Ausgabe 
15.10.1895
 
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i.

Genreinnütziges

VevMLKHtes

Stbortfen: A. bcheyda. Druck und Verlag d« Brühl'schen UmverMts-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch & Scheyd«) in Gießen.

Ei«« wichtig« Neuerung auf dem Bekleidungsgebiete ist die M«dta-Klrid«ng von A. Linneborn, Hage« bet Allen» doef 1. Westphalen. Dieselbe ist von größter Bedeutung und ver­dient die höchste Beachtung Derselben scheint die erste Stelle unter allen Bekleidungsarten zu gebühren, die höchsten mcdicinischen Autori­täten sind einig über die unübertrefflichen hygienischen Vorzüge derselben, welche auch dem Manne aus dem Volke sofort in die Augen springen. Die Kleidung hat ihren Namen von der Stellung, welche sie zu den am meisten verbreiteten Systemen einnimmt: dem Wollregime Jäger und der Leinenkleidung Kneipps. Sie vereint die Vorzüge beider Systeme zu einem vorzüglichen Ganzen. Die Innenseite der Kleidung wird ge­bildet von einer Leinenschicht; die Leinenfäden sind vor deren Ver­arbeitung besonders präparirt und zwar so, daß sie seidenartig weich und alle holzigen Bestandtheile daraus entfernt werden. Ferner wird ihnen die Eigenschaft beigegeben, wenig Feuchtigkeit anzunehmen und zu halten. Die außenliegende Wollschicht wird ebenfalls besonders präparirt und zwar so, daß sie rasch und in großen Mengen Feuchtigkeit ansaugt. Die Verbindung dieser beiden Schichten ist ebenso hübsch und rationell, wie die dadurch erzielten gesundheitlichen Wirkungen unüber­trefflich. So präparirte Leinen- und Wollfäden werden beim Verarbeiten in einer Maschenbildung zu einem Unterkleide geschaffen. Die nur mit der Haut in Berührung kommende Leinenschicht hält die Hautporen offen, reizt nicht zur unnatürlichen Wärmeentwickelung und Schweißabsonderung und erhält den Körper auf der vom Blute erzeugten Naturwärme. Die darüber liegende Wollschicht saugt aber den naturgemäß austretenden Schweiß rasch und in großen Mengen nach außen und bringt ihn hier zur Verdunstung. Das rasche Absaugen des Schweißes läßt ein Anätzen des Körpers durch denselben nicht zu und mindert die Erkältungsgefahr bedeutend herab. Namentlich bei Strümpfen und insbesondere für stark transpirirende Füße ist das System von unschätzbarem Werth. Der Fuß wird in einem solchen Strumpf nicht zu starker Transpiration getrieben, der aber natürlich austretende Schweiß wird sofort nach außen abgesaugt; der Schweiß kann den Fuß nicht weich und wund ätzen und das lästige und schmerzhafte Wundlaufen, selbst bei starken Schweißsüßen ist vollständig ausgeschlossen. In der über das Bekleidungswesen von A. Linneborn herausgegebenen interessanten Broschüre sind zahlreiche, Obiges vollkommen bestätigende Atteste enthalten, von Schweißfußkranken, hervorragenden Aerzten, welche Kliniken für Hautkrankheiten besitzen und allen Berufsständen, sowie vom König!. Kriegsministerium, welches umfangreiche Versuche mit den Media-Socken angestellt hat. Für Gießen hat die Firma A. Holterhoff Söhne den Allein­verkauf übernommen, dort sind Broschüren gratis und franco zu haben.

Die nachgehendeUhr. Lieutenant (zum Burschen): Fritz, trage meine Uhr zum Uhrmacheri Sag' ihm, daß er dafür sorge, daß sie statt fo schlapp strammer gehe l"

Aus der Jnstructionsstunde. Unteroffizier:Was geschieht also, wenn der Herr Hauptmann zu Euch ins Zimmer tritt?"Nun, Huber?" Rekrut:Nun, wie gewöhnlich, er schimpft."

Pflege der Vögel im Winter. Insektenfressende Vögel, wie Nachtigallen, Grasmückenarten, Rothkehlchen u. s. w. hüte man vor kalter Zugluft und weise ihnen daher, nicht

Die Citrone als vielseitiges Hausmittel. In keiner Hausapotheke sollte die Citrone fehlen, denn ihr Saft ist von mannigfacher Heilkraft. Entzündungen und Geschwür­bildungen heilt der Saft, Verhärtungen vertheilt er, selbst die gegen alle Mittel so hartnäckigen Warzen gehen unfehlbar fort, wenn man Citronenscheiben, die alle 6 Stunden er­neuert werden müssen, darauf bindet. Leichte Fieber und Hitze-Zustände, Blutwallungen und bergt, werden durch Ci» tronen-Limonade beseitigt. Erkältungen durch dasselbe Mittel, wenn man es mit heißem Wasser bereitet. .3« allen Fällen ist der» Citronensaft schweißtreibend, reinigend, lösend, kühlend und heilend zu gleicher Zeit, daher ein ächtes Universalmittel.

Auch ein Verdienst. Hänschen:Gute, liebe Groß- mutter, heute muß ich aber Torte bekommen, heute war ich der Oberste in der Klasse." Großmutter:Hier mein Herzchen. Da hast Du wohl recht gut geantwortet?" Hänschen:Ach, der Herr Lehrer hat mich gar nicht gefragt, die vorderen haben alle die Masern."

wie häufig der Fall, den Platz bei zugigen Fenstern an. Das zu reichende Trinkwaffer fei ein wenig abgestanden; nie reiche man zu kaltes oder nicht abgestandenes Trink- wasser. Badegelegenheit gebe man erst, wenn das Zimmer, in dem sich die Vögel befinden, erwärmt ist. Bei körner­fressenden Singvögeln, wie Finken, Stieglitzen, Zeisigen u. f. w. hüte man sich, kaltes, mit Reif bedecktes oder gar gefrorenes Grünfutter zu reichen. Sonst pflege man die Vögl wie im Sommer und achte auf ziemlich gleichmäßige, etwa 18° E. betragende Zimmertemperatur.

Marmor zu reinigen. Marmorplatten halten sich gut unb verlieren ihr frisches Aussehen nicht, wenn man sie nur mit heißem Wasser ohne Zusatz von Seife reinigt und darauf achtet, daß keine Flüssigkeit in dieselben eintrocknet. Haben sich bereits Flecken gebildet, so reinige man die Mar­morplatten mit verdünntem Salmiakgeist, sehr verdünnter Salzsäure und Ochsengalle, oder man nehme eine Quantität frisch gelöschten Kalk, rühre ihn auf die Flecken und lasse den Anstrich 2 bis 3 Tage ruhig liegen, bevor man ihn ab­wäscht. Sehr gut lassen sich besonders marmorne Tischplatten reinigen, wenn man gebrannten Kalk mit Seifenlösung mengt, so daß ein dünner Brei entsteht, welcher auf den Marmor gestrichen und nach 24 bis 30 Stunden mit lauem Wasser weggewaschen wird. Hat der Marmor bereit» seine ursprüng­liche Glätte verloren, so kann man ihn wieder aufpoliren, indem man eiue Mischung von zehn Theilen reinem Bienen­wachs oder weißem Wachs, zwei Theilen japanesischem Planir- wasser und 88 Theilen Terpentinspirltus bereitet und mit dieser Mischung mittelst eines Flanelllappens die zu polirende Fläche tüchtig reibt.

Elis wie sehr dies ihr empfand Abwendei nochj.ber< das bera und nüfl streckte r verheißen schmähte toten, es bot. El Schmied.

Ein Wesenheit Gretchen Nähe ihr,

B ich Dii Braut es doch Erst er wir zu Hand i Führer unfern eigentli ttinneri schöne i Das al den unz Berge i oft dar!

reiste, waren zu verlockend für Elisabeth. Sie spann aus diesen Thatsachen nun verlockende Träume weiter. Als Be­gleiter im Gefolge der Prinzessin war Graf Bretow aus- ersehen. Er hatte Elisabeth auf der Reise schon unzählige Schmeicheleien zugeflüstert, ihr heute wieder in glühenden Farben seine Glückseligkeit geschildert über die herrliche Aus­sicht, so lange mit ihr zusammen sein zu können. Ein bindendes Wort vermied der Graf aber klug genug.

Und Löwens Antrag ? Elisabeth wußte wohl, daß sie der Eltern Wunsch erfüllte, wenn sie ihm ihre Hand reichte. Er bot ihr viel, den ehrenwerthesten Character, die besten Ver­hältnisse, gehörte einer vornehmen Familie an. Sie hatte auch gemeint» ihn zu lieben, bis Graf Bretow, der schimmernde Schmetterling, ihren Weg kreuzte. (Fortsetzung folgt.)

Eine Variante. 1. Lehrjunge:Nee, was mein Meester dumm ist, das gloobste gar nichl Wie der nur hat bei seiner Beschränktheit überhaupt Meester werden können?" 2. Lehrjunge:Na, das ist doch ganz in der Ordnung! Weßte denn nich, daß sich in der Beschränktheit erst der Meester zeigt?"

Nach dem Gewicht. Fräulein:Ich habe in der Stadt einen Haufen Musikalien bestellt, die Sie jetzt holen werden!" Hausknecht:Kann ich Sie auch alle tragen?" Fräulein:O ja, es sind nur leichtere Sachen!"

*

Folgerichtig. Gast:Kellner, was ist denn das nur? Ich höre hier immer solch gedämpftes Geräusch; wo mag das nur Herkommen?" Kellner:Das weiß ich nicht, mein Herr. Ich kann auch nichts hören. Wenn es aber, wie Sie sagen, ein gedämpftes Geräusch gewesen ist, fo wird es wohl aus der Küche gekommen fein."