, ohne den Versuch, zu helfen, gemacht haben," sagte jetzt Eggonsberg zu Raben.Hier, lieber Rtttmeister, nehmen Sie zehntausend Francs! Sie haben Un­glück gehabt, Sie erklären sich sogar für ruinirt. Ich leihe

Ihnen diese Summe aber gern und gebe Ihnen mein Ehren­wort, daß ich, so lange Sie sich nicht in guten Verhältnissen befinden, weder Zinsen noch Capital von Ihnen fordern werde. Wenden Sie das Geld gut an I Für heute Adieu! Ich wünsche den Rest des Abend» mit meinem Freunde del Basso allein zu verbringen."

Nachdem Eggonsberg und del Basso ihren großen Gewinn bei einem soliden Bankier deponirt hatten, begaben sie sich in Eggonsbergs Hotel, um zu soupiren.

Bald saßen die beiden Männer vertraulich zusammen und als das Souper beendet war und sie zufrieden lächelnd ihre Cigarren rauchten, begann Eggonsberg:Lieber del Basso, Sie verzeihen, wenn ich Sie jetzt ernsthaft frage, wie es eigentlich mit unserer Angelegenheit wegen der jungen Dame steht, die ich im Spiel gewonnen haben soll."

Darüber kann ich Ihnen jetzt keine Auskunft geben," erwiderte del Basso sehr ernst und sein Antlitz nahm einen düsteren Ausdruck an.Morgen Nachmittag sollen Sie Alles erfahren und können dann entscheiden, ob Sie die junge Dame heirathen wollen oder nicht. Ich lasse Sie früh neun Uhr in einer Kutsche abholen."

Fahren Sie nicht mit mir?" frug Eggonsberg.

Nein, nein," erwiderte del Basso,ich habe vorher noch wichtige Geschäfte zu erledigen und werde überhaupt in einer halben Stunde abreisen."

Wie, Sie wollen heute Abend noch fort?"

Jawohl, es muß sein. Ich reise lieber gleich jetzt ab. Auf Wiedersehen morgen Nachmittag, Herr Baron! '

Del Basso nahm Hut und Mantel und verschwand. Eggonsberg blieb kopfschüttelnd zurück und streichelte Nero, den großen, schwarzen Hund, den er von del Basso heute Morgen gewonnen hatte.

Wie soll das Räthsel gelöst werden?" rief Eggonsberg ein über das andere Mal halblaut aus und ging unruhig in seinem Zimmer auf und ab.Ich werde doch keinem Gauner in die Hände gefallen sein! Aber nein, nein, dazu ist del Basso zu anständig, zu nobel. Nun, wr werden ja sehen, was der morgende Tag bringt und auf die Bekanntschaft der jungen Dame bin ich jetzt wirklich gespannt."

Darauf begab sich Eggonsberg zur Ruhe.