440
Nrdactton: A. Schetzda. — Druck und Verlag der Brühl'schm UniversitStA^vuch- und Cteindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Ließen.
fiiato dks KkirchtilS auf die stdtusdmr. l wi^wir^sogleich^sehen^verden, wo anders. Ja, das^Heirathen
«on Dr. H. Grumbach. | kann sogar schädlich wirken, wenn es zu früh stattfindet, oder
(Nachdruck verboten.) | wemir namentlich in Arbeiterfamilien, die vermehrte Sorge
Die Dauer unseres Lebens wird im Allgemeinen durch I für die Erhaltung der Familie eine stete Ueberanstrengung und
uns selbst verkürzt oder verlängert, je nachdem wir durch ge- I Überarbeitung der Eltern zur Folge hat- Nach .einer Zu- sundheitsgemäße Lebensweise zu seiner Erhaltung beitragen. | sammenstellung von Farr sterben in Frankreich von verheiratheten Aber es aiebt auch unabhängig davon verschiedene innere und I Männern im Alter unter zwanzig Jahren viermal, von äußere Einflüffe, welche von großer Bedeutung für die Lebens- | Frauen zweimal mehr als von unverheiratheten gleichen dauer find, wieHeirathen, Erblichkeit, Beschäftigung, Religion, I Alters.
Raffe und Klima. Bei manchen Einflüffen wird das Jedem I Wenn nun aber die oben angeführten statistischen Er- sofort einleuchten, z- B- bei dem Klima, nicht aber so z. B. I Mittelungen einen so großen Vortheil in Bezug aus die beim Heirathen. Und doch wirkt die Heirath oder Ehe auf I Langlebigkeit der Verheiratheten Herausstellen, so liegt eben die Erhaltung und Fortdauer des Lebens höchst günstig ein. I der Hauptgrund für diese Erscheinung darin, daß die Leben Darwin sagt in seiner „Abstammung der Menschen": I der Verheiratheten gewissermassen „ausgesuchte" Leben find, „Nach einer enormen Menge statistischer Angaben, welche im I indem im Allgemeinen nur solche Personen zu heirathen Verlauf des Jahres 1883 ausgenommen wurden, ist ermittelt I pflegen, welche sich einerseits einer gewissen Gesundheit und worden, daß in Frankreich die unverheiratheten Männer I anderseits eines für ihre Verhältnisse genügenden Einkommens zwischen einem Alter von zwanzig und achtzig Jahren in I zu erfreuen haben, während dagegen das große Heer der viel größerem Verhältniß starben, als die verheiratheten. I Unverheiratheten alle solche Personen in sich schließt, welche To starben »cif je tausend unverheiratheter Männer zwischen I aus Kränklichkeit, körperlicher oder geistiger Schwäche, Armuth, zwanzig und dreißig Jahren jährlich 11,3, aber von den I Unvermögen u. s- w. außer Stande sind, eine Familie zu verheiratheten nur 6,5. In Schottland wurde dasselbe schon j gründen. Daß aber unter solchen Personen der Tod eine 1803 nachgewiesen. Es starben z. B. von je tausend un- j reichere Ernte halten muß, namentlich in den Lebensjahren verheiratheten Männern zwischen zwanzig und dreißig Jahre« I von zwanzig bis vierzig, wo ja auch das Mißverhältnis am 14,9 jährlich, dagegen von den verheiratheten nur 7,2, also I stärksten hervortritt, ist einleuchtend. Auch kommt bei den weniger als die Hälfte". I Verheiratheten ohne Zweifel der wichtige Einfluß der
Ein gleiches oder ähnliches Verhältniß ist auch in den I durch Darwin in das rechte Licht gestellten „Zuchtwahl meiste« übrigen Ländern beobachtet worden. Nach Hufeland I in Betracht, welche bewirkt, daß — im allgemeinsten (in seiner „Makrobiotik") erreichen von je hundert Personen I Sinne und abgesehen von reinen Geldheirathen, — hauptnur 11 Junggesellen, aber 27 verheirathete Männer, nur 23 I sächlich die körperlich oder geistig Bevorzugten der beider- unverheirathete, aber 28 verheirathete Frauen das siebzigste I festigen Geschlechter sich verheirathen und damit von vorn- Lebensjahr. I herein eine größere Lebenserwartung mitbringen, während
Nach Dr. I. L. Casper erreichen in Amsterdam von I die Häßlichen, Krüppelhaften, Kranken, Liederlichen, Faulen, einhundert Personen das siebzigste bis hundertste Lebensjahr I Charakterlosen, an Körper und Geist Vernachlässigten oder unaesäbr 4 unverheirathete Männer und 15 unverheirathete I mit irgend einem Gebrechen oder Fehler Behafteten meist Frauen, dagegen 26 verheirathete Männer und 32 verheirathete I unverheirathet bleiben und auch selten ein so hohes Alter erbauen' reichen werden, wie die körperlich und geistig Gesunden- Eben-
Der französische Statistiker Deparcievx, welcher aus den I f0 möge die durchschnittlich geringere Wohlhabenheit, die Sterbeltsten der Pfarrei St. Sulpiee nicht weniger als 48540 I untergeordnetere Lebensweise, die zahlreicheren Anlässe zu Todesfälle registrirt hat, giebt als Resultat seiner Unter- I Verführung und Ausschweifungen aller Art der Unverheirathete« fuchungen an: „Es scheint, daß man in der Ehe länger lebt, I zum Theil ihre größere Sterblichkeit bedingen. Allerdings als im Eölibat. Die Zahl der nach Erreichung eines Alters I führt auch dis Ehe als solche allerlei Gefahren für Leben von zwanzig Jahren gestorbenen Junggesellen ist beinahe I und Gesundheit mit sich, namentlich für die Frauen; aber doppelt so groß wie diejenige der in demselben Alter ge> I die hauptsächlich in einer regelmäßigen Lebenshaltung gestorbenen verheiratheten Männer und Wittwer; auch findet I legeren Vortheile derselben überwiegen schließlich so sehr du man kaum sechs Junggesellen auf 43 verheirathete Männer | Nachtheile, daß man Hufeland recht geben darf, wenn er gluck- oder Wittwer, welche älter als neunzig Jahre geworden I liche Ehen zu den Mitteln der Lebensverlängerung zählt. Ins- sind. Dis Zahl der nach dem zwanzigsten Jahre gestorbenen I besondere gilt dies für die mittleren Lebensjahre von zwanzig Mädchen ist ungefähr viermal so groß, als diejenige der zur I bis fünfzig oder sechzig, während allerdings darüber hinaus selben Zeit verstorbenen verheiratheten Frauen und Wirtwen, I ledige Personen in guten Verhältnissen eine ebenso große so daß nur 14 Jungfrauen, aber 112 verheirathete Frauen I Lebenserwartung haben, wie Verheirathete.
das neunzigste Lebensjahr erreichen". Es dürfte daher der bekannte Ausspruch des Apostel»
Noirot fand, daß in Dijon verheirathete Männer durch- I P^lus, daß Heirathen gut, Ledigbleiben aber besser sei, in
schnittlich sieben Jahre länger, verheirathete Frauen durch- I makrobiotischer Beziehung umzukehren und Denjenigen, welche
schnittlich sünf Jahre länger leben, als Junggesellen und I att werden wollen, das Heirathen anzuempfehlen sein. Nur Jungfrauen. Nach demselben Autor macht sich der nachtheuige I b6tc dies weder in zu späten Lebensjahren geschehen, noch in
Einfluß des Eölibats oder der Ehelosigkeit am stärksten geltend I .u frühen, da zu jugendliche Ehen eine so ungünstige oder
zwischen dem 25. und 35. Lebensjahre. Von da an vermindert I no$ we^ ungünstigere Lebenserwartung zur Folge haben, wie sich dieser Einfluß bis zu 55 Jahren und verschwindet darnach I bQ8 göllbQt> fast ganz. I
Nach dem französischen Statistiker Devay gewinnt ein I „„ , .
Mann, der mit dreißig Jahren heirathet, dadurch an seinem I VevMMyt-S*
Leben elf Jahre. Wer mit fünfunddreißig Jahren heirathet, I ( b
gewinnt acht, und wer mit vierzig Jahren heirathet, sechs * Kindermund. E.ne deutsche Familie ist nach Evg °n Jahre. Nach dem fünfzigsten Lebensjahr hört dieser Gewinn auf. I ubergesiedelt. Das kleine Töchterchen ist trostlos, we,
9 Uebriaens ist der Ausdruck „Gewinn" insofern unrichtig, I Niemand versteht und von Niemand verstanden wird. Eines als er die falsche Vorstellung erweckt, als ob stets jede Heirath | Tages geht die Familie über Land und man vernimmt da diesen Lebensgewinn herbeisühre. Wenn dies auch bis zu I Krähen eines Hahnes. Da bricht die Kleine rn den Freuden einem gewissen Grade der Fall ist, so liegt doch die Haupt- । ruf aus: „Mama, der Hahn kann deutsch!


