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6tae, welche- »ich begleitet, getröstet, gewarnt hatte, wenn ich in Gefahr war, mich selbst zu verlieren. Sofort erkannte ich Sie wieder Da» Schicksal führte uns dann zusammen zu ernster Rettungsarbeit. Manches andere Mädchen an Ihrer Stelle wäre wohl entsetzt zurückgewichen vor dem Anblick de« Blutenden. Sie wurden seine Retterin! Tapfer kämpften Sie mit dem Tod um seine Beute und blieben Siegerin! Ihr starke«, muthige« Herz, Ihr zarter Mitleid erfüllte« mich mit Bewunderung, und," fügte er zagend hin» zu, .mit tiefer, inniger Liebe. Marie, spricht nicht» in Ihrem Herzen für mich? Sie meinen vielleicht, wir wären un« noch zu fremd, aber find wir un« denn nicht nahe getreten in den schweren Stunden?"
Da blickte fie auf zu ihm beim Sternenscheine, ihre großen blauen Augen leuchteten und fie sagte herzlich: „Hier meine Hand, Herr Doetor, fie gehört Ihnen, sowie mein Herz Ihnen gehört!"
„Marie, meine Geliebte! Ich habe da« Glück gefunden! Darf ich Dich zu Deinen Eltern führen?" rief er jubelnd.
„Wir find am Ziel," entgegnete fie.
„Hier? An dieser Thür wünschte mir eine freundliche Frau gestern eine recht große Wethnacht«freude; jich glaubte nicht daran, nun ist fie doch so herrlich gekommen!"
Sie traten in die gemüthliche Stube ein. Der Bruder Mariens zündete soeben den Ehristbaum an. Voll Erstaunen fanden stch Frau Werner und Kronberg al« Bekannte wieder.
„Sie haben mir gestern ein reiche« Glück gewünscht, die Sternschnuppe bestätigte e«, nun komme ich, e« von Ihnen zu erbitten und auch von Ihnen!" rief er in fröhlicher Glück», zuverstcht, fich zu Vater Werner beugend.
E» gab gegenseitig viel zu erklären, aber alle erstaunten Fragen lösten fich in schönster Harmonie. Die Mutter hatte den jungen Fremden von der vorzüglichsten Seite kennen ge» lernt, wie sollte fie ihn nicht von ganzem Herzen al« lieben Sohn aufnehmen? Eine« nur trübte die Freude, daß Doctor Kronberg in so großer Entfernung fich sein Heim gegründet hatte. Zwar Marte wäre mit ihm gegangen bi» an'« Ende der Welt, aber die Eltern dachten wehmüthtg an die Trennung von der Tochter.
Da blickte der Bräutigam einige Augenblicke stnnend in die lieben, treuherzigen Gestchter ringsum und dann tief er freudig: „Ich wende der Heimath nicht den Rücken, in welcher ich so glücklich geworden bin. Rein, ich bleibe hier. Mit meinem Vermögen erbaue ich eine Krankenanstalt, meine geliebte Frau wird mir treu zur Seite stehen in meinem ernsten Beruf und wird nach de« Tage» Arbeit unser Heim als ein heiterer Sonnenstrahl durchleuchten. Al» die ersten Psteg- linge ziehen die Eltern bei uns ein. Vielleicht hilft Gott, daß ich de» th euren Vaters Leiden heilen oder doch mildern kann. Am Weihnacht-fest soll dann allen meinen Kranken ein Ehristbaum leuchten und soll ihnen eine Erheiterung sein im Leid." I
Die Weihnachtsglocken läuteten zum Abendgottesdienst, I die fünf um den Christbaum versammelten Menschen lauschten * still, fie sagten stch: „Auch uns ist das große Gnadengeschenk l zu Theil geworden, auch uns ist der Heiland geboren, wir wollen ihm danken, indem wir unfern Mitmenschen Liebe er# t zeigen, nicht allein zum Weihnachtsfest, sondern durch das ganze Leben."
Gemeinnütziges.
Für junge Hausfrauen. Alljährlich ziehen Tausende und Abertausende junger, unerfahrener Hausfrauen aus dem elterlichen Haufe hinaus in das eigene, traute Heim und fast eine jede nimmt einen Berather und Führer mit auf den neuen Lebensweg: ein Kochbuch! Da darf es nicht Wunder nehmen, daß die Kochbücher wie die Pilze aus der Erde schießen und daß von Jahr zu Jahr ihre Zahl um ein Bedeutendes wächst. Aber es muß schon etwa« ganz besonders ’ ®ute« und Praktisches sein, um aus der großen Menge hervor- 5
zutreten. Und etwas ganz Besondere« ist die im Berlaje von Friedrich Schirmer, Berlin, Neuenburgerstr. 14 a, in dritter Auflage erschienene „Neueste gute Schnellküche" der Frau v. Sz. Nicht umsonst hat Ihre Majestät Kaiserin Friedrich dem Buche von Anbeginn da« lebhafteste Interesse entgegengebracht. Nicht nur, daß die „Neueste gute Schnell» küche" eine ungeheure Fülle der besten Recepte bringt, e« ist vor allen Dingen da« nach jeder Richtung hin angewandte System de» Sparen» an Material und Zeit in der Küche, die vorzügliche Anleitung und die auf langjähriger, eigener Erfahrung der Verfasserin beruhenden Rathschläge beim Ver# wenden und Verwerthen jede« noch so kleinen Reste«, nm» dem Buche seinen hohen, wirthschaftltchen Werth verleiht. @« ist wirklich ein guter Lehrmeister und treuer Helfer für die junge, lernende Hausfrau und sollte als solcher in keinem Haushalt fehlen. Die „Neueste gute Schnellküche" ist, elegant gebunden, zum Preise von Mk. 5,— durch alle Buchhand» lungen zu beziehen.
Literarisches.
Weihnachtsspiel«. Bilder aus der deutschen vekchichte zu festlichen Aufführungen für Jung und Alt von vr. Leopold Florian Meißner. Mit.einem Titelbilde von I Benk. — In 12 Heften. — Preis eines jeden einzelnen Heftes resp. Weihnachtsspieles 45 Pfg, des completen Werkes broschirt 4 Mk. 20 Pfg., geb. 5 Mk. Für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft 3 Mk. 50 Pfg.. — 1896. Literarische Gesellschaft. Geschäftsleitung M. Breitenstein in Wien, IX/3, Währingerstraße 5. — Mit diesem Werke aus dem Nachlasse des ausgezeichneten Dichters bietet die Literarische Gesellschaft eine ebenso auserlesene wie höchst willkommene Festgabe für Weihnachten und andere Feste dar. Alljährlich, wenn sich die Famllienglieder zu Weihnachten am heimathlichen Herde versammeln, drängt es Jung und Alt, den Gedanken des Festes zum lebendigen Ausdruck zu bringen. Diesem Bestreben verdanken die Weihnachtsspiele ihre Entstehung, welche von jeher und jetzt wieder mit erneuertem Erfolge zur Aufführung kommen. Jedoch bereiteten die bisherigen Weihnachtsspiele mit ihrem exclusiv religiösen Stoffe große Schwierigkeiten. Meißners Weihnachtsspiele überwinden in bewundernswerther Weise diese Schwierigkeit, indem ihr Inhalt weltlich en Stoff mit frommer, idealer Festesstimmung harmonisch vereinigt. Meißners Weihnachtsspiele sind nicht einseitig katholisch oder protestantisch, sondern sind von jenem classischen Humanismus erfüllt, welcher jetzt Gemeingut des gebildeten deutschen Volkes ist. Die Darstellung und Sprache sind dramatisch, von vollendeter poetischer Schönheit, aber dabei von jener köstlichen naiven Einfachheit, welche für jedes Alter paßt. Meißners Weihnachtsspiele eignen sich in ganz besonderem Maße zur Aufführung in Schulen (Gymnasien, Realschulen, Bürgerschulen rc.) und für solche Vereine, welche eine Weihnachts- bescheerung veranstalten.
Wie kein anderes Blatt berücksichtigt die neue Monatsschrift: »Wein Han» meine Welt", herausgegeben von Johanna v on Sydow (Verlag von Max Pasch, Berlin SW., Ritterstraße 50) die actuellen Bedürfnisse des Hauses, und angesichts der bevorstehenden Festzeit dürfte das soeben erschienene Decemberheft für jede Hausfrau eine wahre Fundgrube practischer Rathschläge bilden. „Der Einkauf für Küche und Tafel im Dccember", „Winter-Salate" von E. Hannemann, „Allerlei Weihnachtsgebäck" von Marianne Bremer, „Sylvestermahl" von Louise Holle, „Eine feuchtfröhliche Plauderei über den Punsch" behandeln alles Einschlägige in interessanter und practischer Weise und bieten nebenbei eine Fülle von neuen Original-Recepten. Die „Briefe eines Hausfreundes" verbreiten sich über die Art, wie man Kindergeschenke auswählen soll, und „Mädchen-Lectüre" verweist auf die gute alte und neue Literatur, die dem jugendlichen Geschlecht mit größtem Nutzen für dessen moraliiche und geistige Ausbildung in die Hand gegeben werden kann. Eine reizende Plauderei: „Hero und Leander" lehrt die Kunst, das häusliche Glück zu sichern (für Eheleute, junge und alte) und die Fortsetzung der feffelnden Novelle: „Ein Dämon" von Elisabeth Doering sorgt für die Unterhaltung. Nebenbei finden wir noch eine Plauderei über „Händ und Fuß", „Neuheiten für Küche und Haus", „Der Garten im December", Notizblätter für die Hauswirthschaft, Bunte Zeitung. Jeder Hausfrau wird das Heft eine liebe Gabe auf dem Weihnachtstisch sein. Der Preis ist 50 Pfa. oder Mk. 1,50 vierteljährlich.
Die Kunst, sich zu kleiden. Die richtige Wienerin besitzt die Gabe, sich elegant und einfach zu kleiden, und der große Erfolg der »Wiener SRofre* beruht darauf, daß sie diese Kunst, sich ohne großen Aufwand practisch und vornehm zu tragen, lehrt und verbreitet. Aber sie lehrt auch die Herstellung des Kleides nach Wiener Art in sehr anschaulichen, mit Zeichnungen versehenen Artikeln und liefert Fachleuten oder Privatpersonen Schnitte nach Maß gratis. Das eben erschienene Heft 6 der „Wiener Mode" überrascht durch einen farbenprächtigen Umschlag, gediegene Winter- und Gesellschafts-Toiletten und enthält künst- lerijch vornehme, dabei sehr einfach auszuführende Handarbeiten.
Redaktion: A. Tchetzd». — Druck und ®erlag der Brühl'schen Univerfwtts^Snch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in «ießeir.


