Ausgabe 
7.11.1895
 
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Literarisches

wird und daß sich Wohlthäter finden werden, die in Gestalt

AEste erschütternden Ungemach im Hintergründe unter seinen Mitmenschen immer das Zischeln der Auslacher, Spötter und Nachahmer hören muß und sich dadurch zu einem ge« wiffermaßen minderwerthigen Jndiduum gestempelt steht, welches die Rolle desDummen" unfreiwillig spielt, ja, das ist's, was den Stotterer und vor allen Dingen den, der den ge. bildeten Ständen angehört, in seinem ganzen Jammer und Elend kennzeichnet!

Man braucht wohl nicht daran zu zweifeln, daß nach dem eben Erwähnten einem Stotterer der Kampf ums Dasein nach beruflicher wie gesellschaftlicher Richtung hin vom erste« Momente an, wo der Mensch zu sprechen beginnt, in vom Nichtemgeweihten kaum geahnter Weise erschwert, ja zuweilen unmöglich gemacht ist! Und hält er den Kampf auch wirklich aus: die Wunde in seinem Innern, die täglich von Neuem aufteißt und blutet, verheilt nicht!

c * $a?t-er2,?rber;. Wer hätte es geahnt, daß der Vater- morder leine Auferstehung feiern wird? Wohl nicht bei den Männern aber die Damen stecken ihre Köpfchen zwischen diese hohe Hülle, die sie pikant und allerliebst kleidet. 7" ' " ' 1

«ebBCtlon: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfikAS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schcyd«) in «ießen.

von Geldstiftungen dieses opferfreudige Unternehmen gern unterstützen werden.

Zur Entgegennahme von Beiträgen sind Herr Professor vr Richard Richter, Rector des königl. Gymnasiums zu Leipzig, Parthenstraße 1, die Buchhandlung von Franz Ohme, Leipzig, Universttätsstraße 5, sowie die Buchband, lung von Gustav Brauns, Leipzig, Goethestraße 7, und der Unterfertigte gerne bereit.

Ueber die aus diesen freiwilligen Fond» Behandelten wird den gütigen Wohlthätern in regelmäßigen Zwischenräumen A^?"»3nstituts.OrganBlätter für Gesundheitspflege" Bericht erstattet werden. 0

Dr. med, Paul Müller,

Altenburg (@.#8L).

Es genügt daher nicht, den Armen, Unglücklichen durch Trostworte die Thränen zu trocknen und ihnen den land, läufigen Rath zu geben:Gieb Dir doch Mühe!" Nein, es iflt ein 8tct ber Menschenliebe, eine heilige Pflicht, mit aller Energie und Sachverftändniß daran zu gehen, dem Stotterer wirklich zu helfen, ihn von seinem Uebel, welches wie ein Alp auf ihm lastet, zu befreien und ihn zu heilen! I pikant und allerliebst £2»«' w7rden"^dem

Seitdem in den Volksschulen einer größeren Anzahl I 8<t?en Stoffe des Kleides gemacht, mit Sammt oder Seide gefüttert, deutscher Städte für die stotternden Schüler von dazu theils i der Krause. Das eben erschienene Heft 3

L: S-Ed-.«. perlodi^e Sprachcurse .6g*. » X

an - diese Aermsten, soweit dies in der \ Kleidungsstücke, sowie viele vorzügliche Handarbeiten. Diesem Hefte

Macht der Schulverwaltungen liegt, gesorgt, und der Fürsorge I [,est ble »Wiener Kinder-Mode" gratis bei.

der letzteren werden gewiß solche, denen er gelungen ist, sich j * * *

n«8u ettÄ'ett 1,61 Sprachfeffeln zu befreien, im ver- I £ Di« Magie im Talon. Eine Auswahl neuer rei»t aus­ständigerem Alter, wenn die Nothwendigkeit der fließenden I Zauberkunststücke ohne Apparate für Dilettanten Nebst Rede mit unerbittlicher Strenge die Herrschaft antritt, mit I £nem 8L^a"8: Stuä b«r vierten Dimension, eine Anzahl antispiritistischer heißen Thränen in den Augen zu danken wissen. ' KjPÄ ti°Ä9 ln2Ä 4 H-F C

Welche Hilfe aber steht Denen zu Gebote, welche sich I Spiritist als Orakel, Hellseher, blinder Rechne/ und 'G^edächtniß- de» Vorzugs erfreuen können, umfassendere Schulkenntniffe zu I Mr- Cumberland, 132 S. Preis kart. Mk. 1.50 - erwerben, nach Beendigung ihrer Schulzeit in ein Amt ein. I Tr Müller. Es ist eine alte Erfahrung,

Aiudien an der Universität fortzusetzen? Nur ein kleiner | £5" keineswegs theurer complizierter Apparate, denn es gib/ eine Bruchtheil von ihnen wird Hilfe in einer guten Heilanstalt I Menge Zauberkunststücke, die mit sehr geringen Mitteln in Scene qe- aufzusuchen im Stande sein; den meisten bleibt allenfalls die I e/XX7eAoniieVi,b ihrer Einfachheit von geradezu ver- Theilnahme an einem Wandercursus damit aber nur »u I Jtnb- ®aTtun3 solcher Kunststücke für

häufig eine arge Enttäuschung, da diese Surfe meistens von Prestidigateur H. F^C Suh!° in se7nem^7eu7st?n°^rke^Die zu kurzer Dauer und deren Leiter nicht selten große Laien j Magw im Salon." Dasselbe enthält nur solche Piöcen, die geringe

find, bei denen da- geschäftliche Interesse weit über dem j Amgerfertigkeit und keine Apparate erfordern, so daß ihre Vorführung

pädagogischen steht! ! b«n Lmen durchaus keme Schwierigkeiten bereitet. - Von nicht geringen.

Diesen am meisten der Verzweiflung Preirgegebenen will I mttdem Titel:Der ® $ p e r ime0ntau"©pirmft alf'craVe

das bekannte Sprachheil-Jnstitut des Herrn Albert Neumann I J.cJer- blinder Rechner und Gedächtnißkünstler. Es beschäftigt (jetzt in Leipzig domicilirt) durch Einführung peri o- I anä ,^nbet6are grenzenden Kunststücken, welche

di!«., g.ei.u.f. für 3?gllg'e 'b-, L'ä

Schulen, sowie für Universitätshörer und Lehr«! Jahreszahl eines Geldstückes,0 nach Stunden und Minuten eiiier ab

aMtscandibaten helfen. Im Weiteren ist Herr Neu- ! sichtlich, falsch gestellten Uhr, nach den Resultaten von Ausgaben aus

mann im Begriff, einen Verband ehemaliger Stotterer I7ts pr2mpt und richtig beantwortet und viel-

in's Leben zu rufen, welcher sich über aam Deutschland ver. I et^e .na^ hersagen kann, die vorher auf eine

fijetten und seine Theilnehmer zu regelmäßigen Zusammen. I noch seltene Kuns? den "wKwsten Schuhten'Geselll'chäf? erschloßen'

künsten anhalten soll. Diesen Zweig. (Bezirks-) Verbänden I sie dadurch m den Salon und die Familie einführen und so einen

haben aus dem Institute hervorgegangene Geheilte, vornehm. I fülL kleinereund größere Zirkel schaffen, der wegen

lich Personen des Aerzte. und des höheren Lebrerstandes. 5b? ^ur innewohnenden Geheimnißvollen und

«rnuM«. Dm» 0W4 bi. »üchim 6« W-lm SSASÄ » -"-«-'M»--

des Stotterns noch nicht ganz geklärt find, so find doch die I *

meisten Autoren darüber einig, daß die Grundursache auf I m. *

Ä? ° m Gebiete zu suchen ist und daß beiden Stotterern stuttg« * n * s" Z0"^"^

nichts mehr wirkt, als das gute Beispiel und das von Zeit I Mk. 2. -. eteg. geb. Mk. 2 50. Das muntere Phäakenvölkchen0an frischte Vertraue», welches schließlich zum UN. I der Donau ist von jeher wegen seines Frohsinns und seiner Lebens- willkürlich-naturgemäßen Ablauf de» Sprachmechanismus und I °"anut, und es dürfte kaum eine zweite deutsche Stadt geben, in somit erst zur definitiven Heilung führt. I ,-unb J!?unb£ Humor so reiche Blüthen treibt als

Jch ölaube überzeugt zu sein, daß eine solche Institution, I s.^^ltücke entstanden, die fo ü6«roä0ti8enbeerelÄomit

welche echter Humanität und Nächstenliebe geweiht sein soll, I f,nb- b°b sie überall Frohsinn und Heiterkeit verbreiten müssen, wo sie sich eines ersprießlichen Wachsens und Gedeihens erfreuen j JidLeinma[ recht ordentlich auslachen

' L *-<- "« "" ------- - - ' I und seine trüben Gedanken verscheuchen will, der greife -u dem Buche,

- t er wird es Nicht unbefriedigt aus der Hand legen?