Ausgabe 
21.2.1895
 
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Ach glaube, ee ist das Beste, wenn ich für einige Zeit nach Auckland gehe und sie mitnehme. So unangenehm auch eine solche Reisegesellschaft ist, so scheint er mir doch keinen anderen Ausweg zu geben, für mich sowohl als für sie. Ich kann unmöglich hier bleiben r- meinem Lieb so nahe und es doch nicht sehen! Das geht über meine Kräfte. Ich würde des Nachts ihr Haus umschleichen und des Tages ihren Schritten folgen und mich auf tausend Weisen elend machen.

Ich habe Magdalenen gesagt, daß ich zu verreisen ge­dächte und sie mich begleiten soll. Der Plan schien ihr zu gefallen, denn sie meinte, sie habe es lange satt, hier wie lebendig begraben zu sein und sie sehne sich nach Abwechselung. Wir wollen nun unsere Sachen packen und mit dem nächsten Dampfboot abfahren.

Wenn ich vor ein paar Jahren in die Zukunft hätte schauen und all' das Leid sehen können, welches mein rasches Geständniß mir bringen sollte» dann, glaube ich, würde ich selbst um Eleonorens willen ein solches Versprechen nicht ge­geben haben. Meine Aufgabe war eine undankbare und der Tag, welcher ihr ein Ende macht, wird mir ein freudiger fein!

So lebe denn wohl, Christa mein herziges Mädchen lebe wohl, bis ich wiederkomme und als mein wahres Ich vor Dich hintreten ^ann. Wirst Du zuweilen meiner gedenken? Wirst Du mich nur halb so sehr vermiffen, wie ich Dich? Wenn ich da» wüßte, dann würde ich fast zufrieden sein.

8. Capitel.

Christas Erzählung.

Das nächste Ereigniß war, daß Ausbachs Fernyhurst verließen.

Zwei Tage nach dem denkwürdigen Abend, an dem ich vom Pferde fiel, war ich in der Küche beschäftigt, als es an der Haurthür läutete. Marie öffnete und sah einen Mann vor sich stehen, der ihr zwei Packete und einen Brief über­reichte. Alles war an mich adressirt und ich kannte die schöne, feste Handschrift.

Der Brief enthielt nur wenige Worte. Herr Ansbach theilte mir darin mit, daß er im Begriff sei, nach Auckland zu reifen, daß er mir ein kleines Packet sende, welches bei dem Sturz meines Pferdes vom Sattel heruntergefallen, von ihm auf genommen und verzeffen worden fei. Auch schicke er mir einige Bücher, die er mit der letzten Post erhalten und die für mich vielleicht von Jntereffe sein würden. Zum Schluffe bat er mich noch, es ihn wiffeu zu laffen, wenn wir irgend welchen Auftrag hätten, bett er auf seiner Reise be« sorgen könnte und verbliebmein ganz ergebenster Arthur Ausbach".

So war er also fort - und vielleicht sollte ich ihn nie­mals Wiedersehen; vielleicht hatte er seine Worte bereits bereut und gedachte sie in der Gesellschaft Anderer zu vergessen. Das Herz war mir unsagbar schwer.

Das kleine Packet enthielt Gertrauds grüne» Band, das wir Beide schon für verloren betrachtet hatten.

68 Hr in das Wohnzimmer, wo sie vor ihrem Nähkorb saß. Sie war sehr erfreut, schnitt ein Stück von bem J8anbe ab, hing ein Medaillon, welches sie ans einem Kästchen nahm, daran, band es um den Hals und fah reizen- der aus denn je. Die Farbe kleidete sie vorzüglich. Das Medaillon war von glattem Gold und mit Perlen besetzt, die den Buchstaben G bildeten.

Welch' ein reizendes Medaillon!" rief ich überrascht. Woher hast Du das?"

Woher ich das habe?" wiederholte sie gleichgiltig.Von Hu o Bergen natürlich." 9 *

, »So seid Ihr also schon einig, Gertraud? Und Du wirst wirklich feine Frau?"

Sie wendete bett Kopf ein wenig, sah mir in bas Ge- hott und schien wie mit einem plötzlichen Ruck zu erwachen.

"S°ine Frau?" sagte sie.Nein, wenigstens jetzt noch , Aber er ist ein sehr brauchbarer Mensch und ich habe ihn wirkltch recht gern."

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Ich war einen Moment lang empört bei dem Gedanken, daß Gertraud derartige Geschenke annahm von einem Manne, mit dem sie nicht wirklich verlobt war; doch ich schwieg, da ich bereits wußte, daß sie dieMnge nicht immer in demselben Lichte wie ich betrachtete.

Und nun komme ich zu einem so unendlich traurigen, trostlosen Theil meiner Erzählung, daß mir das Herz blutet, da ich es niederschreibe. Es war, als ob mit Arthur alles Licht und alle Freudigkeit aus meinem Leben geschwunden wäre; und die Schatten wurden mit jedem Tage dichter.

Eine Woche ungefähr nach Ausbachs Abreise kam ein mir ewig unvergeßlicher Tag, ist doch der kleinste Umstand desselben wie mit einem Meisel in mein Gedächtniß eingegraben.

Es war herrliches Wetter, hell, klar und sonnig. Die Berge lagen im weichsten Lichte da, ihre Häupter deckte noch kein Schnee. Fanny sang, während sie ihr Söhnchen ankleidete und mit ihm spielte. Der kleine Fritz wurde täglich dicker und blühender und war der Liebling des ganzen Hauses. Gertraud, die an ihrem weißen Mullkleid nähte, stimmte in Fannys Gesang mit ein.

Am Morgen ereignete sich nichts weiter, als daß, wäh­rend ich in der Küche Pasteten backke, ein Mann an die Thür kam unb um einen Trunk Wasser bat.

Marie reichte ihm benfelben in einer zinnernen Schale. Wie bie meisten Küchen ber Colonieen konnte sich auch die unsere einer großen Anzahl dieser nützlichen Gegenstände rühmen. Während der Mann das Waffer trank unb er brauchte dazu sehr viel Zeit bemerkte ich, baß er seine Blicke ringsum gleiten ließ, unb als er Marie bie Schale zurückgab, bat er sie, ihm den Weg nach Herrn Ausbachs Wohnung zu sagen, er werbe einige Zeit dort arbeiten. Marie beschrieb ihm den Weg, so gut sie konnte, unb gleich barauf entfernte er sich.

Es war mir nicht entgangen, baß er ein auffallend hüb­scher Mann war, blond und etwas mädchenhaft, unb baß er keinerlei Handwerkszeug trug, wie doch sonst jeder Handwerker, ber auf Arbeit geht.

Um ein Uhr setzten mir uns zu Tisch. Gertrauds Wangen glühten; ihre Augen strahlten. Sie trug ein schwarz unb weißes Kleib, bas ihr vorzüglich stand, unb um ben Hals das grüne Band mit dem goldenen Medaillon.

Bei Tisch erwähnte Fanny, baß sie am Abenb Herrn Bergen erwartete, worauf Gertraud, ben Kopf ein wenig zurück- werfenb, sagte:Die arme Motte; mag sie sich ihre Flügel verbrennen!"

Fanny schüttelte vorwurfsvoll ben Kopf, entgegnete aber nichts, sie wußte, wie nutzlos es fein würde, unb wie ich auch glaubte, baß Hugo Bergens Sache burchaus keine ver­lorene fei.

Nach Tische blieb ich mit ©ertraub allein. Wie oft habe ich mir feitbem wieder unb immer wieder jeden Blick, jedes Wort dieses unseres letzten Beisammenseins in das Gedächtniß zurückgerufen.

Wir sprachen von unseren Freunden in ber Heimath, von dem Schauplatz unserer Kinbheit. Nichts konnte »wischen uns treten, wenn wir ber Vergangenheit gebuchten, beim damals waren mir uns gegenseitig Alles gewesen. Nach einer Weile erhob sich Gertraud unb trat auf bie Veranba hinaus. Auch ich staub auf, um meinen Hut zu holen, ba ich über die Bucht hinüber gehen unb Butter laufen wollte. Es war bas ein Weg, ben ich besonders liebte.

Als ich roieber ans meinem Zimmer kam, fanb ich Ger­traud noch auf der Veranda.

«Lebe wohl, Christa," sagte sie.

Ich trat zu ihr und sie schlang ihre Arme um meinen Hals und küßte mich.

Komm' mit mir, Gertraud," bat ich.

Sie aber schüttelte den Kopf und antwortete:Heute nicht."

Nun, bann Adieu, bis heute Abend." Damit ging ich.

Sie antwortete mir nicht und wendete den Kopf zur Seile. (Fortsetzung folgt.)