Ausgabe 
16.7.1895
 
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eine Situation, einen Rang in der Welt zu geben g vermag. Aber bann darf er sich nicht an junge Mädchen | Web ©a er die Ehe als ein Mittel betrachtete, die ©einigen | aus einer immer größeren Noth zu retten, war er selbst I nicht weit davon entfernt, in einer, wenn auch unpassenden I Heirath ein Asyl gegen das Elend, ein Werkzeug des Glückes, I einen Schemel zu suchen, um sich über den niedrigen Kapitäns. 1 rang zu erheben, den er soeben nicht ohne Schwierigkeit wieder» I erobert hatte. I

IV.

Erste Niederlage Bonapartes.

Am nächsten Tage, nachdem er die dem Fräulein von j Saint-Cyr zur Rückkehr in ihre Familie billigten Reife. I diäten behoben hatte, begab sich Bonaparte mit Elisa zu j SWWÄte ihr vor seiner Abreise nach Corsica seine | Schwester vorstellen, doch auch ein anderer Plan führte rh» I aleichzeitiq zu der Wittwe seines Freundes.

Frau Permon, die Mutter der künftigen Herzogin I d'Abrantös, von Geburt eine Griechin, die lange in Corsica I gelebt hatte, war noch eine sehr hübsche Frau.

Aus Koketterie verhehlte sie ihr Alter, und gedankenlos, I frivol, in Toilettenkünsten erfahren, in einer Epoche, wo der I Luxus schwer und gefährlich war, von niedlichen Bibelots aus der Zeit Louis XV. und den künstlerischen Möbeln dieser feinen und sinnlichen Epoche umgeben, erschien sie den Augen des armen Sorten al» die Königin der Grazien und aller ÖOt M allen Reizen geschmückt, und

diese» Aussehen einer großen Dame, da» sie in seinen Augen hatte und immer zu bewahren wußte, verbarg dem Blicke de» jungen armen Liebhaber» die bereit» sichtbaren Runzeln | ihres Gesichtes und die von dem reiferen Alter unzertrenn- ^e D§^Permon»t hatten ziemlich hübsches vermögen beseffen. Bonaparte, der an Tagen des Mangels mit Junot, Marmont und Bourienne sich oft an ihrem gastlichen Tisch niedergelassen hatte, glaubte, daß die Wittwe noch immer

Di^s^ Erwägungen bestimmten ihn zu einem dopp^ten Schritte. Nachdem er Elisa mit Laura, beräUeren Tochter Frau Permons, allein gelaffen hatte, begleitete er die Letztere in einen kleinen Salon und machte ihr dort den Antrag, ihren Sohn, den jungen Permon, zu verheirathen.

Da Frau Permon sich neugierig nach der Person er kündigte, mit der er ihren Sohn verheirathen wollte, ant» »ortete er:Es ist meine Schwester Elisa.

Aber sie ist noch sehr jung, und ich weiß, daß mein Sohn"gegenwärtig gar keine Lust hat, zu heirathen, antwortete

laubte. '________________

JRebaction: 31. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen

Ueberrascht konnte der Gegenstand diese» unerwarteten Antrages sich nicht halten: sie lachte dem Bewerber ins @eMSottaparte schien über diese Heiterkeit sehr verletzt zu fein, und Frau Permon beeilte sich, zu erklären: «Mein lieber Napoleon,« sagte sie, indem sie eine ganz mütterliche Miene annahm.Sprechen wir ernsthaft. Sie glauben mein Alter zu kennen. Nun denn, Sie kennen e» nicht , ich werde es Ihnen auch nicht sagen, denn dieses Verstecken, spiel ist meine Schwäche. Nur eine» will ich Ihnen sagen: Ich könnte nicht nur ihre Mutter, sondern auch die Josefs, Ihres älteren Bruders, fein. Lassen wir also diesen Scherz. Er kränkt mich, da er von Ihnen kommt.«

Es fiel mir nicht ein, zu scherze», und ich sehe nicht ein, was an meiner Werbung so lächerlich ist, sagte Bona. , patte in pikiertem Tone.Das Alter der Frau, die ich heirathen werde, ist mir gleichgültig. Außerdem,ohnei alle Schmeichelei, scheinen Sie mir nicht älter als dreißig Jahre

^Sparte biß sich auf die Lippen und fuhr alfogleich fort:Vielleicht wird meine Schwester Pauline, die sehr hübsch ist, Herrn Permon bester paffen,« und er fügte hinzu, daß mäu zu gleicher Zeit Laura Permon mit einem seiner Brüder. Louis oder Jerome, verheirathen könne.

Jerome ist jünger als Laura,« sagte Frcm Permon lachendWirklich, mein lieber Napoleon. Sie spielen heute den Hohenpriester. Sie wollen alle Welt, sogar die sSSutte ehM«"* ta ta legenem Tone, daß die Vsrheirathnng der Seinigen in der That eine seiner größten Sorgen sei. wrtV1Ä

9 Dann stürzte er sich auf die Hand Fran Permon^ drückte zwei brennende Küffe darauf und sagte, daß er sich entschloßen habe, die Verbindung der beiden SamUten, feinen liebsten Traum, durch eine Heirath zwischen ihm und ihr selbst zu beginnen, sobald ihre erst kürzliche Trauer da» er

zu fein."

D, ich bin viel älter I

Da» geht mich nicht» an," rief Bonaparte mit Feuer. Sie sind jung und schön, und Sie sind die Frau, die ich mir al» Gefährtin erträumte.«

Unb wenn ich in diese Thorheit nicht einwillige, was werden Sie da thun?« , . ,

Ich werde das Glück, das Sie mir verweigern, anders, wo suchen," antwortete Bonaparte mit Energie- -Zh «ill mich verheirathen," fügte er nach einer Pau des Nach denkens bin»u. Meine Freunde denken an eine reizende Krau, so wie Sie es sind, von Ihrem Alter oder beiläufig Ihrem Alter deren Name und Geburt sehr ehrenhast sind. Ich wiederhole Ihnen, ich will mich verheirathen- UC egrau Permon hatte nicht viel zu überlegen, ihr Herz i war nicht frei. Sie liebte im Geheimen einen Vetter, emen sehr schönen Mann Namen» StephanopM- SiehEW Bonaparte vorgestellt und wollte ihn durch ihn in die Con« venttonsgarde hineinbringen, die zu jener Zeit KUdet wurde.

Um dieses braven Soldaten willen, der übrigens einen höchst prosaischen Tod finden sollte, indem er sich ungeschlckt in ein Hühnerauge schnitt, wies sie den Antrag Bonapartes a, b 8»« Pmtz' °»

| heiräthet, wäre Bonaparte vielleicht niemals commandieren er General der italienischen Armee geworden und hät zwesi

I los während rühmloser Kriege »^^1«^

Bonavarte hatte in dresem Gespräche den -tvunjcy aus I aesprochen, eine vortheilhaste Ehe zu schließen, eine reich I ^rflU in heirathen, welche ihm das Debüt im Leben erreichter I und ihm die Reihen der großen Gesellschaft eröffnen sollt, I die damals verpönt und erniedrigt war, die aber, wie I voraussah, bald noch anmaßender unter dem Schaffst hervor |ürbe- 6^6 $^e^uS gr6u Permons sollte aus der I Pensionärin von Saint'Cyr die Prinzessin von Piomb n und aus dem künftigen General Bonapatte den Ga t n Jo sefinens machen. (Fortsetzung folflU

I Vern Echtes.

I Kaltblütig. Ein Rittmeister, der von einem Rechts' I anwalt beleidigt worden war, ließ diesem eine Forderung durch I s-inen Kartellträger zugehen. Darauf antwortete der Advoca I nach kurzem Besinnen:Mein Herr, ich nehme principiell tm I Forderungen an, die einklagbar sind."

I Ein Heuchler. Hauswirthin (zu dem erst vor wenigen ; I Tagen eingezogenen Studenten):Herr Bummel, es w, : I verschiedene Leute hier, die nach Ihnen gefragt haben, . | Ihre frühere Hauswirthin!" Student:Hm, hm . -

I foute ich etwa heute Geburtstag haben?