— U —
Iris- i
Bei einem Familienfeste wurde ich unlängst befragt, 1 was ich mir wohl unter dem oft so häufig empfohlenen Iris Creme (Teintmittel) vorstelle; die fragende Dame er« zählte, daß ihr dieses Präparat vom Geheimrath P. als vorzüglich für den Teint und die Körperhaut empfohlen sei, sie hätte aber nach der Bedeutung des lateinischen oder grie- gischen Wortes „Iris“ nicht fragen mögen, um nicht zu ungebildet zu erscheinen.
Bevor ich selbst antworten konnte, beeilten sich sechs bis acht Damen, möglichst gleichzeitig der Fragestellerin Auskunft zu ertheilen.
Die erste verwechselte Iris mit der ägyptischen Göttin Isis, wurde aber sofort belehrt, daß auch Iris eine Göttin war, und zwar die Botin der Here, und daß ihr Weg vom Olymp zur Erde jedesmal durch den Regenbogen bezeichnet wurde, als deffen Göttin man sie demzufolge verehrte. Dar« gestillt wird sie als eine schöne geflügelte Jungfrau und es solle die Bezeichnung „Iris Creme“ wahrscheinlich andeuten, daß dieses Präparat den Menschen ein götterähnliches Aussehen verleihe, wie man in ähnlicher Weise „Ambrosia" und „Nectar" zur Benennung besonders köstlicher Speisen und Getränke anwendet.
Noch bekannter war den Damen, daß der breite farbige Ring in dem Augapfel „Iris" genannt wird (Regenbogenhaut) und eine Dame wußte sogar, daß einer der kleinsten Planeten „Iris" heißt.
Nicht wenig aber erstaunte man, als ich erklärte, daß es sich im vorliegendem Falle nur um die allbekannte Veilchenwurzel handelt, welche die meisten Menschen schon als Säugling schätzen lernen; diese führt ihren Namen nur wegen ihres Verlchengeruchs, ist aber in Wahrheit der Wurzelstock einer in den Mittelmeerländern häufigen Art der Schwertlilie (lateinisch Iris.)
Aus pulverisierter Veilchenwurzel werden besonders in Italien schon lange Parfümerien hergestellt, z. B. das bekannte „Polvere d’lreos“ aus dem Kloster Santa Maria Novell« in Florenz und verschiedene Iris-Spezialitäten einer in Sesto befindlichen großen Fabrik; bis jetzt hat man aber diese Wurzel noch nie zur Herstellung von Toilette-Creme benutzt, und es ist erfreulich, daß diese Erfindung einem deutschen Chemiker gelungen ist, dem technischen Dirigenten der Fabrik pharmaceutischer und kosmetischer Präparate von Apotheker Weiß u. Co. in Gießen.
Diese Firma hat mit deutscher Gewiffenhaftigkeit ihre Erfindung so lange vervollkommt, daß, als „Crdme Iris“ dem Verkehr übergeben wurde, das neue Präparat sofort allseitigen Beifall fand.
Die bisher vielfach vom Auslande bezogenen Toilette- Cremes sind oft geradezu gesundheitsschävlich durch ihre giftigen Ingredienzen, wie jeder Arzt bestätigen wird; — auch enthalten sie Fett, ruiniren die Wäsche und werden leicht ranzig.
Alle diese Uebelstände sind bei „Crdme Iris“ ausgeschlossen, denn hierin sind außer dem Jcisextract nur solche Zuthaten enthalten, die sich als besondeiS vortrefflich für die Haut bewährt haben und für deren Unschädlichkeit die Firma Apotheker Weiß u. Co. volle Garantie übernehmen kann.
„Creme Iris“ erzielt also vor allem einen tadellos reinen Teint und ist darum das Interesse durchaus gerechtfertigt, welches alle Damen an diesem neuen Kosmetikum finden, und schon aus diesem Grunde sollte es auf keinem Toilettentische fehlen.
Außerdem sind aber der Fälle gar viele, in denen man die für das körperliche Wohlbefinden so wichtige Thättgkeit der Haut durch geeignete Mittel unterstützen muß, so z. B. das bet kalter Witterung häufige Ausspringen der Haut im
Gesicht, an Händen und Lippen, ferner Frostbeulen, Gesichtr- röihe rc. re.; hiergegen wird „Creme Iris“ stets mit bestem Erfolg angewandt werden, ebenso bei Brandwunden, Wundreibung und Hautreizungen jeder Art immer schnell Linderung schaffen.
Ein besonderer Vorzug dieses Präparats ist, daß es völlig öl- und fettfrei ist, daher nie ranzig wird, sondern sich unbegrenzte Zeit in bestem Zustande erhält und in Wäsche und Kleidung keine Flecken verursacht.
Aber nicht allein im eigentlichen Bedarfsfälle, sondern immer ist es rathsam, ein so gutes Präparat wie „Creme Iris“ zu benutzen, denn bekanntlich wird durch rationelle H a utp fl ege am besten vielen Krankheiten vorgebeugt.
Die Haut schützt nämlich mit der unter ihr befindlichen Fettschicht die lebenswichtigen Gebilde des Körpers vor der unmittelbaren Einwirkung äußerer Einflüsse; sie reguliert zum großen Theil des Körpers Wärmeverbältnisse, indem sie durch directe Wärmeabgabe und durch Verdunstung dessen Temperatur auf einer gleichen Höhe erhält, sowie auch ein' Theil des dem Körper zugeführten und in ihm selbst erzeugten Wassers denselben durch die Haut wieder verläßt.
Die Körperoberfläche ist besonders nach Erhitzung sehr empfindlich bei plötzlicher Abkühlung, wie z. B. Zugluft, durchnäßte Fußbekleidung rc., infolgedessen entstehen Erkältungen, die oft schwere Krankheiten verursachen.
Eine sorgsame Hauptpflege ist darum von hoher hygienischer Bedeutung und erkannten dies schon die ältesten Culturvölker, indem sie durch häufige Salbungen die Haut widerstandsfähiger machten und ihrem Schönheitssinn entsprechend ansehnlich erhielten.
In letzterer Beziehung wird nun zwar auch bei uns, von den Damen wenigstens, der Hautpflege Aufmerksamkeit geschenkt, in hygienischer Hinsicht dagegen geschieht sehr wenig.
Im Anschluß auf die oben beschriebene Zusammensetzung der „Creme Iris“ empfehle ich somit dieses Präparat als ein kosmetisches Mittel ersten Ranges für die Pflege der Haut; es conservirt die Haut und erfrischt sie nach jeder Erhitzung und Reizung, rote z. B. nach anstrengenden Märschen, nach dem Tanzen und Reiten, nach der Jagd rc. und bei Männern auch nach dem Rassteren.
Für Damen empfiehlt sich, Abends vor dem Schlafengehen Gesicht, Büste und Hände mit „Creme Iris“ einzu- reiben, wofür das Nähere aus der jeder Dose beigesügten Gebrauchsanweisung ersichtlich ist; beim Einkauf verlange Man aber ausdrücklich „Creme Iris“ von Apotheker Weiß u Co. in Gießen, da diese Firma volle Garantie für ihre Fabrikate übernimmt und nur auf sie sich meine Empfehlung bezieht. ______________
VeruMhtes.
Bettlerhumor. Richter: „Sie sind 'mal wieder beim Betteln abgefaßt worden; wie sich aus Ihrer Baarichast ergiebt, scheint das für Sie ein ziemlich einttäglicheS Geschäft zu sein." — Landstreicher: „Na, e„ geht g'rad net so schlecht, Herr Richter, aber feuerfesten Geldschrank hab' ich bis heute auch noch keinen nöthig g'habt.
* *
•
Parirt. Frau: „Wenn Du doch nur ein einziges Mal den Hausschlüssel hier lassen könntest?" — Mann: „Ach, Herz, dafür hab' ich Dich viel zu gern, als daß ich Dich jede Nacht so spät herausschellen möchte."
* * *
Mißverständniß. „Sieh nur mal: Unter den Gewinnen der Ausstellungslotterie findet sich auch eine Marmorbüste im Preise von ö2ö M. Das ist doch furchtbar theuer. Ich wüßte wirklich nicht, was man damit anfangen sollte, wenn man sie wirklich gewönne." — „Nun, ich würde sie versilbern." — „Ader dann würde sie noch theurer!"
<
Emi nachhäng. So hatte gefprochei als könn Schmerze: über sie । Gedanken
sich und : heiß es i Pulsschla die beton der Zaub
Es sie diese । ganz And hier vorü
Das Wegen; c leit bliebe gewohnter saß, stieg des social hörte sie davon bei
Vor Geistlicher das Elend trostlosen in ihrem kaum eine auch sie x da, Glück und leben:
Redaktion: A. Schcydg. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckern (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.


