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Vermischtes.
Perfeet. Dame: „Ich kann Ihnen aber nicht mehr wie vierzig Thaler geben." — Dienstmädchen: „Was, vierzig Thaler für ein perfectes Mädchen? Soviel zerschlage ich ja allein jährlich I"
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Parirt. Gatte (Jägerianer): „Ekelt es Dich denn nicht, das Haar eines andern zu tragen?" — Gattin: „Sehr gutl Trägst Du denn nicht die Wolle eines anderen Schafes?"
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Erfreulicher Fortschritt. Fremder: „So, so, der Friedhof ist auch vergrößert worden." — Ortsschulze: „Ei jo, mer sein jetzt ä Kurort!"
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Generös. Tourist (beim Verlassen eines Hotels): „Ist das Service in der Rechnung mit einbegriffen?" — „Nein, mein Herr, das bleibt der Generosität der geehrten Gäste überlassen." — Tourist : „Ich bin aber nicht generös!" — „Ach so, dann kostet es 2 Mark pro Tag also zusammen 10 Mark!" — Tourist: „Alle Wetter! Da will ich doch lieber generös sein, hier haben Sie 3 Mark!"
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Im Hochgebirge. Eine Dame aus dem Flachlands steht in voller Bewunderung vor einem mächtigen, aus dem See aufstetgenden schneebedeckten Bergriesen. Endlich ringt ihr der großartige Anblick die Worte ab: „Ach, wie niedlich!"
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Das richtige Mittel* Mann: „Wenn Du wirklich krank brst, werde ich zum Arzt schicken..." — Frau: „Mach doch mal einen anderen Vorschlag!" ♦ ♦ ♦
Ein Kenner. Johann (dem ein Gast bei der Ab» reise eine Mark in die Hand gedrückt, schmunzelnd): „Char« manter Mann! Und welch' ein markiger Händedruck!"
Literarisches
An den rauhen Herbstabenden, die sich jetzt eingestellt haben, ist'S nirgends so traulich und gemüthlich wie im eigenen Heim. Da greift dann Jedermann gern nach einer guten Seetüte, um aus ihr Unterhaltung, Anregung und geistige Erholung zu schöpfen. Eine solche bietet die bekannte und beliebte „De«tsch« Roma«biVNo1hek* (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), die soeben einen neuen, ihren 24. Jahrgang begonnen hat. Diesen Anlaß benützend, hat sie ein neues schmuckes Gewand angelegt, und auch inhaltlich macht sich manche Vervollkommnung bemerkbar. Der neue Jahrgang wird mit den Werken zweier unseren beliebtesten Romandichter eröffnet, die ihre Stoffe aus dem vollen Leben der Gegenwart geschöpft haben. In seinem Roman „Der Herr Stationsches" behandelt Karl von Heigel ungemein wirksam -das Thema vom engherzigen und egoistischen Ehegatten, der außerhalb seines Hauses der liebenswürdige Schwerenöiher ist und als guter Kumpan von Jedermann geschätzt und gesucht wird, während er daheim den übellaunigen und rücksichtslosen Tyrannen spielt. Nicht minder lebenswahr wie diese Figur ist diejenige der duldsamen Gattin, in der mehr und mehr das Gefühl der Empörung aufsteigt. Jeder Leser wird gespannt sein, wie der Dichter, der übrigens den herben ©eenen solche voll kräftigen Humors gegenüberstellt, den Eonflict löst. Der zweite Roman: „Schule des Lebens" von Marie Bernhard behandelt, soweit die Erzählung bisher erkennen läßt, die Schicksale eines jungen Mädchens, das ein unwürdiger, lange verschollen gewesener Vater, auf den Buchstaben des Gesetzes pochend, dem glücklichen Idyll der großmütterlichen Pflege entreißt, um sie in die „große Welt" einzuführen — eine Welt des falschen Scheins und der schlimmen Neigungen. Die Dichterin, die binnen kurzer Frist sich den ersten deutschen Erzählerinnen angereiht hat, bietet hier, nach den vorliegenden Proben zu urtheilen, ihr reifstes und bedeutendstes Werk. Nach der Sitte der „Deutschen Romanbibliothek" sind dem Hefte die Biographien und Bildnisse beider Dichter beigegeben. Mit besonderem Vergnügen gewahren wir noch, daß der Redaetion die Entdeckung eines neuen Dichters gelungen ist, und zwar eines, der schon um seiner Persönlichkeit willen erhöhtes Interesse verdient. Ludwig Palmer, ein schlichter Eisenarbeiter zu Schorndorf in Schwaben, ist ein echter Poet, dessen Gedichte sich weit über den
seichten Klingklang der landläufigen Lyrik erheben. Endlich ist noch zu erwähnen, daß die amüsanten Miscellen jetzt auf den Umschlag verwiesen find, also noch weiterer Raum für die Erzählungen gewonnen fft. An die genannten beiden großen Romane von Karl von Heigel und Marie Bernhard werden sich im Laufe des Jahrgangs die neuesten Werke von Autoren wie Fr. Jacobsen, Wolfgang Kirchbach, Amölie Linz-Godin, Ernst Remin, Bertha von Suttner, Olga Wohlbrück u. s. w. anschließen. So verheißt die „Deutsche Romanbibliothek" für den billigen Preis von nur 35 Pfennig pro Heft (oder Mk. 2. — vierteljährlich) ihren Lesern eine reiche Fülle der mannigfaltigsten Unter» haltungSlectüre, die den verschiedensten Wünschen gerecht werden wird. DaS erste Heft ist durch jede Sortiments- und Colportage-Buchhandlung zur Ansicht zu erhalten.
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»Der ettin der Weisen" enthält in seinem zuletzt erschienenen 22. Hefte eine ausführliche und spannende Abhandlung über die in letzter Zeit in Deutschland unternommenen Ballon-Hochfahrten, die, von berufener Feder geschrieben, allgemeines Interesse hervorufen wird. Mehrere Abbildungen dienen zur Erläuterung der textlichen Ausführungen Bemerkenswerth ist ferner eine Studie über die physikalische Beschaffenheit des Kometen Rordamme, wobei zwei hochinteressante photographische Aufnahmen desselben, von Huffey auf der Lick-Sternwarte bewerkstelligt, werden; unseres Wissens die ersten Photographien dieser Art, die ihren Weg in eine deutsche Zeitschrift gefunden haben. Andere lesenswerihe Aufsätze, welche dieses Heft der beliebten populär-wissenschaftlichen Zeitschrift (A. Hartleben's Verlag, Wien) enthält, sind: Mechanik der Herzpumpe, die Eisverhältniffe der Donau (mit interessanten Abbildungen und Dragrammen), die Harze und eine ganze Reihe illustrirter Notizen, unter welchen „ein neues Luftschiff" besonders hervorzuheben ist. Die „Städtepläne aus allen Weltheilen" sind bis Nr. 48 fortgeschritten. Wie man sieht, ist der Inhalt des vorliegenden Heftes wieder besonders reich und vielseitig gerathen.
Ein sehr ernsthaftes Scherzgedicht veröffentlicht die „Straßb. Post" unter dem Titel:
Förstergelehrsamkeit.
(Melodie: Keinen Tropfen int Becher mehr.)
Unsre Förster sind fürwahr An Gelahrtheit wunderbar, Muster ohnegleichen;
Geht's so fort, so wachsen bald In dem deutschen Eichenwald Querens nur statt Eichen.
Bald giebt es nicht Kiefernforst, Tannenwald und Fichtenhorst, Wälder nur von Pinus.
Auch die Buche ist nicht da, Fagus nur sylvatiea Und ein paar Carpinus.
Unbekannt wird Haselnuß, 'S wächst im Wald nur Corylus, Speeies Avellana.
Frißt ’ne Raup' im Eichenwald, Heißt schon jetzt es alsobald:
„Fraß von vividana!“
Regnet's von den Kiefern Koth, An dem Werke ohne Roth Wird erkannt der Thäter, Gleichviel ob Gastropacha, Loptiyrus, Fidoma, Heißt der Attentäter.
In dem Walde auf Latein Wissen sie jed' Käferlein Richtig zu benennen.
Heute ist's ein Bostrychus, Morgen ein Hylesinus, Den sie flott erkennen.
Zeiget an dem Tannenstamm Wuchernd sich ein fauler Schwamm, Heißt's gleich: elatinum.
Kurz: die Förster uns'rer Zeit Trogen von Gelehrsamkeit, Sprechen nur latinum.
Fürchte fast, der Förster sitzt, Weil am Buch er lernend schwitzt, Viel zu viel im Zimmer.
Stubenhocker sind dem Wald, Ob in der, in der Gestalt, Schädlich aber immer!
Redaetion: A. Scheyda. — Druck und Berlag der Brühl'schen UniverfikSks-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.
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