88
-m mir die ittel zu be-
Ihre ist," och zu Roß
h fühlte ich i wollte, die
häftigt, die einen der
;e ich nicht
interesstren eine große »eine ganze
Band von itwillig von
i auf einen den standen. c das Blatt ib.
ch von alle» Sache mit
: kein Buch n, daß nicht
nd Gertraud klbfchied von
entdeckte ich, icklichkeit am : zierlichsten
vis kann ich ann unwill- klich fo arm
> ein. „Die j Niemanden s ein lieber» Du ihn be» Aufmerksam» ;e."
entschieden, als arm ist. >ei dem wir heraus, daß rt, ob er bei einer kleinen „Ich möchte sie kommen."
— der un» habe ich zur ach Hause zu : im Stande, mde und er» ilen so schwer t. Ein Jahr da, der mich r frei- meine Freiheit War gewinne ht länger al» vor mir auf,
was ich hätte sein können. Ach, hätte sie früher meinen Lebensweg gekreuzt, oder wäre ich mit dreißig Jahren nicht schon ein gebrochener Mann gewesen, der kein anderes Streben kennen durfte, als der Tobten fein Versprechen zu halten.
Aber ich habe es gehalten, — nicht allein nach dem Buchstaben, sondern auch nach dem innersten Sinne. Ob Du es weißt, Eleonore? Wenn der Geist Deines bleichen, traurigen Antlitzes jetzt in der hereinbrechenden Nacht vor mir auftauchte, könnte ich Deinen Blicken so furchtlos begegnen wie stets. Was es mich auch gekostet hat, ich habe Dir Wort gehalten.
Obgleich mich die Leute hier meiden, vermuthst doch Niemand, daß ich nicht bin, was ich scheine. Sie denken, — wenn sie überhaupt über mich nachdenken, — ich sei ein Mann, der mit Armuth zu kämpfen hat. Daß ich mir keinen Gehilfen halte, sondern meine Geschäfte alle allein besorge, dazu die gesuchte Einfachheit in meiner Wohnung, das Alles bestimmt sie natürlich zu dieser Annahme. Es war das meine Absicht. Unser Geheimniß — unser furchtbares Familien» geheimniß — ist dadurch sicherer. Die Spur wird abgelenkt.
Und was gilt es ihnen, ob das Geld, das ich hier in Neuseeland verzehre, im Vergleich zu dem jährlichen Einkommen eines Freiherrn Felsing von Braunegq ein Nichts ist?
Mein alter Name — mein wirklicher Name — welch' seltsames Gefühl, ihn wieder einmal zu schreiben! Als ich Fräulein Leonhard gestern ein Buch geben wollte, fand ich meinen vollen Namen darin — „Arthur Felsing von Braunegg. Zur Erinnerung an Eleonore Felsing von Braunegg," und das Datum.
Er traf mein Auge in dem Moment wie ein schändlicher Betrug. Ich riß das Blatt heraus und stand nun vor ihr wie ein Narr, ohne daß mir eine glaubwürdige Entschuldigung für meine scheinbare Unart eingefallen wäre.
Aber Christa, das zartfühlende, liebenswürdige Mädchen that, als ob sie es nicht bemerkt hätte. Vor einigen Wochen sah ich sie zum ersten Mal. Ich hörte von allen Seiten von Leonhard« reden und beschloß anfangs, ihre Bekanntschaft gar nicht zu machen. Magdalene aber bestand darauf und erklärte auf das Bestimmteste, daß, wenn ich nicht mitkommen wollte, sie ihnen allein ihren Besuch machen würde.
Da ritt ich denn eines Abends, ohne ihr etwa» davon zu sagen, zu Leonhards hinüber, um mich mit eigenen Augen zu überzeugen, was für Mädchen es sind, von denen die ganze Männerwelt ringsum schwärmt.
Als Gertraud in da« Zimmer trat, war mein erster Gedanke, daß sie entschieden ungewöhnliche Reize besitzt; der nächste, daß sie bei näherer Bekanntschaft nicht gewinnt; der dritte, daß man sie bei Weitem überschätzt.
Sie ist sehr schön, das ist gewiß; die Schönh it aber liegt einzig und allein in den Farben, nicht in den Formen. Ihr Haar ist von einem herrlichen Goldblond, aber die Form ihres Kopfes ist ungraciös; ihre Augen sind blau, aber kalt; auch ist sie zu groß und zu dünn für meinen Geschmack.
Doch hinter ihr schlüpfte in da» Zimmer und drückte sich bescheiden in die Ecke eine kleine Gestalt, die in meinen Augen den Credit der Familie wieder hob. Ein ernste», blaffe» Gesichtchen, weich und rund, mit dunklen, sanften Augen, dunklerem Haar, al» das der Anderen, doch ebenso stark und eine Figur gerade so groß und so gerundet, wie ich sie liebe - mis war Christa — „unsere Klosterschwester Christa" — wie Gertraud Leonhard sie lachend nannte.
. .Sie trat nur näher, um den Thee zu bereiten. Als sie bamit fertig war, zog sie sich wieder in den Hintergrund des Zimmers zurück. Ich glaube, sie bemerkte nicht ein einziges Mal, daß ich fte ansah.
Als ich das Haus verlaffen hatte, verfolgte mich ihr Ge» tJr unaufhörlich. In der Dunkelheit auf meinem Heimschritt )$roebte e» mir immer voran, und ich frug mich wieder und wieder, was es eigentlich war, das mich so feffelte.
„Milde und Treuherzigkeit." Ja, Beides prägte sich in Ibsen Zügen aus und bot einen so entschiedenen Gegensatz zu 1
dem falschen, boshaften Gesicht, das meiner zu Hause wartete. Ja, einst hätte es fein können, jetzt nicht.
Einst hätte ich ein glücklicher Mann werden können, wenn ich Christa Leonhard früher kennen gelernt hätte; nun ist es zu spät. Kann ich um ihre Hand werben, während da» furchtbare Familiengeheimnlß mir gleich einem Mühlstein anhängt, — mit einer Lüge im Herzen?
Ich höre Magdalene im Nebenzimmer fingen. Sie scheint heute Abend sehr guter Stimmung zu fein. Christa gefällt ihr nicht, das sagte sie mir mit klaren Worten, Gertraud dagegen nennt sie „ein reizende», kleines Ding".
So lange Gertraud ihr allen Willen thut, werden sie gut miteinander auskommen; doch wenn diese es satt hat, dann wehe ihr! Ich muß indeffen auf der Hut sein, daß die Freundschaft nicht zu weit geht.
Auch gegen mich selbst muß ich auf der Hut fein. E» taugt nicht für mich, da» Haus zu oft zu besuchen, — da» Beste wäre, ich ginge überhaupt nicht wieder hin.
Doch ich denke, ein fo schweres Opfer ist kaum nöthig. Es ist ja kein Unrecht, wenn ich sie zuweilen sehe, selbst wenn ich schwach genug bin, sie zu lieben, so lange es ihr Glück nicht stört. Vielleicht ist sie schon verlobt — sogar sehr wahrscheinlich, und im klebrigen glaube ich, ich wäre gar nicht im Stande, mich ihr gänzlich fernzuhalten, selbst wenn ich es versuchte.
Magdalene ist eine bewunderungswürdige Reiterin. Al» sie heute davon sprengte uud ihre Gestalt sich leicht nach be» Pferdes Tritt bog, — da trat der Wunsch an mich heran, das Pferd möge stürzen, sie abwerfen und mich mit einem Schlage von dem Dämon meine« Leben« befreien.
5. Capitel.
Ich bin heute zu Leonhards hinüber geritten, Christa war in der Küche beschäftigt. Ich glaube, sie ist immer thälig uns macht nicht allein ihre Arbeit, sondern auch die- ienige Gertraud«. Gertraud amüsirt sich inzwischen im Wohnzimmer.
Sie war sehr liebenswürdig gegen mich, al« ich herein trat. Sie ist es stets, obgleich ste mich nicht für begehrens- werth erachtet. Sie schaut nicht unter die Oberfläche und meine ärmliche Einrichtung und mein abgetragener, alter Jagdrock haben sie so vollständig getäuscht, al« ich nur wünschen konnte. Für sie ist nur Gold, was glänzt; aber dennoch sucht sie, sich mir angenehm zu machen, sie gehört eben zu den Mädchen, welche gern möglichst Viele an ihren Triumph- wagen spannen möchten.
Doch das hilft Ihnen nichts, Fräulein Gertraud. Ich habe früher Dutzende von Ihrer Sorte kennen gelernt und Alle haben sich vergeblich bemüht, Eindruck auf mich zu machen. Es gelang keiner, nur einer Einzigen, und diese Einzige gab sich keine Mühe, mir zu gefallen.
Ich ertrug Gertrauds oberflächliches Geschwätz, so lange ich konnte, obgleich ich e« sehr bald falt hatte, und nur mit Mühe verbarg ich mein Gähnen.
Endlich erhob ich mich, sagte ihr Adieu und ging; nur öffnete ich nicht die Thüre rechter Hand, wie ich eigentlich ge- sollt hätte, sondern wendete mich nach links und trat birect in die Küche.
Marie, die Köchln, starrte mich mit großen Augen an, während Christa bt» unter die Haarwurzeln errötheke und anfing, zu lachen.
Sie hatte sich eine allerliebste weiße Latzschürze vorgebun» den und die Aermel von den Armen zurückgestrelst, die von Mehl bestäubt waren. Es war dies in meinen Augen ein ganz ungewöhnliches und äußerst pikante« Costüm, das zu sehen ich nicht um die Welt hätte missen mögen; infolge dessen bereute ich mein wenig ceremonielle« Betragen auch keineswegs, obgleich ich dafür um Entschuldigung bat.
(Fortsetzung folgt.)


