Ausgabe 
17.9.1895
 
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Äuge reicht Wie wunderbar muß dieser Anblick sein, der uns in Wort und Bild so schön gegeben. Ich kann das Sehen und Sterben" wohl begreifen, obwohl meine Augen nie die Herrlichkeit gesehen.

Aber war ist aus der Menschheit geworden seit jenen unheilvollen Tagen? Ist sie doch nur noch ein Schatten an­der Zeit der Blüthe Griechenlands und Roms. Aber haben wir nicht auch heute noch Männer, die an Kraft und Muth so erhaben dastehen, wie die Jünglinge jener denkwürdigen Zeit? -

Ist er nicht ebenso ein Mann an Kraft und Muth? Und so ganz anders als sie Alle, die da waren! Diese maje­stätische Ruhe in seinem edlen Wesen, dieses Jmponirende in seiner Erscheinung! Nie im Leben ist wohl etwas Böse» über die Lippen dieses Mannes gekommen, der Gutes thut u..b nie müde wird. Edel ist sein Streben, edel sein Sinnen und sein Denken. Die ganze Welt möchte er glücklich machen und zufrieden sehen, und er selbst ist die personifizirte Anspruchs­losigkeit und Bescheidenheit- Sie Alle überstrahlt er mit seinem Wiffen und seinem Können. Wie erhaben erscheint mir dieser Mann, an den ich auch nicht im Entferntesten hinaufreiche. Glücklich fühle ich mich, wenn ich ihn sehe, wenn ich ihn spreche» höre.

O, Hertha, was ist in Deinem Innern vorgegangen! Au» einer geschloffenen Knospe, die noch unlängst in ihrem Herzen schlummerte, ist eine herrliche Blüthe erwacht, die ihr ein nie geahntes Empfinden gab und ihr die Welt in so wundervollen Farben zeigte, die sie nie zuvor gekannt. Aber wie unglücklich fühlte sie fich jetzt, gedachte sie des Manne», dem sie in ihrer Unwiffenheit ihr Jawort zu einem Bunde für8 ganze Leben gab, der nie und nimmer gut werden konnte, denn die Kluft zwischen beiden Eharacteren war doch zu groß, al» daß jemals eine Annäherung stattfinden konnte, die eine Harmonie der Seelen brächte.

Kleins weiße Wolken ziehen hoch am Himmel lang­sam gehen sie dahin sie kehren nie wieder, lieber dem stillen Wasserspiegel flogen Libellen. Summend schwirrten sie eine Weile auf demselben Punkte und ihre leichtbeschwingten, durchsichtigen Flügel glänzten in des Himmels Bläue oder in Regenbogenfarben im Sonnenglanz. O, diese glücklichen Kinder der Natur, dachte Hertha; heute noch freuen sie sich ihres Daseins und wie schnell ist es dahin! Aber wenn ich nur wüßte, warum der Baumeister so erbleichte, als ich von Tante Walten kam! Tag und Nacht denke ich nun darüber nach und finde keinen Ausweg. Ach, wenn ich ihn doch finden möchte. Und auch in Danzig auf dem Balle sah ich sein frisches Ge­sicht weiß werden wie eben gefallener Schnee, als ich vor ihm meine Maske entfernte. Er durchstreift so oft den Wald, aber noch nie bin ich ihm begegnet- Wenn es der Zufall will, daß ich ihn einmal allein träfe, ob ich es wage, danach zu fragen? Aber was wird er nur denken und was wird er sagen?

Auf seiner Kanzlei saß der Oberförster vor seinen Holz­restantenlisten; aber auch ihm wollte die Arbeit heute nicht recht von Statten gehen. Sinnend sah er über seine Bücher hinweg hinüber zu den Kronen der alten Buchen und Eichen- Er hatte seinen Kopf in die linke Hand gestützt und nickte sinnend hinüber, als wollte er ihnen sagen: Ihr, die Ihr ein langes Leben habt, die Ihr jahrein jahraus hinausschaut von der Höhe in's tiefe Thal und weit hinaus in's Land, Ihr werdet bie Zukunft sehen, wenn ich längst nicht mehr sein werbe. Vor seinen Augen zog bie Zeit vorüber, in bet er hier so unendlich glücklich gewesen; eine kurze Zeit für dieses Glück. Und was wird nach mir kommen und wie wird er Dir ergehen, meine Tochter, Du Erbtheil glücklicher und trauriger, trauriger Stunden? All' unser Wessen, unser Können und Wollen ist Stückwerk, fügen wir uns allezeit, wie e» der Himmel beschlossen was Dir beschieden ist, dem ent­gehst Du nimmer.

Er seufzte tief und blickte wieder auf feine Bücher.

Reisig erster und zweiter Klaffe ist schon abgefahren, das bleibt fich ja fast immer gleich. Aus dem Verkauf des vorigen

Jahres stehen aber noch in verschiedenen Jagen einzelne Meter Kloben, man muß sie nach den Wegen rücken laffen. In den Jagen zehn, elf und zwölf hat auch noch Ribold eine Menge Bauhölzer liegen. Ich muß es ihm sagen, daß er sie endlich abfahren läßt, denn ich bin froh, wenn mit dem alten Holz tabula rasa gemacht wird. Freilich, in den Schneidemühlen von Heidefließ liegen noch viele Stämme trotz des großen Raumes, selbst der Teich und da» Vließ sind damit angefüllt.

Es klopfte an der Thür und herein trat der Lehrer aus dem Dorfe.

Ah, guten Tag, Herr Lehrer, was führt Sie denn Schönes nach Lindenheim? Ihr Deputatholz haben Sie doch längst weg."

Und leider auch bald verbrannt," ergänzte der Lehrer Hoffmann;aber heute führt mich eine Bitte zu Ihnen, Herr Oberförster, die ich ja alle Jahre und noch recht oft wieder­holen möchte- Wir möchten nämlich am Sonntage, also morgen über acht Tage, wieder bas Walbfest in Ihrem Belauf feiern i unb wenn der Herr Oberförster nichts dagegen haben, möchte I ich um Ihre gütige Erlaubntß bitten."

Nun, ich habe nichts dagegen, aber sorgen Sie auch für gutes Wetter, damit es nicht wieder ein Wasserfest wird, wir im vergangenen Jahre," sagte der Oberförster lächelnd. Möchten Sie es wieder auf der alten Stelle feiern, Herr Lehrer, ober haben Sie ein noch besseres Plätzchen gefunden?"

Nein, auf ber alten Stelle, Herr Oberförster, wieber im f Thalkessel bei Birkheim Er liegt unmittelbar an der Haupt­straße und dann ist es auch für das Fuhrwerk besser, denn die ganze Umgegend wird wohl auf den Beinen fein!"

Ja, ja, Herr Lehrer, da haben Sie auch ganz rechts die Stelle ist auch wie dazu geschaffen, dach bitte, erlauben Sie mir nun einmal Ihre Liste, ich möchte doch gern sehen, wie es mit der Beiheiligung aussteht."

Wir haben schon so viel Geld zusammen, baß es an nicht» fehlen wird."

Ja, bester Herr Lehrer, das sagen Sie mir doch jedes Jahr," erwiderte ber Oberförster freunblich unb nahm bie hin gereichte Liste, in bie er schrieb:Ungenannt 20 Mark." Dann gab er Beibes dem Lehrer, ber sich vielmals bedankte.

Nun, mein Lieber, möchte ich Sie noch bitten, bafür Sorge zu tragen, baß es ber lieben Jugend an nichts fehle. Es muß ein echtes Kinderfest und ein rechtes Volksfest werde». Die Kinder sollen froh und lustig springen unb sich bes Lebens freuen, denn die ernsten Seiten des Daseins kommen ihnen noch früh genug. Aber Sie werben auch im Dorfe bekannt machen, baß man auf Cigarren und Pfeifen Obacht gibt, benn bei biefer heißen Jahreszeit kann man nicht vorsichtig genug sein- Ich werde ja dann einige meiner Beamten senden und der Gendarm, ber Schwiegersohn vom Förster Rudow, wird ja wohl auch nicht fehlen-"

Der Lehrer versprach Alle» nach besten Kräften zu thun und empfahl sich bestens vom Oberförster.

Am nächsten Mittwoch erfuhren die Freunde von dem beabsichtigten Walbfest bei Birkheim unb als ber Oberförster fragte, ob sie ben Jubel mit ansehen möchten, sagten sie sogleich zu. Der Ingenieur hoffte im Stillen, auch Fräulein von Wilbenau bort zu sehen unb wenn bies Fest auch zehn Meilen weiter gewesen wäre, so hätte er sich bie Gelegenheit nicht entgehen lassen, wenn er die wilde Trude dort vermuthete. Der Baumeister unterhielt sich lange mit Fräulein Steuer, die er um Information wegen des Waldfestes gebeten.

Der Thalkeffel von Birkheim war ein freier Platz mit mäßiger Senkung, ber ungefähr 50 Meter von ber Landstraße entfernt war. Rings um biefen Kessel zog sich hoher Tannen- walb bie Höhe hinauf, ber nach Birkheim zu immer bichter würbe. Auf den Wipfeln dieser alten, finsteren Bäume horstete der große Bussard und anderes Raubgesindel, das von hier aus unbeobachtet weit hinanssah über Laub- und Nadel­wald, über Wiesen und Felder und sich seine Bente sicherte. Al» der alte Förster von dem Feste hörte, ließ er sogleich das Gras mähen, denn dieser Thalkeffel gehörte zu seiner Dienst- wiese- (Fortsetzung folgt.)