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Liste zu führe«. AnP.den Jugendpfleger werden sich nun Arbeitgeber und jugendliche Arbeiter, auch zunächst wenn er sich um Begleichung von Differenzen handelt, wenden. Kann der Jugendpfleger verfahrene Verhältniffe nicht wieder in Ordnung bringen, wozu allerdings eine durch und durch autori« tative Persönlichkeit gehört, so unterrichtet er Eltern oder Vormünder von den Dingen und ersucht diese um Entscheidung. Dem Jugendpfleger muß zu seiner Arbeit natürlich das Recht der Citation der jugendlichen Arbeiter verliehen werden. Aber wenn er dann das Herz auf dem rechten Flecke hat, dann wird er viel für das Wohlergehen der Gemeinde wirken. ____________
Ileöer chasheizöfen.
Die Nummer 17 der „Gießener Familienblätter" enthält einen Aufsatz über „Heizöfen". Die in demselben gemachten Angaben über Zimmerheizung, insbesondere Gasheizung, enthalten Richtiges und Unrichtiger vermischt. Es ist selbstverständlich, daß eine unzweckmäßige Ofenconstruction, oder Verwendung solcher ohne jeden oder ohne genügenden Abzug, schädlich auf die Gesundheit wirkt- Wie z. B- das hiestge Gaswerk grundsätzlich gegen die Aufstellung von Gasöfen ohne Abzug der Verbrennungsproducte in bewohnten Räumen ist, so schenkt es auch den Gasöfen-Constructionen selbst die größte Aufmerksamkeit. Erst in der letzten Zeit hat dasselbe eine Ofenconstruction zurückgewiesen, welche den Anforderungen nicht ganz entsprach und wurden dabet auf Grund angestellter Versuche von ihm VerbefferungSvorschläge gemacht, um den im Uebrigen zweckdienlichen Gasofen verwendbar machen zu können.
Was die aus der „Etfenzeitung" entnommene Angabe de» Aufsatzes bezüglich des Gasverbrauchs betrifft, so muß dieselbe dahin berichtigt werden, daß, wenn die gewünschte Zimmertemperatur erreicht ist, der Gashahn klein zu stellen ist, damit die erforderliche Temperatur nicht überschritten wird, sondern auf dem gewünschten Grade erhalten bleibt. Hierdurch wird natürlich der Gasverbrauch ganz bedeutend und häufig weit unter die Hälfte des anscknglichen Verbrauchs beschränkt, wodurch sich gleichsalls die Kosten erheblich ver. mindern. Theurer wie Kohlen- oder Cokesheizung wird die Gasheizung allerdings bleiben, aber die sonstigen großen Vorzüge der Gasheizung gegenüber jeder anderen Ofenheizung gleichen diesen Unterschied in vielen Fällen au«. Ganz besonders eignet sich jedoch die Gasheizung zur vorüber- gehenden Beheizung besonderer Räume, wie Schlafzimmer, Besuchzimmer, Speisezimmer, Badezimmer u. s- w. und hierin wird sie auch in Bezug auf Billigkeit kaum von einer anderen Hetzungsart übertroffen.
Die bedeutendsten Vorzüge der Gasheizung — zweck- mäßige Construction und Abführung der Verbrennungsgase vorausgesetzt — sind folgende:
1) Ist vor Allem die Bequemlichkeit der Bedienung namhaft zu machen. In einem Augenblick ist das volle Feuer erzeugt oder wieder gelöscht, sowie auf der gewünschten Wärmeentwicklung gehalten. Das Herbeischaffen von Feuerungsmaterial ist nicht nöthig.
2) Die Gasheizung ist durchaus reinlich; bte festen Brennstoffe bilden zum Theil an sich schon Staub, jedenfalls ist bei dem Schüren und der Entfernung der Asche Staub nicht M vermeiden. Rauch und Ruß wird ferner nicht ge- blldet, die Heizapparate bleiben sauber-
3) Entspricht die Gasheizung in gesundheitlicher Beziehung allen nur geforderten Ansprüchen.
Aus allen diesen Gründen wird die Garheizung besonders in verkehrsreichen Räumen und wo es gilt, eine immer gleichmäßige Temperatur zu erhalten, angewandt. So kommt dieselbe in Kirchen, Schulen, Krankenhäusern u. s- w. immer
mehr in Aufnahme, nicht ohne daß die zuständigen Behörden sich nach genauer Prüfung und Untersuchung aller einschlägige» Verhältniffe und Heizungssysteme sür die Gasheizung ausgesprochen hätten.
Rach der Ansicht bedeutender Fachmänner, ^wie William Siemen«, Profeffor Meidinger u. a. wird sich gerade die Gasheizung allmälig als die „Heizung der Zukunft" herausbtlden.
Auch in Gießen nimmt dis Gasheizung einen erfreulichen Aufschwung, in der alten Klinik ist man z. B. sehr zufrieden damit, und in der am 7. d. M. stattzehabten Stadtverordnetenfitzung nahm Herr Oberbürgermeister G na u t h gerne Veranlaffung, der hierorts immer zunehmenden Verwendung des Gase» zum Heizen und Kochen Ausdruck zu verleihen.
Litevari sches
Wer den Erfolg für sich hat, der hat die Zukunft! Dieser Satz findet wieder. einmal volle Bestätigung in dem raschen Aufstreben eines Zeitschriften-Unternehmens, welches in dem kurzen Zeiträume von noch nicht drei Jahren zu einer dominirenden Weltstellung gelangt ist. Wir sprechen von der in dem bekannten Verlags von John Henry Schwerin, Berlin W., zweimal monatlich erscheinenden »Großen Modenwelt-, deren Namen vor drei Jahren in der deutschen Zeitschriftenliteratur noch gänzlich unbekannt war und die jetzt bereits über 100,000 feste Abonnenten allein in Deutschland hat, mit ihren fremdsprachigen Ausgaben aber in c<i. löO.OoO Auflage erscheint — ein Erfolg, der in der deutschen Zcitschriftenliteratur wohl ohne Beispiel sein dürfte. Und immer weitere Sprachgebiete erobert sich dieses vornehme, practische und billigste Weltmodenblatt, von dem jetzt zu gleicher Zeit eine französische, eine engliche und eine spanische Ausgabe vorbereitet werden. Das ist wohl die beste Empfehlung für die „Große Modenwelt--, welche zur Unterscheidung von ähnlichen Unternehmungen mit bunter Fächervignette erscheint und auf ihren 14 Großfolio-Seiten alles umfaßt, was auf dem unendlich weiten Gebiete des Frauenlebens und Wirkens neu, interessant und praktisch verwerthbar ist. Trotz ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit und ihrer hervorragenden, tonangebenden und durchaus künstlerischen Mode- Illustrationen — Schnittmusterbogen mit jeder Nummer und mehr- figürliches Stahlstich-Colorit mit jeder Monatsnummer — kostet die „Große Modenwelt-- (mit bunter Fächervignette) nur 1 Mark vierteljährlich. Gratis - Probenummern liefert jede Buch. Handlung und der Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W., Magdeburger Platz 5.
Als eine sensationelle Neuheit auf dem Büchermärkte darf das soeben im Verlage der Jos. Kösel'schen Buchhandlung in Kempten erschienene neueste und von Tausenden schon mit Spannung erwartete Werk des Prälaten Knetpp: „Mein Testament für Gesunde und Kranke* bezeichnet werden. Dieses neue Werk reiht sich inhaltlich würdig seinen berühmten Vorgängern „Meine Wasserkur" und „So sollt ihr leben" an und bildet eine für Jeden, der sich eingehender mit dem Kneipp'schen Heilsystem und namentlich seinen eigenartigen mannigfachen Wasseranwendungen vertraut machen will, geradezu unentbehrliche Ergänzung und Vervollkommnung der oben genannten Bücher. Es kann dem „Testamente" daher sicher auch die gleiche Verbreitung prophezeit werden. Was „Mein Testament" neben dem textlichen Inhalte, auf den näher einzugehen der Raum fehlt, besonders auszeichnet, das sind diesmal die zahlreichen Illustrationen. In 28 vorzüglichen Vollbildern in Autotypie gibt hier Kneipp eine bildliche Erläuterung sämmtlicher in Wörishofen zur Ausführung kommende« Wasseranwendungen, aus welchen genau die Stellung und Lage rc., wie selbe in jenem einzelnen Falle erforderlich ist, zu ersehen und aus welchen in Verbindung mit einem weiteren „Die UebungS-Schule" bezeichneten, ebenfalls illustrirten Abschnitte des Buches Jedermann eine vollständig zuverlässige Anleitung zur Selbstanwendung der verschiedenen Güsse, Wickel u. s. ro. gewinnen wird. Sämmtliche Bilder sind genau nach Anleitung und Angabe Kneipps nach photographischen Original- Aufnahmen ausgeführt. Eine interessante und für Viele gewiß erwünschte Beigabe bildet auch der fünfte Theil des Buches, eine genaue Anweisung zur Selbstbereitung der verschiedenen in der Kneipp'schen Hausapotheke vorkommenden Thees u. s. ro. Diese kurzen Andeutungen mögen genügen, um die Hunderttausende von Anhängern und Fr unden der „Wasserkur" auf den hohen Werth und die Bedeutung des neuen Werkes des unermüdlichen, hilfreich thätigen „Vater Kneipp" aufmerksam zu machen.
R«d«ti,n: Ä. Gcheyda. — Druck und Verlag der vrühl'fchen Druckerei sFr. Thr. Pietsch) in Gießen.


