da« Mädchen. Ä L..

Allerdings mar ich Ihnen zu großem Danke verpflichtet, versetzte Frau Digby verlegen,aber ich kann Ihnen meine aufrichtige Güte nicht besier beweisen, als dadurch, daß ich Sie von dem zurückhalte, was Ihr Glück und Ihren guten Namen untergraben würde. Sie müflen wissen, daß es geradezu Wahnsinn wäre, an ehrenwerthe Absichten seitens des Herzogs von Dunbar zu denken. Darum sollten Sie es mir Dank wissen, wenn ich Ihnen einen so unschicklichen und gefährlichen Verkehr untersage," schloß sie ziemlich stolz.

Der aus einer einzigen kurzen Unterredung bestand, füftte Cora kalt hinzu.

Warum schracken Sie dann davor zurück, daß ich Sie mit dem Herzog fände?" sagte Frau Digby triumphirend.

Sie dürfen mir nicht zürnen, Frau Digby, wenn ich Ihnen die Wahrheit sage," erwiderte Cora ruhig.Ich floh aus dem Zimmer, weil ich glaubte, Sie würden den einfachen Zufall mißverstehen, wie das auch jetzt der Fall ist. Und," fügte sie hinzu, während sie ihre großen Augen mit unwider- stehlichem Ausdruck zu der Lady aufhob,ich will es nur ge- stehen: ich habe auch schon zu viel von Mißverständnissen ge-

XLVI.

Leben Sie wohl, Miß Nettal Erinnern Sie sich Ihr« Versprechens," sagte Rupert, als er dem jungen Mädchen tw letzten langen Blick zuwarf.

Es lag in der That etwas in dem ganzen Auftreten jungen Seemanns, das wie ein Zauber auf das junge, M erfahrene Mädchen einwirkt. Er war so hübsch und sah P votnetyn aus.$cltt; roomu sie zurückschautr,

als sie davonsprang, lag ein Triumph der Freude.

Sie ist ein reizendes GeschöpsI" dachte er bei sich, er sich von ihrem gewöhnlichen Zusammenkunftsort entfernte- Und wenn unsere unschuldige Liebelei auch keinen Zweck h ' so ist sie doch ein Balsam sür das Herz eines schwergeprüften ^"und"eiV halb spöttisches Lächeln spielte bei diesem Ge­danken um seine Lippen, als er mit einer ungeduldigen M wegung den Kopf zurückwarf und seinen Schritt plötzlich i P beschleunigte, daß er bei einer scharfen Wendung des Mg », wo die Zusammenkunft stattgefunden hatte, fast gegen

litten, um vor weiteren solchen Prüfungen nicht zurückzuweichen. Frau Digby, Sie sprachen von Ihrer Trissa ... das Herz würde Ihnen brechen, wenn von ihr etwas so Unfreundlicher gesagt oder gedacht würde. Können Sie nicht mit mir fühlen, wenn ich Ihnen mein heiliges Wort verpfände, daß ich nie etwas gethan habe noch thun «erde, was eines Mädchens einer jungen Dame, wenn Sie wollen unwürdig wäre? Ist Ihnen das nicht genug?" ..

Dann können Sie fagen, daß Sie keinen Gedanken, keine Gelüste haben, um wenn eine so wahnsinnige Idee mög. lich wäre zu des Herzogs Höhe emporgezogen zu werden?" fragte Frau Digby zaghaft.

Gewiß nicht!" versetzte Cora bestimmt.Es wäre Wahnsinn, daran nur zu denken . . . aber ich würde auch die Hand eines Prinzen nie annehmen, wenn ich ihn nicht liebte."

Das ist eine sehr richtige Ansicht, Cora, und hoffentlich auch Ihre aufrichtige Meinung/- erwiderte Frau Digby,und das Beste in solchen Fällen ist, sich so viel als möglich vor jeder Gefahr zurückzuziehen. Es ist zum Beispiel sehr leicht möglich, daß der Herzog von Dunbar die ganze Saison über hier bleiben wird, da er eine große Zuneigung zu meinem i Sohne gefaßt hat und auch Trissa schon großes Interesse zu­gewendet, und ich hoffe, Sie werden durch ein zurückhaltendes Benehmen gegen ihn beweisen, daß Sie es mit Ihrer Er­klärung ernst gemeint haben."

Cora verneigte sich, mehr mit dem Stolz einer Königin, als mit der Ergebenheit einer Abhängigen.

Gut!-- schloß Frau Digby ausstehend.Ich will Sie nun nicht länger von Ihrer Ruhe zurückhalten, Cora. Ich habe nur noch eine Bitte an Sie: daß Sie weder mit dem Herzog, noch mit Trissa über diese Unterredung sprechen. Sie | bleibe ganz geheim und sie wird hoffentlich nur dazu dienen, I daß in Zukunft Aller noch besser geht als bisher und meine I Gefühle der Dankbarkeit und Zuneigung gegen Sie sich er- I höhen- Gute Nacht, meine Liebe l"

I ' Sie bog sich herab und drückte ihre Lippen mit etwas I heuchlerischer Zärtlichkeit auf des Mädchens Stirn. Doch war I es auch nicht böse von ihr gemeint. Sie erachtete er nur für I die Pflicht einer Mutter, zwischen dieses gefährliche Mädchen I und die glänzende Partie zu treten, die, wie siehoffte.ihrer

Tochter jetzt in Aussicht stand. Und sie begab sich mit dem j beruhigenden Gefühl zur Ruhe, daß jetzt Alles in befriedigen­der Weise seinen Lauf nehmen würde.

Dagegen währte es lange, bevor Cora ihr Lager aus- suchte und als sie ihre brennenden Wangen endlich in dis j Kissen drückte, da empfand sie ein bitteres Gefühl der Unter­drückung und Ungerechtigkeit in ihrer Brust, das den Schlaf von ihr bannte. Lieber wäre sie in die öden, einsamen Berg- I regionen zurückgekehrt, wo sie Nacht für Nacht in Kälte und 8 schwerer Sorge zugebracht hatte, al» daß sie auf diesem Lager I ruhte, daß in ihrer jetzigen Stimmung einem Dornenbett glich.

gebeten/ erwiderte da» Mädchen stolz.Dar war mein ein-1 ziges Zusammentreffen mit dem Herzog. Ich wußte damals j gar nicht, daß er der Herzog von Dunbar war."

Frau Digby war etwas betroffen. Sie hatte ihr Wort j gegeben, die elternlose Waise über ihr vergangenes Leben nicht I mit Kreuz- und Querfragen belästigen zu wollen und sie wagte I nun kaum nach der Bedeutung dieser Anspielung zu fragen, I obgleich sie viel darum gegeben hätte, alle Einzelheiten dieser I geheimnisvollen Zusammenkunft zu erfahren.

Miß Cora/- fuhr sie deshalb mit sanfterer Stimme I fort,warum wollen Sie mir nicht die Wahrheit über Ihre I Vergangenheit mittheilen? Halten Sie es nicht für besser, I eine ältere Dame, die Ihnen rathen kann, zu Ihrer Ver- I trauten zu machen?"

Frau Digby hätte vielleicht das Gewünschte erreicht, wenn I ihr Ton ein aufrichtiger gewesen wäre. So aber wich Cora I instinetmäßig vor der Falle, die ihr gestellt war, zurück.

Ich bin Ihnen sehr dankbar für das Interesse, welches I Sie an mir nehmen,-- erwiderte sie ruhig,aber ich möchte I lieber über die Vergangenheit schweigen. Die Erinnerung I daran ist zu schmerzlich und es find so viel Andere darein I verwickelt, daß er gewissermaßen Verrath wäre, ihre Namen I zu nennen.-- ,, , , I

Wenn Sie sich über die Vergangenheit nicht aussprechen I wollen, so können Sie sich doch wenigstens meinen Wünschen I fügen. Bedenken Sie wohl, daß ich Sie bereitwillig und ohne j weitere Fragen mit meiner Tochter in nähere Berührung ge- I bracht habe und es ist daher sehr nothwendig, daß Ihr ganzes I Betragen ein tadelloses fei-"

Sie brauchen keine Furcht zu hegen, Frau Digby! Ihre j Tochter wird keinen Schaden von meinem Umgang haben," erwiderte Cora stolz,und so lange ich in Ihrem Hause bin, werde ich mich stets der Hausordnung fügen, wenn nichts Un­billiges voü mir verlangt wkcd/'

«Worüber Sie sich felbst zum Richter machen wollen, ! wie mir scheint?" entgeW-te Frau Digby erregt.

Rein, ich würde Sie selbst darüber entscheiden lassen, sagte das unerschrockene Mädchen.Wenn ich ein freies Mit­glied Ihrer Familie sein soll, so muß ich natürlich Minen eigenen Gefühlen folgen, es sei denn, daß Sie direkten Befehl zum Gegenthrtl geben. Wenn Sie nicht wünschen, daß ich einen Ihrer Gäste empfange, warum sagen Sie es mir als­dann nicht? Ich unterwerft mich gern, besonders unter der Bedingung, daß Sie mir erlauben, es Sir Fülle zu sagen, damit er mich nicht für albern und eigensinnig halte."

Frau Digby wurde roth vor Aerger.

Ich verstehe," fagte sie,Sie haben, wie Sie sehr gut wissen, einen Rückhalt an Sir Fülle." ,

Und doch haben Sie selbst mir versichert, daß Sie mich gern und aus freien Stücken in Ihr Haus aufnehmen ; . sonst würde ich nie darauf eingegangen sein," vertheidigte sich