Ausgabe 
21.9.1895
 
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Ihr Vermächtniß.

Roman »en Maximilian Mergelt*

(Fortsetzung.)

So hören Sie bentt, gnädiges Fräulein," begann Hell« mutt).An jenem Tage, bevor ich das erste Mal nach Wil« denau kam, da träumte ich einen gar sonderbaren Traum. Ich wandelte lange durch einen herrlichen Wald und war froh und glücklich gestimmt. Die Vögel sangen so schön, so wunderbar, wie ich sie nie zuvor gehört. Von den Ufern einer idyllischen Waldsees folgte ich dem Ruse einer Taube, einer gleichen, auf deren Locken ich Sie aufmerksam machte, als wir das Gestell überschritten. Als ich mich endlich in der Nähe glaubte, da verstummte der Ruf und lange suchte ich den Vogel in den Wipfeln der hohen Eichen. Allein es war vergebens. Doch am Stamme eines hohen Baumes, der weithin seine Zweige ausbreitete, fand ich Sie, gnädiges Fräulein, schlafend auf weichem Moose im hohen Farrnkraut. Mit inniger Rührung habe ich Sie lange betrachtet; auf Ihrem Busen trugen Sie eine weiße Rose, umgeben von Ver­gißmeinnicht. Auf meine Rniee fiel ich nieder und wollte sprechen, aber ich fand keine Worte und als ich dennoch sprechen wollte da erwachte ich. Al« ich am Tage darauf zu Ihnen kam, da brachte ich Ihnen ein Bouquet mit den näm« lichen Blumen, vielleicht erinnern Sie sich noch? Ich sah, daß Ihnen diese Blumen Freude machten und war hoch beglückt."

Still hatte Gertrud diesen Worten gelauscht, ein heiliger Ernst blickte so feierlich aus ihren edlen Zügen, als ginge sie zum Tisch des Herrn am Charfreitage.

Herr Ingenieur," sagte sie ergriffen,ich erinnere mich wohl Ihrer Blumen noch an demselben Abend habe ich sie dem Bouquet entnommen und aufbewahrt. Alle Morgen und alle Abende halte ich sie in meinen Händen," sprach sie mit kaum hörbarer Stimme und gesenkten Augen,und wenn ich auf die Blumen blicke, dann dann denke ich an Siel"

Aber diese Blumen werden welken 1"

Es schadet nichts, sie sind mir dann ebenso lieb," er«

Samstag de« 21, September -

widerte Gertrud und ihre Augen suchten dar Haideblümchen, das zwischen Moos emporsproßte,hat doch ein welkes Röschen im vergangenen Jahre am Tage der silbernen Hoch­zeit meiner Eltern eine gar bedeutende Rolle gespielt."

Und wenn ich Ihnen nun für diese welken Blumen etwas anbiete, das immer frisch bleibt, so lange er Gott ge­fällt," und er legte die Hand auf sein Herz,war würden Sie dann sagen?"

Dann dann," erwiderte sie mit zitternder Stimme, dann würde ich er dankbar annehmen."

Ach, Gertrud meine liebe Gertrud," rief Hellmuth leidenschaftlich und umschlungen hielt sich ein Paar in seligen AugeMicken; ein Paar, dar keine Worte fand und befielt Gefühle auszudrücken nur die Sprache sagt, die dar Herz durch'« Auge spricht.

Mein Karl," sagte sie leise und Freudenthränen glänzten in ihrem Auge. c ,,

Glückliche Menschen standen unter der Eiche, welche wie schützend ihre Zweige ausbreitete. Liebevergefien standen sie lange und empfanden, wie stürmisch die Wellen be« Herzen« hervorbrachten ben Götterfunken, der so lange in der Tiefe geschlummert und nun zur Höhe steigt, die ihn einst gegeben.

Laß uns, meine liebe Gertrud, alle Jahre nach dieser Stelle gehen, wo wir uns heute Liebe und Treue sür's ganze Leben gelobt!"

Tief in die Eichenrinde schnitt Hellmuth zwei verschlungene Herzen, dann traten sie eiligst den Rückweg an.

Wir wollen unsere liebe Gesellschaft noch nichts merken lassen, hörst Du, Gertrud, e« soll eine Ueberraschung werden. Und wenn der Papa aus Marienburg zurückkommt, so schreibst Du es mir sogleich, meine liebe wilde Trude."

Die Abendsonne warf die schrägen Schatten der hohen Tannen bi« in die Hälfte de» Thalkessel« und man rüstete stch langsam zum Aufbruch. Lauter Jubel erschallte, äl«das Ganze" zum Sammeln geblasen wurde. Wie der Zug ge­kommen, so setzte er sich auch wieder in Bewegung nach dem Schulhause, vorauf nun die Musik, die patriotische Lieder spielte, welche von der nachfolgenden Schaar begleitet wurden. Durch das Dorf ertönte dann der Preußenmarsch und Jung und Alt stimmten fröhlich ein. Kräftig klang er au» dem Gefolge der Erwachsenen, dar dreimal länger war, al« her

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