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warme Decken gehüllt, da« einen fünfjährigen Buben krampf» haft an sich brückte. Zur Seite lehnte matt unb kraftlos Anton; er betete mit gefalteten Händen. . . .

Er machte einen Griff nach der Thürkante, um ein Ende zu machen.

Aber mit einem von Schluchzen vermischten Angstschrei faßte ber Sohn über bie Schwelle nach ben Änieen be« Vater«.

»Mich laß hier liegen, laß mich umkommen im Schnee, aber nimm mein Weib unb Kind bei Dir auf!"

»Nein geht dorthin, wo Ihr herkommt I"

Heber be« Knieenden Gesicht rannen heiße Thränen Alle« verspielt auch ben letzten Funken Mitleid, ben er noch zu erwecken hoffte in der Vaterbrust I Ex griff mit blinden Augen nach seinem Hut, der im Schnee lag unb stützte sich rum Aufstehen an ba« «elänber der Stufen.

Der Bauer zog an der Thür, um sie zu schließen. Jetzt tönten vom Dorfe her plötzlich zwei Glöcklein durch die Nacht. Mit welchen Empfindungen vernahm sie der Unglückliche? Die Klänge riefen nur noch einmal im Iahte zu so später Nachtzeit zur Kirche.

Unb Stephan? Dachte er in diesen Minuten vielleicht doch noch einmal zurück an die Zeiten, wo er zu dieser Stunde mit seinen beiden Buben nach der Kirche ging? Wie die sich in ihre Pelze wickelten und durch den Schnee stampften I Der vor ihm wat auch einer davon trotz allem aber nein!

»Heilige Nacht I" jammerte der Heimgekehrte beim Weihe» klang der Glocken- »Weihnacht und mein Weib stirbt stirbt!" schrie er laut auf. »Hört Ihr'«, Vater! Sie stirbt und ich kann ihr nirgend« eine Stätte bieten. Wir sterben auf der Landstraße in der heiligen Nacht!"

Lautlos stand der Stephan, noch immer die Hausthüre

III.

Nachdem der Stephan feinen Knecht fortgeschickt hatte, ging er in« Hau« zurück und lief unruhig, Worte vor sich hinmurmelnd, in der Stube auf und nieder.

Sein Weib wat schon zwei Stunden bei Bekannten im Dorfe, wahrscheinlich ging sie mit denen jetzt in die Kirche.

Der Knecht mochte etwa eine Viertelstunde von de« Stephan« Hof mit dem Schlitten fort fein, al« die Anns Marie dennoch unerwartet kam und ihren Mann zu bewegen suchte, in die heilige Nacht»Messe mit ihr zu gehen.

Der Stephan that ihr den Willen jedoch nicht.

Kleid' auch Du da," sagte er, »auch im Hause kannst Du beten. Ich denk', Du hast bald Gelegenheit dazu."

Sie verstand ihn nicht, er aber sagte nur noch:Geh' hinüber in« Hinterhaus, die große Stube ist geheizt. Warte dort, bi« Du zu thun bekommst und wenn nöthig, laß den Doctor und den Pfarrer holen- Leicht ist'« möglich, daß heut' Nacht dort Jemand stirbt." B

»Jesu« Maria!" schrie die Bäuerin.

Mich aber laß allein ich will nichts hören!" Ex sagte da» fest und bestimmt, drehte sich auf dem Absätze um und stieg die Treppe hinaus. Oben sprang an der Thür ein Riegel vor; der Stephan hatte sich eingeschloffen.

Kopflos geworden, rannte die Bäuerin in« Hinterhaus; sie brauchte nicht lange zu warten. Bald kamen sie und in dieser Nacht ward viel geweint und gebetet. War sie doch

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^nb^i^ßeuAkXAfiJJÄ bet mit der einen I Der verlorene Sohn war allein; die Thür be« Vater» W Ät Ä I Hauses hatte sich vor ihm geschloffen.

»H Was soll«? rief er hinan». I »Wir sterben auf ber Landstraße!" murmelte er. »Da«

iOr Hm erhob sich nicht; er sank nur noch I 8008 be6 Comödianten"

JÄT. r* Änie« den weichen Schnee. Seine Brust I Ä ,Bedächtig staub er auf, nickte vielmals traurig mit dem ?agte in schwerem Kampfe unb endlich öffnete er bie Lippen, I ^pfe und ging langsam, sehr langsam davon.

hob die Hände zum Stephan hinauf. I Die Beine schmerzten ihn von dem Daliegen unb in seinen

»Vattt--- I Schuhen stand da« Schneewaffer-!

di» nttÄt< ,erfi £atf zusammen, daß ihm beinahe I 3« Dorfe läutete e« immer zu; die Klänge mischten sich

bann aber trat er einen Schritt I "it dem lauten Heulen de« Hunde«. J- Der Stephan Hieb iurüd, um mehr Uebersicht zu bekommen. I eine lange Weile regungslo« hinter der geschloffenen Thüre

9Paa $ benn da«? Mein Herr Sohn vom I ehe er sich hastig umwandte unb durch'« Hau» schritt-

Kunstgewerbe ? I Er öffnete die HinterthÜr und trat in ben rückwärtigen Hof»

Mit finster zusammengezogenen Brauen unb starrem Blick I tourm- R« gegenüber lag ba« Gesindehau», ein nicht allzu» Saute er in ba« von tödtlicher Angst zerrissene Antlitz seine« I «1°^««, einstöckige« Gebäude- Eben trat ein Knecht und eine ® 6 k m I M°gb heran« unb standen Im Begriff, nach der Kirche zu

. »atoUr, um der Heiligen Willen, nimm mich bei Dir I gehen-

aus' «ef der Knieende und machte Miene, sich zu erheben. I »Bleibt!" rief ihnen der Stephan mit sonderbarer Stimme -Bleib, wo Du bist!" gab ihm der Alte zurück und seine I ent6,efe?e .l'^^ne die ooere Stube, Katharin, und feuere ein,

Stimme schwoll immer mehr an.Du bist am richtigen I T S bi~ rooP' Du hast mich verstanden?" setzte er hinzu,

Ort! Auf den Stufen de« Hause«, dem Du die SchaM ae" al* Magd ihn erstaunt ansah.Marsch!"

bracht hast!" ' ' oie etpanoe ge» I Die Magd verschwand sogleich im Glstndehau». Noch

»Kannst Du nie vergeben, Vater?" I Hh ihr der Knecht verwirrt nach, al» Ihn der Bauer am

»Heiß mich nicht so ich bin Dein Vater nicht mehr!" I atm "Sm und bi« zur Hausecke führte.

tönte e« hart unb unerbittlich ihm entgegen;Du hast ben I ^^hstDu ben Menschen bort auf der Straße, Caspar?" alten Bauernstolz verlacht, unsere Ehre mit Füßen getreten I Q 2naR auf der eine Biegung machenden

trage jetzt Dein Loo«! Dort, steh' hinüber der I pudstraße im grellen Mondlicht eine Gestalt sehr langsam Stephan zeigte nach dem Kirchhofedort drüben liegt I bem

mein Sohn, den sie mir im Franzosenland erschossen haben: I "Udilich, Bauer," antwortete Caspar.

da« war mein einziger, letzter einen anderen habe ich I ben kleinen Marktschlitten und schirre schnell ben

«W mehr. Da brüben liegt auch eine alte Frau, ber ein d ^g« Du'« fertig bringst. Dann fahre

Schanbbube ba« einzige Kinb nahm und unglücklich machte." I ^m Menschen dort nach und komme nicht eher wieder, al«

»Unglücklich - ja! Und wir hatten un« doch nur zu Snbr Jemand, der bei ihm ist, mit»

lieb," stöhnte der Sohn. »Vater, habe Mitleid mit ihr JS btin0l

meinem Kinde I" 9 I Der Knecht peitschte auf den Schimmel unb über bie

Ein laute« Lachen schlug ber Stephan auf. I ^mneefläche sauste der leichte Schlitten dem Dorf entgegen,

«Also mit Familie ist man da? Möchte sich wohl nach | e langsamer kam er nach Verlauf einer halben Stunde einem verlotterten Leben zur Ruhe setzen I Ein schöne» Weih» I iut t. Ä ,

nachttgeschenk! Tragt Euer Loo« Alle miteinander; habt I , S'ben dem Pserde lief der Knecht mit langsamen S tritten, t« Euch ja selber bereitet!" I im Innern be« Schlitten» aber lag ein sterbende» Weib in