Ausgabe 
14.2.1895
 
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iel Gertraud uns zu be«

lesen Worten wartet hätte vorten sollte.

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S"f Fräulein bis acht eng« , welche« aus en jede« über daraus gebil« r. Als daher kam, in wel« gerr Ausbach daß ich mein heftig klopfte, das Buch auf kräftig, daß

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Was für ein reizendes Kleid Eie tragen!" sagte Mag« dalene Ausbach.Ist das Piquö?"

Satin!" entgegnete Gertraud in fast entsetztem Ton über solche Unwiffenheit.

Natürlich Satin!" wiederholte die Erstere, sich sichtlich ihres Jrrthums schämend.Ich bin so thöricht und vergeffe dergleichen immer, ich lasse mir alle meine Sachen von Paris kommen und da schickt man mir, was man für gut befindet. Die Namen der Stoffe sind mir selten bekannt."

Die Pariser Schneiderin klang uns imponirend. Ger­traud warf einen Blick auf Magdalenens grauesMeitkleid, welches allerdings tadellos faß.

Hier wendete sich Ausbach wieder mir zu und zwar mit der Frage, wie mir die Reise gefallen habe.

Damit war ein weites Feld für unsere Unterhaltung er­öffnet und wir verplauderten die Zeit angenehm, bis wir merkten, daß auch Magdalene von ihrer Reise sprach und Gertraud seltsame Geschichten vom Schiff erzählte.

Aurbach erhob sich schnell, indem er zu seiner Schwester kühl bemerkte:Fräulein Leonhard wird sich wohl kaum für all' Deine früheren Erlebnisse interessiren, Magdalene, und es ist hohe Zeit, jetzt an den Rückweg zu denken "

Magdalene erröthete leicht und zum ersten Male zeigte sich in ihrem Wesen ein Schatten von Verwirrung. Es mochte Aerger über die zurechtweisenden Worte sein, die mehr einem Befehl al« einer Vermuthung glichen. Sie erhob sich indessen gleichfalls, wünschte uns Allen in viel wärmerer Weise als ihr Bruder einenGuten Abend" und folgte Jenem zur Thür hinaus.

Nachdem sie ihre Pferde bestiegen hatten und unseren Blicken entschwunden waren, hörte ich zu meiner Verwunde­rung, daß unsere neue Bekanntschaft auf Gertraud gerade den entgegengesetzten Eindruck gemacht hatte, wie auf mich.

So ein lustiges Mädchen! So heiter und voller Leben!" rief Gertraud entzückt.Wie? Dir gefällt sie nicht? Das begreife ich nicht, Christa. Ich für meinen Theil bin über­glücklich, eine solche Nachbarin zu haben und gedenke unsere Bekanntschaft so viel wie möglich zu cultiviren."

Fanny, welche eine Weile im Zimmer gewesen war, schüttelte den Kopf und schloß sich in ihrem Urtheil mir an.

Getraud schmollte und meinte, wir hätten kein Ver- ständniß für Charactere. Damit ließen wir das Thema fallen.

So war denn das erste Glied zu der seltsamen Freund­schaft gebildet und Gertraud hatte den kleinen Bach über­schritten, welcher zum mächtigen Strome zwischen ihr und mir anwachsen sollte.

2. Capitel.

Wir waren während der ersten Monate in Neuseeland so glücklich, trotz der harten Arbeit, die uns Allen ungewohnt war, und der ost recht schlechten Kost.

Wir versuchten uns Alle der Reihe nach im Kochen und bemühten uns, es unserer unerfahrenen Dienerin Marie bei­zubringen. Mir gelang das am besten, infolge dessen ich zur Wirthschafterin und Oberaufseherin im Küchendepartement er­nannt und mit einer reichlichen Anzahl weißer Latzschürzen und einem Kochbuch versehen wurde.

Gertraud hatte das Wohnzimmer in Ordnung zu halten und für das ganze Haus die Strümpfe zu stopfen, während Fanny die Augen überall hatte und zugriff, wo es Roth that, das heißt in den ersten Monaten nur. Dann wurde dem jungen Ehepaare ein Sohn, der kleine Fritz, geboren, welch' wichtiges Ereigniß in dem ganzen Hause große Aufregung hervorrief.

Wir bewoh> ten ein hölzernes, mit Schindeln gedecktes Haus, nicht groß, aber hinreichend, um bequem zu fein. Darin hatten wir ein einziges Wohnzimmer, doch war das« lelbe sehr geräumig und der Stolz unseres Herzens, wenn wir es mit den unserer Nachbarhäuser verglichen.

Stand doch sogar ein Pianoforte darin, dasselbe, welches einst unter den Händen unserer seligen Mutter erklungen war, und ein Blumentisch, den bald Geranien, Fuchsias und Rosen

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füllten. Außerdem war da ein schmucker Bücherschrank, dessen Inhalt zum größten Theil mein Eigenthum war, und über­dies befand sich in der einen Ecke ein Nähtisch, auf welchem drei zierliche Nähkörbe, mit Atlas gefüttert und bunten Bän­dern geschmückt, standen.

Wir hatten das Zimmer eigenhändig tapeziert und ein paar gute Kupferstiche in hübschen, einfachen Rahmen auf­gehängt. Für die Fenster nähten wir Cattunvorhänge und auf den Fußboden legten wir einen Teppich, welchen wir aus Deutschland mit herübergebracht hatten- Als wir dann noch ein lederbezogenes Sopha, Stühle und einen ovalen Tisch, den eine einfache grüne Decke zierte, hineingetragen hatten, war das Zimmer in unseren Augen vollendet, und Oscar bis auf den Hausflur entgegeneilend, zogen wir ihn triumphirend mit uns fort, damit er unser Werk bewundern sollte.

Während das Haus gebaut worden war, hatten unsere Nachbarn Oscar wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der Platz, welchen er für dasselbe gewählt hatte, ziemlich tief lag und daß das bei den heftigen Regengüssen, welche in Neuseeland zuweilen fallen und die Buchten erstaunlich hoch anschwellen, nicht ganz ungefährlich sei.

Nach reiflichem Ueberlegen schien indessen kein Grund zur Besorgniß vorzuliegen. Unser Haus stand ja noch über dem höchsten Wasserzeichen der letzten Jahre. Nur die Maoris, die halbwilden Ureinwohner des Landes, von denen, neben­bei gesagt, nur wenige in unsere Nähe kamen, konnten sich einer Zeit erinnern, zu der da« Wasser bis zu dem kleinen Grasplatz gestiegen war, welcher vor unserm Hause lug.

Oscar sprach auch davon, sobald seine Geschäfte wirklich anfingen, zu prospertren, ein neu^s, viel schöneres Haus auf einem der höher gelegenen Plätze bauen zu wollen. Das jetzige, verstcherte er uns, fei nur eine interimistische Wohnung und vor der Hand auch nur als solche zu betrachten.

Doch uns gefiel sie so weit ganz gut und eine Zeit lang ging Alles glatt und schön.

Von dem Wohnzimmer und meinem Schlafzimmer aus hatte man eine reizende Aussicht. Die Landschaft war im Vordergründe allerdings flach und einförmig, den Hintergrund aber bildete eine stolze Bergkette, die im Winter ein leuchten­des Schneekleid anlegte.

Die Umrisse jener Bergkette, die sich in der krystallenen Klarheit der Neuseeländer Luft von dem sonnigen, blauen Morgenhimmel oder von dem rothgluhenden Abendhimmel grell abhoben, kannte ich bald auswendig. Sie bildeten in meinen Augen die Gestalt einer tobten Riesin, die auf dem Rücken lag, die Arme über, der eisigen Brust gekreuzt hat und deren welliges Haar rückwä-.ts wogte, bis es sich in den wei­cheren Linien der ferneren Berge verlor.

Diese Bergkette füllte zu der Zeit, von der ich schreibe, einen Theil meines Lebens aus. Ich kann nicht an jene Tage zurückdenken, ohne daß sie vor meinem inneren Auge erstände und meine Erinnerung sorderte. Mochte die Sonne hell und strahlend über ihr lachen, mochten schwarze Wolken schwer und drohend über ihr lagern, immer waren sie meinem Herzen theuer.

Wenn ich in der Küche beschäftigt war, galt es mir stets als ein großes Vergnügen, Gertraud im Nebenzimmer singen zu hören. Sie liebte die Musik und hatte einen Theil ihrer Lieder aus der deutschen Heimath mitgenommen- Ich schließe einen Moment die Augen und sehe sie wie damals am Ciavier sitzen. Ach, armes Instrument, Dir war gleich Deiner Herrin ein seltsames Schicksal beschieden.

Ich will versuchen, meine Schwester in ihrer ganzen Schönheit und blühenden Jugendfrische zu schildern- Sie halte prächtiges, goldblondes Haar, dick und glänzend wie Atlas, Augen wie zwei Stückchen tiefblauen, lachenden Himmels und ein paar rothschwellende Lippen wie die eines unschuldigen Kindes. Sie war die größte von uns Allen und in meinen Augen dieKönigin im Rosengarten der Mädchen".

(Fortsetzung folgt.)