Ausgabe 
19.10.1895
 
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Wollte sogleich da« Amt der Hausfrau übernehmen, aber die Mutter verbot e» mit den Worten:Morgen sollst Du mir helfen, wenn Du Dich ausgeruht hast. Und wenn irgend möglich, gibst Du Deine Stellung bei Hofe ganz auf."

Elisabeth sagte nicht Ja und nicht Nein, sondern nickte nur leise. (Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Versengte Wäsche. Die gelben Stellen verschwinden sofort, wenn man ste mit in Wasser 'gelöstem Borax befeuchtet und sofort bügelt.

Um Fettflecken aus Druckpapier zu entfernen, übergießt man dasselbe wiederholt mit Petroleumäther und tupft es mit Fließpapier ab. Nachdem dieses öfters geschehen, trocknet man dasselbe, indem man das zu reinigende Papier auf beiden Seiten mit Fließpapier belegt. O *

Einen sehr wirksamen Klebestoff für Alles bereitet man sich auf folgende Weise: Zwei Theile gereinigtes Gummi-arabicum.Pulver, ein und ein halbes Theil feinste Stärke, ein halbes Theil weißer gestoßener Zucker werden in der Art gemischt, daß erst das Gummi-arabicum in etwas Wasser gelöst, dann die Stärke und der Zucker dazu gerührt wird. Hierauf kocht man das Ganze im Wasserbade, bis eine klare Masse erstanden ist. Durch einen geringen Zusatz von Kampher oder Nelkenöl ist diese» ganz vorzügliche Klebe» mittel längere Zeit erfolgreich vor dem Verderben durch Gährung zu schützen.

Cordinalsuppe. Man röstet 60 Gramm Mehl in 200 Gramm Krebsbutter, verrührt diese Mischung in drei Liter siedendem Wasser und läßt da» Ganze eine halbe Stunde leise einkochen. Unterdessen löst man ein große» Stück Butter und drei Tassen Fleischbrühe auf, kocht darin eine Quantität vom besten Reis gar, schüttet diesen in die fertige Brühe, fügt der letzteren 20 Gramm Liebigs Fleisch- extract bei, salzt sie und würzt sie mit Muskatblüthe.

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Kastaniensuppe. Nachdem man die äußere Schale von so viel Kastanien als man braucht, entfernt hat, brüht man ste mit kochendem Wasser und häutet ste ab. Dann dünstet man ste in etwa» Butter und Zwiebeln, streut ein wenig Mehl darüber und füllt nach und nach mit Fleisch­brühe auf. Dann treibt man die Kastanien durch ein Sieb, verdünnt so viel, wie nothwendig mit Fleischbrühe, läßt die Suppe nochmals auskochen und richtet sie über Kalbsmilch­würfel und gebähte Weckschnitten an.

Fleischsalat. Uebrig gebliebene» Suppenfleisch wird fein gewiegt und mit folgendem Beiguß vermengt: Einige hartgekochte Eidotter werden mit etwa» Essig fein verrührt, hierzu fügt man feines Oel, Salz, Pfeffer, feingehackte Zwiebeln. Man nimmt saure Gurken unter den Salat und mengt ihn einige Stunden vor dem Anrichten.

Westfälische Klötze.* Für acht Personen nehme man VJ2 Kilogramm Weizenmehl, für 20 Pfg. trockene in Würfel geschnittene Semmeln, 60 Gramm gute Hefe, 6 Eier, Salz nach Geschmack, rühre Alle» mit lauwarmer Milch zu einem lockeren Teige und lasse denselben zugedeckt an einem warmen Orte langsam aufgehen. Danach legt man die Klöße löffelweise in kochendes Wasser und zwar so viel mit einem Male al« neben einander Platz haben. Man läßt die Klöße knapp/4 Stunde kochen, läßt sie sodann über einen Durchschlag ablaufen und gibt sie mit Backobst, gebräunter Butter und im Backofen geröstetem seingestoßenen Schwarz- brod auf den Tisch.

Vermischtes.

Das langt. Landrath:Nun, lieber Forstmeister, Hai der Herr Assessor bei der heutigen Jagd viel geschossen?" Forstmeister:O, der hatte heute ein besonderes Glück, Herr Landrath I 15 Stück, nämlich 3 Treiber, 2 Kühe, 1 Pferd, 1 Getreidestadel und 8 Bäume."

Seine Erholung. Ich freue mich schon ganz riesig auf die Sommersaison."Da reisen Sie wohl in» Bad?', Ich nicht aber meine Gläubiger."

Drastische Ab h ü lf e. * Wirth (zu Sommerfrischlern, die in einem Dorfwirthrhau» eine Tanzunterhaltung veran­staltet haben):Na, wie unterhalt'« Enk denn?" Herr: O, ganz gut. Nur gar zu voll ist e»I" Wirth:Wann'» bloß dös tsl" (Zum Hausknecht):Sepp, wirf a' Paar naus, daß Platz wird!"

Ein Biedermann. Polizeiwachmann:Was machen Sie da?" Einbrecher:Ich hab' vor vierzehn Tagen einen Hausschlüssel gefunden, und da probtr' ich, in welches Hau» er paßt, damit ich ihn dem Eigenthümer wieder zurück­geben kann!"

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Gut abgeführt. Gast (im Restaurant zum Kellner) Das Roastbeef ist aber sehr zähe." Kellner:Da müssen Sie sich beim Ochsen beklagen." Gast:Da» thu' ich ja soeben." .

Literarisches

Meggendorfers Humoristische Blatter. Preis pro Quar­tal in wöchentlichen Nummern Mk. 3., Heft-Ausgabe, vierzehntägig erscheinend, pro Hest 50 Pfg. Bestellungen per Post (Ztgs.-Nr 4191), per Buchhandel oder auf Wunsch auch direct per Kreuzband, haben so­eben ihren 22. Band vollendet. Es ist uns ein Vergnügen, diese so sehr beliebten Blätter, deren Devisestetes Vorwärtsschreiten in jeder Beziehung" wir immer auf's Neue auch durch die That bestätigt finden, abermals auf das Günstigste beurtheilen zu können. Im Verhältntß zu dem, was diese Blätter bieten man betrachte nur die hohe Vollendung und Feinheit der so kostspieligen Farbentechnik sind die­selben staunenswerth billig. Probenummer bei beabsichtigtem Abonne­ment gratis und franco durch Meggendorfers Humoristische Blätter, Ge­schäftsstelle München, Corneliusstraße 19.

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»Heimchen am Herd.* Von der mit diesem anheimelnden Titel ausgestattetenillustrierten Wochenschrift für die Familie" (Verlag des Universum, Dresden) liegt uns heute die zweite und dritte Nummer vor. Angesichts des wahrhaft vorzüglichen textlichen, wie illustrativen Inhalts auch dieser Nummern können wir unser bereits früher abge­gebenes Urtheil, daß sich bei diesem neuen Unternehmen die Begriffe billig und gut, nein vorzügl ich" in geradezu mustergültiger Weise decken, nur wiederholen und empfehlen daher allen unsren Lesern ein Abonnement auf dieses interessante und dabei billigste Familienblatt (Preis pro Nummer 10 Pfg.) nochmals aufs Angelegentlichste.

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Als Vorbote des neuen Jahres hat sich der Daheim-Kalender auf das Jahr 1896 (Verlag von Velhagen u. Klasing in Bielefeld und Leipzig, Preis 1,50 M.) bereits eingestellt, ein schön ausgestattetes, inhaltreiches und hübsch illustrirtes Jahrbuch, das sich in jedem Hause als eilt lieber Gast einbürgern wird, wo er einmal eingekehrt ist. Neben dem, was ein Kalender bringen muß, bietet der Daheim-Kalender in sorgfältigster Auswahl nur Gediegenes zur Unterhaltung und Be­lehrung in buntem Wechsel. Fein empfunden sind die sehr hübsch illu­strierten Erzählungen von Ilse Frapan und A. von Freidorf: überaus anregend die Aufsätze und Abhandlungen von E. Frommel,, Otto Funke und B. Rogge, interessant die zeitgeschichtlichen Rück­blicke, besonders die mit trefflichen Porträts verseheneTodtenschau." Den Frauen und Mädchen ist außerdem ein eigenerFrauenkalender" mit Handarbeiten, praktischen Abhandlungen, Hauspoesie gewidmet, der JugendAllerlei Kurzweil" mit Fröbel'schen Spielen, Vorlagen u. a. Hübsch illustrirte Gedichte, auch lustige Anekdoten und Räthsel, schöne Holzschnitt- uud Farbendruckbilder und ein sauber in Chromolithographie ausgeführtes Titelbild vervollständigen den Inhalt des gediegenen Kalenders, der in seinem netten, soliden Einbande auch äußerlich einen angenehmen Eindruck macht.

Redaktion: A. Echeyda. »ruck und Verlag Brüh lösche« UnkversitSts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & «cheyda) in «ikßm.

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