Untechaltungsblatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger).
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Auf japanischer Erde.
Novelle von W. H. Geinborg.
(Fortsetzung.)
Georg wußte kaum, war er ihr zur Antwort gab; aber ^$e^'tba8 öon ^ißem Mitleid mit dem Schmerz des qe. üebten Wesens übersloß, hatte ihn nun doch wohl den rechten Ausdruck finden lassen, denn jetzt gab es kein neues, drücken« des Schweigen zwischen ihnen, sondern sie sprachen zu einander, S ne es jwährsnd der langen Seefahrt so oft gethan, nur daß ihre Unterhaltung ernsthafter und wärmer war, als das harmlos heitere Geplauder jener glücklichen Tags.
Wie Jemand, der es als befreiende Wohlthat empfindet, endlich einer mitfühlenden Seele seinen Kummer offenbaren zu dürfen, sprach Maud von ihrem Heimweh nach dem stillen, weinumrankten Häuschen in Guildford, nach den Gespielinnen ihrer Jugend und nach all' den unzähligen lieben und ver. trauten Dingen, die sie für immer hatte aufgeben müssen.
Sie erzählte ihm von den sonnigen Tagen ihrer Kind, heu und von den bescheidenen Freuden ihrer Mädchenjahre, wie wenn ihr Georg nicht ein Fremder, eine oberflächliche Reisebekanntschaft, sondern ein alter, vertrauter Freund ge- wesen wäre.
Und es geschah auf die natürlichste Weise, daß auch er von seiner Vergangenheit zu sprechen begann, daß er ihr die Geschichte seines Lebens erzählte, die so einfach klang und doch so viel frühe Kämpfe, so viel harte Roth und so viel schmerzliche Entsagung in sich schloß.
Er schämte sich seiner niederen Herkunft und der Armuth eines Vaterhauses nicht; aber es war auch nichts Prahlerisches m der Art, wie er von seinem unermüdlichen Ringen und Streben, von der zähen, unerschrockenen Beharrlichkeit sprach, mit der er sich aus Elend und Dürftigkeit emporgearbeitet halte.
Was er geworden war, verdankte er ausschließlich der eigenen Kraft, denn der glückliche Zufall, der Anderen mit spielender Leichtigkeit zu ihren Erfolgen verhilft, war ihm raum jemals ein williger Bundesgenosse gewesen und tückische Fügungen hatten ihn vielmehr oft genug genöthigt, den dornen. I
»offen Weg, den er bereits überwunden geglaubt, noch einmal fast von Neuem zu beginnen.
Aber er rühmte sich dessen nicht, sondern er erzählte davon nur wie von etwas Selbstverständlichem, das einem armen Jungen gewissermaßen schon an der Wiege gesungen wird und eines von den ehernen Gesetzen der bestehenden Weltordnung bildet. Die ganze Liebenswürdigkeit eines recht- fchaffenen Characters und eines goldreinen Herzens offenbarte sich in seiner schmucklosen Schilderung. Und dann hielt er mit einem Male betroffen inne, weil er meinte, daß er sich zu weit habe hinreißen lassen und daß er seine schöne Zu- Hörerin mit der Geschichte seines kleinen, unbedeutenden Da- seins nothwendig über Gebühr gelangweilt haben müsse.
, Maud aber beruhigte ihn darüber mit Worten, deren Herzlichkeit ihn wohl überzeugen mußte, daß sie aufrichtig gemeint seien und dann sagte sie wehmüthig: „Wie beneidens, werth waren Sie trotz alledem I Denn Sie hatten ja die lich Jhr Schicksal selbst zu gestalten. Uns armen weiblichen Geschöpfen wird es nicht so gut. Wir müssen ohne Widerstand das Loos hinnehmen, das uns der Himmel be. stimmt hat, gleichviel, ob wir damit zufrieden sind oder nicht. Und die einzige Stärke, die uns von der Natur verliehen wurde, ist unsere vielgerühmte Stärke im Leiden und Er. dulden."
Es zerriß ihm das Herz, solche Worte aus ihrem Munde N Unb bie Lebhaftigkeit seines Empfinden« ließ ihn Vorsicht vergessen, die er ihr gegenüber im Ausdruck feiner Gefühle hatte beobachten wollen-
„Wohl mögen die Frauen nicht für den Kampf geschaffen sein, entgegnete er rasch, „aber es ist ja auch die Pflicht des Mannes, ihnen diesen Kampf zu ersparen. Wahrhaft unglück- "4 find doch nur Die zu nennen, denen im Augenblick der Noth kein stützender und schirmender Arm zur Verfügung steht. Und Sie, Fräulein Donaldson, Sie, die von so viel Liebe umgeben sind, Sie brauchen sich ja sicherlich nicht zu diesen Bedauernswerthen zu zählen."
Er lauschte mit stürmisch klopfendem Herzen auf ihre Antwort; aber diese Antwort ließ merkwürdig lange auf sich warten. Und als sie endlich erfolgte, klang sie nicht wie eine Bestätigung seiner zuletzt ausgesprochenen Zuversicht.
„Ich habe meinen theuren »ater viel zu früh verloren,


