Ausgabe 
16.7.1895
 
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Sjutt

Und als Herminas Rolle kam und Cora» edle Gestalt auf die Bühne trat, genügten wenige Minuten, um den Unter­schied zwischen Cora» Talent und Triffa» Spiel zu bemerken.

Die ruhige Anmuth, da» Natürliche und die Kraft, die sich in jedem Blick und jedem Wort Cora» ausdrückte, wurden sofort von der Zuhörerschaft anerkannt.

Als der erste Act zu Ende war, lief ein unwillkürliches Gemurmel des Beifalls durch die Menge und am Schluß der Vorstellung erscholl ein allgemeiner Ruf: Herminal

Erst auf wiederholtes Bitten erschien Cora vor dem Vor­hang und als sie sich mit ihrer gewohnten Ruhe und Be-

Sie haben doch nichts dagegen, mir Ihr Alter zu nennen soweit dasselbe Ihnen selbst bekannt ist?" fragte er.Ich werde Ihnen gleich erklären, was mich zu meiner Frage ver-

erlaubt nähern. .,. ,,.rw6i

Aber eine unbestimmte Neugier, wenn nicht tiefe - edleres Gefühl, trieb sie, diese peinliche Unterredung zu

Da übernahm ein alter Schützling von Sir Fulks die ihm zugetheilte Rolle ... ein Herr Beauelerc, der schon als Jüngling unter des Admirals Befehl einige Zeit zur See ge- wefen, dann aber in den Besitz eines genügend großen Ver­mögens gekommen war, um von seinen Renten leben zu können.

Miß Cora," bemerkte Herr Beauelerc während der Generalprobe,Sie scheinen wenig Lust zu Ihrer Partie zu haben? Wollen Sie nicht Ihr Möglichstes zur Vorstellung

Ein halb spöttisches Lächeln spielte um Coras Lippen.

GewißI" entgegnete sie.Ich möchte nicht schlecht spielen. Man soll nicht von mir glauben, ich verderbe Alles, was ich unternehme . . . doch Comödie spielen ist Verstellung und man sollte sich nicht so viele Mühe geben, Unwahres wahr erscheinen zu laffen." t

Herr Beauelerc schüttelte den Kopf und erwiderte:Wir sollten zu stolz auf unsere großen Dichter sein, um so etwas lu sagen, Miß Cora. Wir geben der Wahrheit und Wirklich­keit nur Leben. Zeigt uns nicht das Stück, das wir lauf- führen wollen, die Welt genau so, wie wir sie täglich finden ?

Rein!" sagte sie kühl.Was nützt es, wenn das Herz nicht vertrauen kann? Ich glaube an keine Zauberkraft; d e unfehlbare Sympathie verwandter Herzen ist es, die sie wie mit von Gott gesandter Liebe aneinander feffelt."

Coras Blicke entsprachen vielleicht der Empfindung, die sich in ihren erregten Zügen ausdrückte, aber ihre Lippen be­wegten sich nicht mehr, denn in dem Augenblicke näherten sich ihnen Sir Claud Wilmot und Triffa in lebhafter Unterhaltung und machten dem ernsten Gespräche der Beiden ein Ende.

scheidenheit verneigte, vergaß der Herzog von Dunbar fast über die Bewunderung, die er ihrem Spiele zollte, zu applaudtren.

Frau Digby war wüthend über diesen Mißerfolg und fing an, Cora zu Haffen.

Ich habe mir doch gewiß ein Recht dazu erworben, Sie heute Abend zu Tisch zu führen, Miß Cora," sagte Herr Beauelerc, als die Gäste sich in den Salon begaben-Ver« gefielt Sie nicht, daß ich Sie nicht dem Herzog überlasse, der, wie ich sehe, in sehr verdachterregender Weise auf «ns z«, steuert."

Ich bin Ihnen sehr dankbar," erwiderte Cora heiter.

Und warum, wenn ich fragen darf?" fagte er, indem er ihr den Arm bot.

Sie wissen nicht, daß ich ein Findelkind bin," erwiderte sie,und daß ich meinen Namen dem Ort verdanke, wo ich gesunden wurde?"

Und der hieß?" fragte er eifrig.

Das Meer bei Santa-Crux. Ich war die einzige Ueber- lebende bei einem Schiffbruch daselbst und wurde von den dor­tigen Bewohnern als kleines Kind gefunden. Sie zogen mich auf, bis ich acht Jahre alt war, dann wurde ich einem See­manns übergeben, der Mitleid mit mir hatte, mich mit fort nahm und in seine Heimath zu seiner Mutter brachte. Das ist meine Lebensgeschichte. Daraus ersehen Sie, daß ich ein Mädchen bin, das von der Barmherzigkeit Fremder abhängt."

Herr Beauelerc machte nicht die Einwendung, die man vielleicht erwartet hätte. Er war einige Augenblicke nach­denklich und zerstreut; dann wandte er sich mit einem halb um Entschuldigung bittenden Lächeln wieder Cora zu.

Die Vorbereitungen für die Theateraufführung waren vollendet. Die beiden Heldinnen waren in vollem Costüm und i Maßt."' 4

E Beginn der Vorstellung bereit und Frau Digby maß sie I Ich halte mich für ungefähr achtzehn Jahre/ sagte fie. mit einem flüchtigen Blick, als sie an dem Zimmer vorüber- IWenigstens sind seit dem Schiffbruche sechzehn Jahre ver- iLritt und ihren Pflichten als Wirthin nachging. j gangen und damals muß ich ungefähr zwei Jahre alt ge*

Triffas Aussehen entsprach völlig den Erwartungen. | wesen sein." _ ,

Wenn ihr Spiel ihrer Schönheit gleichkam, mußte die Vor-Es ist sonderbar, sehr sonderbar-"sagte,Hen-Beauäerc. ^lluna Erfolg haben.Wenn dem so ist, kann das fragliche Schiff kein anderes al»

Neben ihr stand Cora, aber die Farbe ihres Costüms, I berZephyr" gewesen sein. Ich selbst war damals kurz nach die sür ihren brünetten Teint so unvortheilhaft, war geschickt jenem Unglück in Santa-Crux und ich erinnere mich noch genau, durch eine Wolke schwarzer Spitzen gedämpft, die ihr ein wenig die Eingeborenen von einem Schiffbruch sprachen und das Aussehen einer Spanierin gab. Ihr schwarzes Haar war I auch, daß ein Dampfer dieses Namens zu derselben Zeit ver in sehr phantastischer Weise arrangirt und von einem goldenen ! schänden war. Haben Sie wirklich keine Ahnung davon,

Pfeil gehalten. , . ! wer Ihre Eltern waren?"

Triffas blendende Anmuth konnte wohl sür eine kurzeNicht die geringste," entgegnete sie traurig.

Zeit die Augen der Gäste anziehen, aber hin und wieder man-Es muß sich doch ein Ausschluß dasür finden laffen,

betten dieselben zu der klassisch-schönen Gestalt neben ihr und bemettte er.Warum sollte es nich möglich sein, selbst -etz

rweiselhaft würde die Palme der etnsacheren Toilette und der noch eine Liste der Paflagiere zu erlangen? Wenn Sie mtl

flohen Haltung der Unbekannten zuerkannt worden sein. j erlauben, werde ich selbst mit Sir Fulke darüber reden.

Frau Digby verstand sich auf Schönheit. Sie bemerkte ISie sind sehr freundlich," sagte sie.

es mit einem Blick, aber jetzt war er zu einer Aenderung zu

spät. War Cora eine gute Schauspielerin, so war der ganze XLVIU.

Plan vereitelt. Lady Marian Biddulph hatte den Beschluß gefaßt, New

Der Herzog von Dunbar folgte der kleinen Aufführung j «aro aufzusuchen. Sie zog den Shawl fester um ihre Schu- mit großem Jntereffe und mit geheimer Freude errieth er den tern unb eilte ihrem Ziele zu. Aber als sie den Eingang s Verlauf der verunglückten List. I Villa erreicht hatte, blieb sie stehen, theils um wieder zu AM

Die Aufführung begann. I zu kommen, theils um zu überlegen, was sie zunächst lM

Triffa wär reizend das unterlag keinem Zweifel I coHte Zie war zu stolz, um die Besitzung des Grafen Trevm

aber es fehlte ihrem Spiel die natürliche Frische, Geist und I Einstich zu betreten oder seine Nichte, die unter seinem Schutze

stand, ohne sein Wiflen zu besuchen.

Sie zog mit fester Hand an der Thorklingel.

Ist Lady Emily Faro zu Hause?" fragte sie den Diener.

Lady Emily ist ausgefahren, aber der Herr Gras t|t zu Hause. Wollen Sie ihn sprechen, Miß?"

Die Angeredete schwieg einen Augenblick. Sie war Gral Treville völlig fremd. Sie hatte viel von seinem wunderlichen Wesen gehört und nun sollte sie sich ihm ungebeten und un

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