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zurückblieb.
XLVII.
„Lady Marian, es ist wohl unmöglich. Ich habe Lora zu sehr geliebt, um an einer Anderen dasselbe Gefallen zu finden. Ach, Lady Marian, die menschliche Natur mit all' ihren Leidenschaften ist in allen Schichten der Menschheit dieselbe! Natürlich können Sie nur jene Ihrer eigenen Sphäre be- urtheilen und ich hoffe, daß Sie in kurzem in einer paffenden, aufrichtigen Liebe Ihr Glück finden werden. Wenn ich irgend welche Nachrichten für Sie habe, werde ich dafür sorgen, daß dieselben Sie sofort erreichen und Ihre Besorgniffe zerstreuen, setzte er sanft hinzu.
Und leicht die Land drückend, die fie ihm reichte, wandte er sich ab und verschwand in den Gebüschen, während Lady Marian in einem Zustand unerklärlicher, trauriger Enttäuschung
Farben zeigte." , r
Marian hatte dieser leidenschaftlichen Rede mit bang klopfendem Herzen zugehört und sie konnte nur zu schmerzlich mit ihm empfinden. Sie wagte nicht zu reden, aus Furcht, er könne ihr eigenes Geheimniß errathen.
»Ich sehe, daß meine Erzählung Sie nur gelangweilt hat, Lady Marian," sprach der junge Mann traurig. „Verzeihen Sie mir!"
„Nicht doch! Sie befinden sich sehr im Jrrthum," sagte fie seufzend. „Ich kann Ihren Kummer nur zu gut Mitempfinden ... ja, nur zu gut!" wiederholte sie leise, als die ganze bittere Erinnerung an die Vergangenheit ihr plötzlich durch den Sinn ging.
„Dank, tausend Dank!" erwiderte er feurig. „Gott verhüte, daß Sie so zu leiden haben, wie ich."
„Vielleicht finden Sie Trost bei einer Würdigeren," entgegnete sie theilnehmend.
Rupert blickte sie mit ernster Theilnahme an und sagte:
„Frau Digby, ich hoffe, daß Ihr junger Schützling nicht krank ist?" fragte der Herzog von Dunbar zögernd bei seinem zweiten Besuch nach dem denkwürdigen Theaterabend.
Frau Digby empfand ein gewiffe» Unbehagen und ihre Tochter wurde roth vor Aerger und Eifersucht über diese unwillkommene Anspielung auf ihre verachtete und doch gefürchtete Nebenbuhlerin. n .
„O nein, krank ist fie nicht," fagte die Lady zögernd: „sie ist nur mit ihren Studien beschäftigt . . - und S,e wissen vielleicht nicht, daß Sie nur bei besonderen Gelegenheiten in unserem Kreise zu erscheinen wünscht."
„Ich glaubte, sie sei Ihr Mündel, Frau Digby, und wenn ich mich nicht irre, sah ich sie vor kurzem n einer von Sir Fulkes Gesellschaften," lautete des Herzogs kühle Antwort
„Ja, mein Onkel hat es ganz besonders gewünscht, sagte Frau Digby, „aber sie weicht immer jeder Berührung mit Fremden aus, wahrscheinlich ihrer völlig dunklen Herkunft halber und aus Furcht, daß sie gelegentlich einmal darüber befragt werden könnte."- ., „
„Ich kann das gar nicht für fo schlimm ansehen, er« widerte Her Herzog. „Meiner Meinung naH . ist es viel beffer^ gar keine Verwandte als Wechte um ungebildete zu befitzen.
1 „sie mögen von Ihrem Standpunkte aus Recht haben," sagte Frau Digby mit erzwungenem Lächeln,, „ich aber bin, offen gestanden, für gute Herkunft fehr eingenommen.
„Mit Recht, meine liebe Lady!" sprach der Herzog kühl; „aber wie ich soeben bemerkte, würve Miß Cora sich sehr natürlicher Weise ganz der Familie anschließen, die sie mit ihrer Anmuth und ihren Talenten erfreut. Ja, ich glaubte in der That, mehrfachen Anspielungen von Sir Fulke entnehmen zu I dürfen, daß Ihrem eigenen Sohn das Glück einer solchen Ver- I bindung bestimmt sei."
I „Mein Sohn Granville! O nein!" rief Frau Digby ganz I entrüstet aus. „Ich bin überzeugt, daß ihm eine solche ^dee I nie in den Sinn gekommen ist!"
„Dann ist er weniger scharfsichtig, als ich geglaubt hatte, I entgegnete der Herzog- „Ich werde Herrn de Bettune sagen, I daß das Feld frei ist, denn ich bin überzeugt, daß er in dieser I Richtung gewiffe Wünsche hegt." „ .
| W Mit diesen Worten stand der Herzog auf und empfahl I sich in sehr herzlicher Weise, aber, wie beide Damen bemerkten, I ohne mit einem Wort zu «wähnen, daß er seinen Besuch zu I wiederholen gedenke. (Fortsetzung folgt.)
Madame Sans Göne.
Roman nach Victorten Sardou und F. Morroan. Deutsch von Adel» »or«or.
(Fortsetzung.)
Mit der Zustimmung Hoches erhob sich Lefebvre, lief I aus die Straße, holte den Kapitän und seine Gefährtin ein, | und theilte ihnen die Einladung mit.
Die erste Bewegung Bonapartes war, es abzuschlagen, I denn er empfand nie Hitze Koder Durst. Außerdem durften I er und das junge Mädchen, basier begleitete, keine Zeit
weibliche Gestalt anramte, die von der entgegengesetzten Rich. । tun0 Emirat gerade noch rechtzeitig bei Seite, um einen Zu-1 tammenstoß zu verhindern und mit einem um Entschuldigung I Laudon Gruß den Lut ziehend, wollte er weitergehen. I ^ Aber ein Ausruf, dessen Worte ihm kaum verständlich |
u-bfeta Bl» bwitte ben glänzenden Augen Lady Marian Biddulphs. I
b Er war nicht eingebildet, aber unmöglich onnteihment. I gehen, wie es bei diesem unerwarteten Begegniß in des Mäd- I *“ SSÄ unb «t«e Ihm mwwm.g« Me S. M°. M-l °ft- »i-q«, «---Ich « ft- - Sora meine ich — nicht so weit gereist oder ist Lord . . . I
Sie stockte, denn die Stirn des jungen Mannes ver- de, fth-t- E 6«;" -°d „Darf ich eine gleiche Frage an Sie richten?" fuhr er fort, I als wolle er der Unterhaltung eine andere Wendung geben. I „Bei Ihnen ist e» jedenfalls etwas Anderes ... Sie können I nach Belieben Herumreisen, wo Sie wollen."
Marian schüttelte traurig den Kopf.
„Leider muß ich sagen, daß das nicht der Fall isi-MA Vater ist infolge eines unglücklichen Sturzes sehr leidend und deshalb von den Aerzten auf einige Zeit hierhergeschickt worden. Ich ließ mir ftetlich nicht träumen, daß ich einem bekannten Gesicht hier begegnen würde," fuhr sie halb verlegen fort, „aber mir wurde gefaßt, daß Lady Emily und ihre Nichte hier feien und ich fürchte mich vor dieser Begegnung, obgleich ich sie für unvermeidlich halte."
„Ein großherziges Mädchen kommt leicht über solche Un- annehmlichkeiten hinweg, Lady Marian," erwiderte er.
„Kennen Sie Miß Cora?" fragte Marian rasch. „Und wollen Sie mir s-gen, aus welchem Gründe das unglückliche Mädchen die Beschützer ihrer Jugend'sö früh verließ?"
„Das ist nicht leicht zu sagen," erwiderte Rupert ernst. „Ich habe Cora al» kleines Kind aus einem fernen Lande von halbwilden Eingeborenen förmlich gekauft und zu meiner Mutter nach Bremen gebracht, um Cora der Barbarei und dem Elende zu entziehen." , „ ,fL m „„
„Wie kam Miß Cora zu den halbwilden Menschen? frug Marian erstaunt. . .,
„Ein englisches Schiff war dort untergegangen und die Eingeborenen, hatten das Kind aus den Wellen gerettet. Ich klebte Cora erst wie ein Kind und als sie zur Jungfrau heranwuch», da schwor ich mir im Stillen, daß keine Andere als Cora meine Frau werden sollte ... bis ich erfuhr, daß sie bei der ersten Versuchung, bei der ersten Aussicht auf Pracht und Reichthum mich vergessen hatte I . . . Und dennoch konnte ich sie nicht aufgeben. Ich folgte ihr nach England. Ich sparte weder Zeit noch Mühe, bis ich ihre neue Heimath entdeckt hatte. Stellen Sie sich vor, was ich empfand, als sich die Verlorene beim Wiedersehen mir in den schwärzesten


