Ausgabe 
16.11.1895
 
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Was Schiller vergessen hat. (Dar Lied Glockenklöppel.)

Als er kam zu dieser Stelle: Friede sei ihr erst Geläut'", Aeußerte der Altgeselle: Meister, Ihr seid zu zerstreut!

Fertig, glaubet Ihr,

Wär' die Glocke hier, Und da habt Ihr unterdessen Ja den Klöppel ganz vergessen! Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Wo Starkes sich mit Mildem paarten, Da gibt es einen guten Klang;

Drum prüfe, eh' die Zeit dahin ist, Ob in der Glock' ein Klöppel drin ist, Sonst weiß man Deinem Werk nicht Dank. Gefährlich ist's den Leu zu wecken, Verderblich ist des Nashorns Stoß, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist die Glocke klöppellos.

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Literarisch««

3nt Süden des Deutschen Reiches und in der Schweiz be­gegnet man heute noch auf Weg und Steg alten Volksgebräuchen, welche den Beweis liefern daß die Poesie, gepaart mit reinem Kindersim und Frömmigkeit des Gemüthes, noch immer tiefere Wurzeln schiäqt Das soeben erschienene neunte Heft der vomDeutschen Verlagshaus herausgegebenen illustrirten Familienzeitschrift »Kür AK« Well^ lPreis des Vierzehntagshestes 40 Pfg.) enthält eme Originalzeichnung von Jos. Scotti:Der Alpsegen in Wallis" welche das oben gesagte treffend illustrirt. Zu solchemAlpsegen" zieht der Pfarrer in den Hochthälern der Alpen umher, um Heerde und ^gnen und in feierlichem Aufzuge, costümirte Trommler und -Pfeifer an der Spitze, erscheinen dann die Aelpler vor ihm, um n, -r. v - ber Gemeinde, den bekränztenSegenskäs" zu überreichen. Auch das Wachsmuth'sche BildAus sicher»! Hinterhalt" schildert eine Scene aus dem Leben im Hochgebirge. Die neckischen Dirnen darauf !'V,.,OfCte bayerischen Gebirgsstädtchen heruntergeholt und

lachen so fnschfrohlich, daß einem beiin Beschauen das Herz aufqeht. Aber wie immer beschränkt sichFür Alle Welt" auch diesmal nicht 2.. eine Gegend. Mit vielen buntfarbigen Illustrationen und ausführlichem Text ,st das Londoner Verkehrsleben geschildert, das Denkmal Kaiser Friedrichs auf dem Schlachtfelde von Wörth ist in einer Zeichnung von Edwald Thiel wiedergegeben, und dasDroschkenwettfahmi in Westend m «ner Zeichnung von I. Akermark. Ein Marinebild

Rasch,Boot m Sicht" ein allerliebstes Genrebildchen

J:61' macht Diebe," die doppelseitige Holzschnitt-

n"' °X°be des Rochegrosse'schen GemäldesPlünderung eines Land- hames durch die Hunnen," die Portaits von Pasteur und Bardeleben m ,m vervollständigen den illustrativen Schmuck dieses Heftes,

tolle denn je. Die Fortsetzung des RomansSie

n P°ul Oskar Höcker ist wiederum so reich an hoch- d-PalenbtT Scenen, daß man die Spannung, mit der bie i.efer tote Ausgabe zedes Heftes vonFür Alle Welt" erwarten, wohl Die NovelleNach sünfundzivanzig Jahren" von F. Frhr. von Dmcklage kommt zu einem äußerst interessanten Schluß, Köniaski^d^'"^ m ein neuer Roman:Es waren zwei

h°n Herbert von Osten, der uns gleich im Anfang leben^eine's^^'^?.^ bevorzugteren Klassen und in das Gemüths- wbrt einer schbnen Millionärstochter ein-

fnhrt. Ferner enthalt das Heft noch durchaus sachverständiq und ro- über^ Olu-ev^"-- ^ikel überDie Gewinnung animaler Lymphe," v "ber den Einfluß des Kochgeschirrs auf die $ert J^-e ^er obenangeführten Illustrationen ein eingehender

Mii Ä 'rbet.bet Sachlichkeit und dem Ernst mit demFür Alle Welt" geleitet wird, elbstverständlich

VermMehtes.

, Neber diHZerstörung von Vogelnester« theilt der sranzüstsche Zoologe Rens Martin, wohl durch den Vogel- schutzcongreß in Part« dazu veranlaßt, derRevue Scienti- stgue einige von ihm und seinem College« Xaver Raspail angestellte Beobachtungen mit. Nach Darwin kommen von 20 lungen Singvögeln 17 noch in demselben Jahre um, in dem sie geboren werden, und nur zwei oder drei überleben und pflanzen sich im nächsten Jahre fort. Dieses hohe Verhä rniß von 17 Tobten auf 20 Geborene scheint nicht übertrieben, wenn man die mannigfachen Ursachen der Ver­nichtung der jungen Vögel in Betracht zieht. Von diesen Ur- fachen erörtert Martin nur eine, die Zerstörung der Nester durch gewrfle Thierarten. Die Beobachtungen, die Raspail in einem kleinen Park anstellte, ergaben, daß von 67 Nestern 41 durch Katzen, Eichhörnchen, Haselmäuse, Elstern und Heher ausgeraubt wurden; eins soll sogar von einem Igel zerstört, ein anderes von einem Raubvogel fortgeführt worden sein Die Katze, der gefährlichste Feind der Vögel, hat den Inhalt von 15 Nestern verschlungen, obwohl in dem fraglichen Park diese Thiere erbarmungslos verfolgt wurden. Wiesel, Nattern und besonders die Vipern räumen außerdem unter oen Singvögeln in erschreckender Weise auf. Martin hat beobachtet, wie die Vipern die jungen Vögel einen nach dem - bk«, aus dem Neste holen; zuweilen überraschte er auch ein Wiesel, das vor ihm in da« Gebüsch entwischte, und an der Stelle, w« e« überrascht worden war, lagen Junge oder Eier der Nachtigall oder der Ammer auf der Erde neben einem zerfetzten Nest. Au« angestellten Beobachtungen geht hervor, daß von 100 Singvögeln, wie Amseln, Dompfaffen, ®r£n[in9en, Ammern, Nachtigallen, Grasmücken, 65 bis 70 Stück in folgendem Verhältniß getödtet werden: Von Katzen wenigstens 15, von Elstern und Hetzern 15, von Eichhörnchen 10, von Haselmäusen und Ratten 10, von Schlangen 8, von Wieseln 9, von Raubvögeln oder anderen Thieren 1. Wenn es sich um Nester handelt, die auf hohen ^umen .^richtet sind, so werden natürlich Hetzer, Elstern und Raubvögel einen größeren Antheil an der Zerstörung haben, während das Verhältniß sich auf beiden Seiten der Schlangen und Wiesel vergrößert, wenn die Nester auf der Erde erbaut sind. Will man aber die Singvögel schützen, so muß man ohne Gnaden die Katzen, die Wiesel, Elstern und Hetzer verfolgen. Diese sind, noch mehr al« die Kinder, die großen Nestzerstörer. Auch der Kukuk bemächtigt sich einiger Stngvögelnester; jedes Weibchen des Kukuks veran- laßt jährlich die Vernichtung von 4 bis 5 Nestern zum Besten femer Jungen. Aber der Kukuk ist verhältnißmäßig wenig häufig und Echt sich durch Raupsnvertilgang in hohem Grade nützlich, so daß er ohne Frage geschont werden muß.

Und wo man hinbringt eine Glocke, Die incomplet, da naht, o Graus, Der Auftraggeber mit dem Stocke Und ruft empört:Der Mann muß 'raus!" Denn was das Messer ohne Stiel ist, Und was die Bühne ohne Spiel ist Und was der Ofen ohne Kohle, Und was der Stiefel ohne Sohle, Und was der Globus ohne Ax' is, Und was der Thurn ist ohne Taxis, Und was Akustik ohne Schall is, Und was die Schweiz ist ohne Wallis, Und was die Zarin ohne Zar is, Und was Helene ohne Paris, Und was der Haushahn ohne Henn' is, Und was der Lawn ohne Tennis, Und was der Walfisch ohne Thran is, Und was der Piscis ohne Panis, Und was das Hemd ist ohne Knüppel Das ist die Glocke ohne Klöppel!

Drum aus Eisen laßt uns machen Einen Kloppstock, lang und schwer, Daß er tönend möge krachen, Wenn er baumelt hin und her.

So, jetzt ist er da, Grüßt ihn mit Hurrah! Seid des höchsten Lobs gewärtig, Denn jetzt ist die Glocke fertig!

Ein Keil treibt den andern. Schneider:Heu! müssen Sie mich zahlen, njein Schuster hat mich gemahnt."

Fatal. Professor (auf* der Straße stehen bleibende Donnerwetter! Da hab' ich was vergessen; ich hab aber vergessen, was ich vergessen hab'!"