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H-inernnützig-s«
Gin vorzügliches Düngemittel für Erdbeeren ist der Kalk. Die Früchte werden aromatischer, größer und süßer. In sandigem Boden ist die Anwendung von Kalk jedoch nicht besonders zu empfehlen, da hierdurch der Boden noch hitziger gemacht wird. Der Kalk soll im Frühjahre theil- weise in Form gestoßenen Mörtel», welcher bei Abbruch von Mauern gewonnen wird oder an der Lust zerfallen ist, ver- wendet werden.
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Hyazinthen sollen nicht in neue Töpfe gepflanzt werden; die Wurzeln werden krank.
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Um den Wurmfratz von Körben rc. fern zu halten, bestreicht man dieselben mit folgender Lösung: reine Carbol. säure in denaturirten Weingeist und Beimischung von Naphthalin, gelöst in Benzin. * ,
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Einem Dompfaffen kann man den Gesang verschiedener Lieder beibringen, indem man demselben da» Lied, da» er lernen soll, strophenweise gut und correct, d. h. ohne jeglichen Fehler so lange vorpfeift, bi» er e» nachpfeift. Etwaige Fehler beim Vorpfeafen lernt da» Thier ebenfalls. Die Männchen find die besseren Sänger; es lernen jedoch mit- unter auch Weibchen pfeifen. Während der Zeit, wo die Dompfaffen lernen, müssen ihnen alle Zerstreuungen fern gehalten werden, d. h. sie müssen sich in einer Stube, wo keine Vögel find, befinden. Für einen ausgelernten Dompfaffen ist es ebenfalls nicht sehr vortheilhast, wenn er in einer Stube hängt, worin fich noch andere Vögel befinden, da er sehr leicht durch den Gesang der anderen Vögel seine eingelernten Lieder verlernen tarnt. Rips, Spitz und vor allem „Ftchten- famett" fressen sie gerne. Nur Hanf und Leinsamen zu füttern, ist zu verwerfen, da sie zu nahrhaft sind.
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Dänische Handschuhe zu waschen. Dänische Handichuhe werden zuerst in Benzin eingeweicht, fall» sie sehr schmutzig sind, mit der Bürste gewaschen, und dann nochmals mit der Hand durchgerieben, zwischen zwei Tüchern ausgerungen und trocken gemacht. Auf diese Werse behandelt, werden sie wie neu und bekommen ihre ursprüngliche Form wieder, d. h. sie werden durch das Waschen enger-
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Bunten Tricot zn waschen. Bunter Tricot wird in lauwarmem Wasser, dem Seifenwurzel zugesetzt ist, gewaschen. Man vermeide absolut jedes Emseifen, weil dadurch bunte Stoffe streifig werden. Ist der Tricot völlig rein, so wird er nochmals in klarem, lauem Wasser geschweift und unauegerungen auf die Leine zum Tcockaen gehängt Im Freien empfiehlt es sich, die Sachen auf die linke Sette zu hängen. In noch feuchtem Zustande wird dann der Tricot auf der Kehrseite geplättet.
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Weinstrudeln. Hierzu braucht man 220 Gramm feingertebene» Schwarzbroo, 125 Gramm ausgewaschene Butter, 125 Gramm durchgesiebten Zucker, 5 Eier und 2 Gramm Z.mmt, ferner stark ‘/e Liter weißen Wein nebst Zucker, Zirnrnt und einigen Nelken. Die Butter wird zu Sahne ge- rieben, mit dem Zucker, Zirnrnt und den Eidottern */, Stunde gerührt, dann das Schwarzbrod nach und nach durchgemtscht, sowie auch da» zu Schaum geschlagene Eiweiß. Diese Masse wird in kleinen, mit Butter bestrichenen und mit Zwieback bestreuten Blechsormen schön gelbbraun gebacken. Nachdem die Strudeln erkaltet sind, setzt man sie in einen irdenen Topf, begießt sie mit dem bemerkten Wein, der gehörig mit Zucker versüßt ist, fügt das Gewürz hinzu und läßt sie so lange langsam kochen, bl» sie aufgehen. Man gibt die Wein
Redaction: A. Schcyda. — Druck und Vertag der
strudeln auf klein« Teller oder Untertassen ««statt Crem« ab# kalten Pudding.
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Schweizerkartoffeln. Rohe Kartoffeln werden schält, in Scheiben geschnitten und in eine Pfanne mit rel41|( heißer Butter gelegt, mit Salz bestreut, mit Milch übergoß in welcher man 4 Eier und Vs Pfund geriebenen Schweiz? käse zerklopft hat. Die» wird mit den Kartoffeln gut ot mischt, die Pfanne zugedeckt und der Kuchen über schwächt, Feuer auf beiden Seiten fchön braun gebacken.
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Gefüllte Kalbskeule. Kalb- und Schwelnefleiss hackt man fein, mischt einige Eigelb, Salz, gehackte fein Kräuter und Trüffeln, sowie etwa» geriebene Semmel baruntti füllt mit dieser Farce eine Kalbskeule, aus der man voch alle Knochen entfernt hat, und näht die Keule zu, roorai man sie spickt, salzt und im Ösen in Butter braun brä Die Sauce entfettet man, fügt ein wenig Kartoffelmehl m V, Theelöffel Liebigs Fleischextract bei und verrührt sie« einer Tasse fauerm Rahm.
VepiMchtes.
Blumenfprache. Ein Sergeant stellt an den K?, jährigen Backer! eine Frage über Felddienst. Dieser U dem Sergeanten eine Cigarre, mit den Worten: „Ich e; mir diese Frage erst überlegen 1" — Nach einer Weile, ili der Einjährige antworten will, meint der Sergeant: „Uebti legen Sie sich die Frage lieber noch einmal!"
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Ach so! Silberstein: „Wie kommt'», Seligmann, D hast gegeben Deinen Töchtern nicht» mit und hast sie ul drei verheirathet, und ich geb’ meinen Töchtern 10,000 M mit und hab' noch keine verheirathet?’ — Seligm« „Was fragst Du noch? Bel Dir weiß jeder, wie Du w gibst, bei mir weiß da» eben keiner l"
Vor sichtig. A.: „Wie, Du willst um die TM Deines Chefs anhalten? . . Wenn er Dich nun aber tynaui wirft?" — B.: ,.O, ich habe mich natürlich nach trat: neuen Stelle umgefehen!" ♦ ♦ e
Sie: „Du, Alter! Nicht wahr, Dein Freund Bim»! ist verheirathet? Kennst Du feine Frau?’ — Er: „Gesetz hab' ich sie noch nicht, aber ich kann Dir sagen, daß sie bin ist!" — Sie: „Woher weißt Du denn das? ’ — Er: „N° ganz einfach, weil er sich neulich auf dem Costümdall tu für brünette Damen begeisterte!’’
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Minnle: „Ach, Else, weißt Du schon, daß H-rrFlM gestern um meine Hand angehalten hat?" — Eise: „h ich mir doch gleich gedacht!' — Minnle: „Wie, hast $un erwartet?" — Else: „Allerdings, denn als ich vorgch: feine Bewerbung zurückwie», da schwur er, sich ein Leid«t zuthun I" ♦ ♦
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„Freunder!, wie hast Du denn die Xantippe heirat können?" — „Nun weißt, ich hab' ihr, wie wir jung war mein Wort 'geben und sie mir das ihre, und so hat i Wort da» andere 'geben, und so denn der Wortwechi bis auf den heutigen Tag."
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Professor (zu den Schülerinnen, die sich sehr wild ft nehmen): „Das muß ich Ihnen sagen, fünf GymnasM sind mir lieber, als eine von Ihnen." — Eine Schills „Mir auch, Herr Professor!"
rÜhl'Ichm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


