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profundis und für die WäschtriiWas hochzeitliche Halle­luja.

Zwei Nachbarn, ebenfalls im Nachtcostüm, batten es Catherine nachgeahw.t und standen in gespannter Erwartung der Nachrichten auf ihren Thürschwellen.

Gibt es etwas Neues, Mamsell Sans-Gene?" fragte der eine über die Straße hinweg.

Ich warte auf etwas, Nachbar gedulden Sie fich ein wenig, Sie werdend schon erfahren, wenn's etwas gibt."

Aus der Rue Saint-Honors stürzte athemlos, denn er war rasch gelaufen, Lefebvre heraus, vollständig equipiert und bewaffnet, stellte fein Gewehr in die Thürecke und zog die Wäscherin mit kräftigem Arm an sich.

Meine gute Catherine, wie froh bin ich, daß ich Dich sehe! Es wird heiß werden es ist schon heiß heute gilt'ü! Es lebe die Nation!"

Die Nachbarn hatten fich schüchtern genähert und fragten, was vorgehe.

Hört," sprach Lefebvre, sich stramm aufrichtend, als wollte er dem Tambour eine Proclamation vorlesen.Vor allem vernehmt, daß man den tugendhaften Pötion, den Maire von Paris, im Schlosse ermorden wollte."

Ein empörter Lärm erhob sich in der Zuhörerschaft.

Was hatte er denn im Schlosse zu thun?" fragte Catherine.

Teufel, er war als Geisel hingelockt worden! Stellt Euch vor, das Schloß ist eine wahre Festung, die Fenster find mit Balken verrammelt, die Thore verbarrckadirt, die Schweizer bis an die Zähne bewaffnet und die Ritter vom Dolche, diese Verräther, diese Freunde der Fremden, haben geschworen, die Patrioten zu tödten! O, wenn mir heute einer in die Hände fällt, der kann seine Rechnung abschließen!" rief Lefebvre mit fast wilder Energie.

Fahre fort!" sagte Catherine.Hier gibt es keine Ritter vom Dolche, und es ist zweifelhaft, ob Dir einer in den Weg kommen wird. Und Herr Petion was ist mit ihm geschehen?"

Er ward in die Nationalversammlung entsandt dort ist er wenigstes sicher. O, er ist gut davongekommen!"

Hat man sich denn schon geschlagen?"

Nein. . . aber einer ward doch getödtet Manton, der Commandant der Nationalgarde."

Euer Chef? Von den Schweizern?"

Der! Er war ja auf ihrer Seite man hat einen von seiner Hand unterzeichneten Befehl gefunden, die Patrioten vom Fauburg von rückwärts zu erschießen, wenn sie bei dem Pont-Neuf angelangt wären, um sich mit den Kameraden von Saint-Marceau und Saint-Victor zu vereinigen aber der Verrath ward aufgedeckt, der Verräther ins Stadthaus berufen, um sich zu rechtfertigen, von einem aus der Menge abgegeb eiten Pistolenschuß niedergestreckt . . . jetzt kann nichts mehr die Sectionen im Gange aufhalten . . . heute Abend, Catherine, sind wir Sieger, und in 6 Tagen heirathen wir! Da, hier ist schon mein Hochzeitsgeschenk Du weißt, ich hab' es Dir versprochen."

Und in Gegenwart der erstaunten Nachbarn entblößte der Sergeant seinen linken Arm und zeigte eine zweite Täto­wierung, die zwei flammende Herzen darstellte.

Du stehst, was hier geschrieben steht," sagte er.Ca­therine auf ewig!"

Er bog sich zurück, um die Zeichnung besser bewundern zu lassen.

Es ist sehr schön viel schöner als das andere!" sagte Catherine, roth vor Vergnügen, und fiel dem Serge- amen um den Hals, indem sie zweimal wiederholte:O, mein Lefebvre, wie nett bist Du, und wie liebe ich Dich!"

In diesem Moment zerriß Gewehrfeuer dis nebelige Luft. Die Kanonen antworteten. Die Schwätzer kehrten alle in ihre Häuser zurück.

Auf Wiedersehen, Catherine, ich muß fort, wohin die Pflicht mich ruft! Sei ruhig, wir «erden Negtt bleiben" sprach Lefebvre ftohen Muthes. Und sein Gewehr ergreifend umarmte er sie nochmals und entfernte sich nach der Richtung der Tuilerien. -

Die Schweizer hatten auf eine kaum bewaffnete Menge geschossen, die mit ihnen unterhandeln wollte. Das Vestibül der Tuilerien, die drei Höfe und die Reitschule waren mit Leichnamen bedeckt. Aber schon wurde mit Schüssen ge- antwortet.

Ludwig XVI. hatte sich in den Schutz der National- Versammlung geflüchtet, die sich um zwei Uhr morgens beim Klang der Sturmglocke versammek hatte, und die Gesetzgeber, unter dem Vorsitz Vergniands, dircutirten, in Erwartung der Ereigntffe, die Abschaffung des Negersklavenhandelr. An diesem Tage wurde die heilige Sache der menschlichen Freiheit aller Orten, ohne Unterschied der Raffe oder Farbe, vertheidigt.

In der Loge des Logotachygraphen, des Kammersteno­graphen, wie man heutzutage sagen würde, der mit der Redaction der erstatteten Berichte betraut war, kauerte der Monarch und ruhig einen Pfirsich, taub gegen die De- konationen, die seinen Thron herabsiürzten, unbekannt mit dem Schicksal der Schweizer und der Edlen, die für ihn starben.

Es wurde Heller Tag. Die letzte Nacht des Königthuinr war verstrichen, und die Marfeillaiser begannen singend te Sturm gegen die letzte Warte des Feudalismus.

(Fortsetzung folgt.)

Litevamsch-s

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Sckcctien: «. Scheyds. Sntit und Bering der «rühl'schen Universität»^-, ch. und Steindruckerei (Pietsch & Scheydg) in Ließen.