Ausgabe 
7.2.1895
 
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Herzenswege.

Novelle von F. Stöckert.

(Fortsetzung.)

Die das verstehen und durchführen, sind wohl nur selten bevorzugte Menschen, Lieblinge der Götter!" rief Emmy.

Ja, das meine ich auch," mischte sich ein altes Fräu­lein in'» Gespräch.Das Schicksal mit seinen Härten, seinen Schicksalen zerstört doch sehr bald alle Jugendträume."

Das ist eben Lebenskunst, mein Fräulein, trotz allen Schicksalen den Kopf oben behalten, nicht träumen, sondern leben, leben und jung bleiben in allem seinem Fühlen und Empfinden."

Jedenfalls haben Sie noch keine herben Schicksale ge­habt," erwiderte das alte Fräulein, ihn sehr überlegen an­schauend.

So, meinen Sie! Glauben Sie, daß ich stets auf Rosen gewandelt, nicht auch an Abgründen gestanden, an dunklen Tiefen vorüber ging, und das öde Alltagsgesicht des Lebens mich nie hohnlächelnd angeschaut hat, wenn ich auf der Höhe stand, nach den Sternen greifen wollte?"

Wenn Ihnen das Alles erspart geblieben, wäre Ihre gepriesene Lebeurkunst nicht allzu groß," fiel Emmy ein.Mir war das Schicksal bi» jetzt so gnädig: Meine Eltern verlor ich als kleines Kind, wo ich eines tieferen Schmerzempstndens noch nicht fähig, und liebreiche Verwandte erzogen mich. Als mir das Leben aufging, da war Alles schön und licht und so ist es geblieben bis aus den heutigen Tag."

Und möchte es noch lange, lange so bleiben!" setzte Schmit mit einem warmen Blick hinzu.

Emmy sah ihm sinnend nach, als er jetzt zu einigen Herren herantrat, und blieb eine ganze Weile sehr nachdenk­lich. Plötzlich zuckte sie zusammen. Ein herrliches Lied drang an ihre Ohren-

Fluthenreicher Ebro, blühendes Ufer,

All' Ihr grünen Matten, Schatten des Waldes, Fraget die Geliebte, die unter Euch ruhet, Ob in ihrem Glücke sie meiner gedenket!

klang es durch den Salon. Schmit saß am Flügel und Emmy lauschte wie im Traum seiner sympathischen Baritonstimme.

Warum mußte nur während dieses Gesanges Sidoniens Bild plötzlich vor ihre Seele treten? War nicht der Geliebte, von dem ihr ganzes Tagebuch handelte, eine ähnliche Erscheinung gewesen, wie der intereflante Mann, der dort am Flügel saß, hatte er nicht auch mit Vorliebe Schumann'sche Lieder ge­sungen und das Herz Sidoniens damit bethört? Gott im Himmel, wenn er es wäre! Nein, nein, das ist nicht möglich, so glücklich, so sorglos und unbekümmert kann ein Mensch nicht auftreten, der ein solches Unrecht auf dem Gewiffen hat. Hinweg mit diesen dummen Gedanken, schließlich kam sie noch dahin, daß sie jeden einigermaßen intereffanten Mann, der in ihren Lebenskreis trat, für denjenigen hielt, dessen Sünden jenes Tagebuch enthüllte.

Die Gäste hatten schon längst die Wohnung des Professors verlassen, überall waren die Lichter erloschen, nur Emmys Stube war noch erleuchtet- Das junge Mädchen faß noch in vollständiger Gesellschaftstoilette, mit glühenden Wangen bei der Lampe, ganz versunken in die Seetüre des Tagebuchs ihrer Freundin. Noch nie hatte sie dieselbe so gefesselt wie heute, so oft sie auch schon das Buch durchblättert und einzelne Stellen darin gelesen, es war, als ginge ihr erst heute ein Verständniß auf für die Sprache dieses jungen leidenschaftlichen Herzens- Welch' eine Liebe und welch' ein Elend, das darauf gefolgt! Ob das arme Herz nun Ruhe und Frieden ge­funden? Emmy hatte nichts wieder von der Freundin gehört. Nach Berlin war sie jedenfalls nicht zurückgekehrt, sonst hätte sie doch wohl ein Lebenszeichen von ihr erhalten. Vielleicht war sie im fernen Süden, wohin sie noch von dem Nordfee­bade aus hatte gehen wollen, einsam und unbeweint gestorben. Nähere Verwandte besaß sie ja nicht, ihr Tod konnte ja nir­gends eine unausfüllbare Lücke verursacht haben. Wie traurig aber mußte solch' ein Sterbebett fein, welches keine sorgende Liebe umgab, wo fremde Hände walteten und keine Seufzer und keine Gebete zum Himmel stiegen, die um Erhaltung des geliebten Lebens baten und flehten!

Fröstelnd begab sich das junge Mädchen zur Ruhe, aber fo traurig die Gedanken, mit denen sie eingeschlafen, so hell und licht waren ihre Träume. Der Refrain des Schumann- schen Liedes:

Ob sie in ihrem Glücke Auch meiner gedenket?