Ausgabe 
10.10.1895
 
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478 m

aus und

den Wald Stimmen

Herzen besiegelt, laß uns thun, als ständen wir uns noch s u.. 4.

ebenso gegenüber wie vor einer Stunde, als wir das Zimmer B mein Her» aebört verließen." g * ö --

und dankbarem Herzen an der Hand Ihrer Tochter, welcher

. Arn gen ier stand der Oberförster und sah hinauf zu den Wipfeln seiner alten Vertrauten. Er war so feierlich ge«

Wie Du willst, mein guter Arthur, ich werde mich be« I Freudmthränen.^ W Satet6 unb roeinte ^winßctt» Unb £3cibc tmtcn ein» 1 ($? füfttß fßiwp t«ji. r» j ,r

Der Oberförster schob das Kreisblatt, in dem er gelesen, I Himmelsdom und Thränen fielen in seinen weißen"Bart W den anderen Zeitungen, stand schweigend auf und strich I die ersten Thränen, die Hertha bei ihrem Vrter aeseben seinen langen weißen Bart. I Er führte fie zu Heyd, breitete seine Hände

Beide merkten nun, daß er etwas Besonderes vorhatte IPt0$ - «Der Herr segne Euch und behüte Euch." und etwas sagen wollte, und Heyd wollte ihn hierin auch I Eine feierliche Stille herrschte im Zimmer,

nicht stören. 8 Hertha öffnete das Piano und weit hinaus in

Mit ernster Miene trat der Oberförster vor den Tisch I drang das Lied, das vier Hände spielten und zwei unb stand so einige Schritte den Anderen gegenüber, die am | sangen: Fenster und am Piano standen. | «Harre meine Seele, harre des Herrn,

In dieser Stunde," begann der Oberförster,die nun I 311168 if;m befehle, hilft er doch so gern."

gekommen ist, in welcher der Herr Baumeister Abschied von i Am Fenster stand der Oberförster und sah uns nehmen wird, möchte ich Dir, meine Tochter, eine Mit- I r""": "... .... *. Wlie - |Vlt

theilung machen, die ich mir bis zu diesem Augenblicke erspart | stimmt, als stände er am Altar. Er pries den Himmel für habe: So lange Du lebst, mein Kind, war mein Sinnen und I die Stunden, die er ihm befchteden und dachte auch an sein Arbeiten darauf gerichtet, Dir Deine Zukunft möglichst sorgen« 8 Glück, das ihm nur kurze Zeit bescheert war.

frei zu gestalten. Blieb auch von dem Gehalt nicht allzuviel | Kaum waren die letzten Töne verklungen, so trat Tante

übrig, so waren doch die Erträgniffe aus der Wirthschaft in I Docior ein mit dem Postboten, der eine Depesche brachte,

manchen Jahren so ergiebig, daß es mir eine Freude war, I Der Wirth vomDeutschen Hause" hatte sie gesandt,

am Schluffe des Jahres meine Rechnung zu machen. Aber I Heyd öffnete sie.

ich kann sterben und dis große Welt ist Dir noch ein fast I »Vom Baurath Wiebe," sagte er, die Depesche dem

unbekanntes Gebiet, auf dem Lug und Trug in breiter Spur I Oberförster überreichend.

ihre Wege gehen; und schon viele Menschen, die mit den I »Dem neuen Bauinspector sendet die herzlichsten Glück«

besten Vorsätzen das Elternhaus verließen, sind in ihrer Ver« | wünsche Ihr Wiebe," las der Oberförster vor und siegte sie

trauensfeligkett in's Verderben gestürzt. Aber auch dieses | °"f den Tisch. Heyd schrieb einige Zeilen auf ein Notizblatt,

bedarf es nicht einmal; denn auch auf dem rechten Wege | das er als Depesche zurückgab.

kannst Du Unglück haben, mein Kind, in Krankheit und I . Den Postboten aber lohnte er reichlich, der sich dankend

mancherlei Gefahr, die kein Mensch im Voraus sehen kann. I unb hocherfreut entfernte, nachdem er sich an Speise und Aber was auch kommen -nag, was auch Dir immer begegnen 1 Trank gestärkt.

mag im Leben, bewahre stets Deinen guten Glauben. Und I Als Tante Doctor von dem Glück erfuhr, das auf

wenn einst meine Augen nicht mehr sehen und meine Ohren | Lirdenheim so überraschend eingekehrt, war ihre Freude über« nicht mehr hören werden, so wende Dich in allen Stürmen, I groß und von Herzen kamen ihre Glückwünsche, die sie Jedem die Dir entgegen kommen, vertrauensvoll an diesen Mann, I brachte, die aber um so freudiger waren, als sie von dem der Dir zu jeder Zeit gern mit Rath und That zur Seite I großen Reichthum und der Herkunft des Baumeisters erfuhr, stehen wird. IDachte mir's doch gleich, mein Kind," sagte sie zu

Aber es ist noch eine andere Mitthsilung, die ich Dir I «"tha, ihr sanft die Wangen klopfend;sein ganzes Wesen, machen muß. Dein Onkel Sandow, deffen Namen Du Dich Iein würdevolles, freundliches Auftreten verrieth es mir schon wohl kaum noch erinnerst, ist vor kurzer Zeit in eine andere \ ja, mich betrügt man nicht," meinte sie lächelnd mit Welt gegangen. Er hinterließ uns die Hälfte seines großen I vielsagender Miene und drohte mit dem Finger.

Vermögens - mehr denn eine halbe Million." I r

Freudig überrascht blickte sie zu Heyd, als wollte sie TZ ? 6apiteL

sagen:Höre doch, höre doch nur, mein guter Arthur, wie I S Jahr ist seit jenem glücklichen Tage verfloffen

schnell sich das Schicksal ändert, wir sind reich geworden über I ? r J1? » fe^en wir die drei Menschen wieder

Nacht, fürwahr ein Sommernachtstraum." I 'n schönster Harmonie, in glücklicher Zufriedenheil.

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Die anders Hälfte seines Vermögens hat Dein Onkel I rtlta S macht von der Bahnstation

jenem Herrn vermacht, den er ebenso liebte, wie wir ihn gern I fügsam bewegt sich nur das

haben nämlich unserem werthen Herrn Baumeister dem I Jattb^en ^ge, der an dem Waldessaum

Baron Dietrich Arthur von der Heyd, der h-ute von uns I t* ^glichen Forst entlang führt. Von Weitem sieht man Abschied nimmt." ' 9 ü°n UnS schon das Schloß auf der Anhöhe liegen. Eine halbe Meile

Lertba taumelte an'« . |oc demselben erhebt sich am Grabenrande der letzte Grenz«

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