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taffen müssen. Als weiser Mann hatte sich Graf Sur- gSres mit dem Glück begnügt, das sich im Bereiche seiner Hand fand.
Aber da die Ereigniffe günstig einhalfen und einerseits der Marquis ihn absolut in die Wälder schleppen und zur Teilnahme am Guerillakriege preffen wollte, anderseits die Marquise Lust hatte, in dieser Fronde, die schrecklich werden konnte, die Herzogin von Longueville zu spielen und mit einer weißen Cocarde am Hut und Pistolen im Gürtel über die Landstraßen zu galoppieren, hatte sich der Graf vollständig entschloffen, den Weg der Emigration einzuschlagen.
Dieser Entschluß hatte den doppelten Vortheil, an seinen Gefühlen der Treue gegen seinen König keinen Zweifel zu kaffen und ihn gleichzeitig von der lästigen Amazone und dem allzu kriegerischen Edelmann zu befreien. Er stand allein und war verhältnißmäßig frei. So kündigte er eines schönen Tages seine Abreise an und beschleunigte sie, indem er vorgab, eine dringende Botschaft der Grafen Provence erhalten zu haben, der ihn einlade, sich ihm so rasch als möglich im Auslande anzuschließen.
Aus Furcht, daß der Marquis auf seinen Bauernkrieg und vor allem die Marquise auf ihre Ritte durch die Ebenen der Pfalz verzichten könnten, fügte der Graf boshaft hinzu, daß der Graf von Provence seinem treuen Longvigno für dessen Eifer, die westlichen Provinzen der Krone zu bewahren, seinen Dank ausdrücken lasse.
Bon diesem Zeichen königlichen Vertrauens entzückt, ließ der Marquis den Freund abreisen.
Die Marquise weinte ein wenig, aber ganz getröstet durch den Gedanken, Krieg spielen, einen Hut mit einer Cocarde aufsetzen und einen Karabiner an den S itel des mächtigen Pferdes, das sie tragen wü-de, hängen zu können, lächelte sie unter Thränen, als der Graf von SurgSres, in Gegenwart ihres Gatten von ihr Abschied nehmend, um die Erlaubniß bat, sie umarmen zu dürfen.
Während er, durch die hohen Stickereien, dis ihre Brust bedeckten, etwas genirt, die Lippen zu ihr neigte, hatte er Zeit, ihr zuzuWstern: „Wachen Sie Über Reuse. Ich werde sie vor der Abreife aufsuchen."
Die Marquise nickte bejahend mit dem Kopfe^,. zum Zeichen, daß sie verstanden habe und seines Wunsches gedenken werde.
Leichtherzig, froh und sorglos winkte der Graf mit dem Knopf der Reitpeitsche seinem Freunds, dem Marquis, bet berM Mr an die Hohlwegs dachte, wo er sich mit seinen Pächtern hostiren und den einzeln oder in kleinen Trupps marschirenden Solvaten der Republik auflauern würde, einen Abschiedsgruß zu, da?n begab er sich in der Richtung von Fougöres zu einem reinlichen, weißen Hause, das allgemein die Garderie genannt wurde. Hier war einst das Jagd- rendezvous der Edellsute vom Main gewesen.
Der Graf hielt sein Pferd vor dem den Hof einschließenden Staket an, in dessen Mitte sich das Häuschen befand. Sein Kommen erschreckte die im Grase pickenden Hühner und die inmitten einer halb von grünem Schlamm bedeckten Pfütze schnatternden Enten. Ein Hund begann zu bellen.
„Still, still, Ramonneau!" rief eine laute Stimme. „Erkennst Du nicht unfern guten Herrn?"
„Ja, ich bin's. Vater Brisse. Was gibt'S Neues in der Ggrderie?
„Nichts Neues, Monseigneur!" antwortete der alte Forst- wart, der in seinem Sammtrock, gestiefelt, den Hirschfänger an der Seite, auf der Schwelle seines Hauses stand, bereit, die Hunde von der Hetzjagd abzukoppeln oder zum Anstand bei Sonnenuntergang die Flints loszuhaken.
„Will Monseigneur mir die Ehre erweisen, einen Augenblick einzutreien und einen Becher Cider einzunehmen?" (Fortsetzung folgt.)
Nor kaan Tomer in's Quaddier.
Es wohnt seit Joahrn e Mann euch hier, Der nimmt kaan Tonner in's Quaddier, Wie aach sei Dochder bei ihm flennt. Sein dicke Kopp ka Mitleid kennt.
„Aan Tonner doch uff alle Fäll, Lieb Vadderche, den nimmsde, gell? Aan, Vadderche, gell? ganz gewiß, Und wann's aach nur en klaaner iS."
„Noch nedd en Halme, sag' ich Dir, Ich nemm kaan Tonner in's Quaddier, Ich braach zom Tonnfest kaan Besuch, Ich maan, es kost schund so genug."
Der Mann is goar nedd so gestellt. Daß er nedd kennt, der Mann hoadd Geld, Bewohnt e Haus for sich ellai, Platz wär for fufzig Tonner brat.
Doch is ’r hungrig wie e Mott Unn schennt, als wär'r halb bankrott. Er dreht euch jede Mark herum, Als brächt'n zwanzig Pfennig ttm..
Der Wohnings-Ausschuß, der do kimmt, Unn froagt, ob he kaan Tonner nimmt, Dem saht 'r: „Mir douds lad genug, Doch kann ich nedd, ich krieh Besuch."
Unn d'r Verwanschaft in d'r Fern, Der schreibt'r: „Ach, von Herze gern Ledt ich Euch ei zom Tonnerfest, Doch geht's nedd, ich krieh Ehrengäst.
Acht Tonner nemm ich in's Quaddier, Do bleibt jo kaum e Plätzche mir; Gell, leiwer Bruder, wie fatal, No, drest Dich uff e annerntal."
Er denkt dernoach: „Mit Ruh unn Fridd Mach ich des -Tonnerfest jetzt mit.
Dann Gäst, die koste immer Geld, Wann ntersche noch so drocke hält.
Ach haw ich so mai Ehr geredd, Des Coinidee verdenkt mersch nedd, Unn mai Verwanschaft sieht doch kloar, Daß ich sehr badriottisch woar."
E poar Doag druff, es woar noch hell, Do rabbelds pletzlich an d'r Schell;
Der Mann, der guckt Euch uff die Gaß Unn wird vor Schrecke doreblaß.
Denn drunne vor d'r Dier am Haus, Do stehn d'r sechs, 's is en Graus, Unn mache uff die Dier in Eil Unn kreische laub errei: „Gut Heil!"
„Ach, Unkel," ruft der Eine bann, „Du bist ’n echte deutsche Mann, Dei Brief hoat uns so sehr gefreud, Drum komme mer bereits schund heut.
Acht Tonner nimmsde in Quaddier, Guck, Upkel, so gefällst De mir, Mer sein jo Tonner, wie De siehst, Un lauter Landsleid, die De kriehst.
Mer kumme extra schtmd so frie, Damit bassirt kaan Errdum hie. Mer fragde deshalb an der Baa Gleich bei dem Wohnings-Ausschuß na.
Unn hawe dem Dein Brief gezeigt, Die Herrn gebitt, es ging vielleicht, Daß mer zufamme ai Quaddier Bekäme 6*; meim Unkel hier.
Die Herrn rooarn voller Lebensart Unn schriwe uns sofort die Kart.
No, Unkelche, so drest Dich doch, Die Zwaa, die fehle, komme noch."
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