Ausgabe 
7.2.1895
 
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die Liebe sich ihr zu nahen.

sang und klang hindurch und ein geistvolles Männerantlitz sah -Nun, was hat denn unser Salon sür besondere Bor­ste lachend an und ries: Die Jugend allein ist des Lebens I züge vor denen anderer Leute?" fragte die Frau Professor, werth! |Sehr, sehr viele!" erwiderte Schmit.Da gibt es

Und als sie am Morgen erwachte, da empfand sie es als I Salons, welche so mit Prunk überladen sind, daß es mir dort

etwas unsagbar Schönes, daß sie jung war und berechtigt zu | vorkommt wie in einem modernen Ausstattungsstück, wo auch

allen Lebensfreuden. j der Glanz, die Pracht oft über die innere Leere Hinweghelfen

* e * i soll Soll man sich da wohl fühlen, wo die Gedankenarmuth

Do-tor Schmit war seit jenem Gesellschaftsabend ein sehr Lr? Mffem In" anderm

häufiger Gast im Hause seines Jugendfreundes und dieser Jo* | ^der wird eine geniale Unordnung förmlich zur Schau ge* wohl wie seine Frau waren baldnicht mehr im Zweifel, daß | trQgen $ie Damen des Hauses sind zu großen Geistes, um Emmy allein bie^® 93efu<|e QaUen, vofl ^eUna^me I $$ um pro^e Haushaltungsgegenstände zu kümmern. Da und Interesse beobachteten st^ den Verkehr der beiden liebens | tau$en benn |n der Regel alle Lampen, der Thee ist un- würdrgen, heiteren Menschen. I genießbar, das Bier schal, der Schönheitssinn wird durch Un-

Ein Paar, wie für einander geschaffen," meinte der Pro- | orbnun8 durch geschmacklose Toiletten verletzt, dazu ist die fessor eines Tages lächelnd zu seiner Frau, während Emmy | partout geistreich sein sollende Unterhaltung fürchterlich. Bei und der Doetor am Flügel saßen und mit großem Eifer eine | c$nett h^gegen, da herrscht wirkliche Harmonie, jene un- Symphonie von Beethoven übten. definirbare, anheimelnde Behaglichkeit, und welch' ein Schön-

Ein wenig Sturm, etwas Hangen und Bangen hätte I h^sstnn! Der Hermeskops dort zum Beispiel steht so auf dem ich den Beiden, besonders meiner Schwägerin, wohl gewünscht, | Platz, als hätte Praxiteles denselben selbst für ihn es geht mir Alles zu glatt ab bei dieser Liebe, Alles macht | ausgewählt."

sich da ganz von selbst, sie spielen Clavier, laufen Schlittschuh I Das kommt allein auf Rechnung meiner Schwägerin!" zusammen, Beide haben Vermögen, auch nicht das geringste I riec ber Professor.Derartige Anordnungen trifft sie stet«

Wölkchen will aufsteigen an diesem Liebeshimmel." | Min, da darf Niemand hineinreden. Du solltest nur einmal

Ja, ob sie sich denn wirklich lieben?" erwiderte Frau I einen Blick in ihr Allerheiligstes thun, das ist wahrhaft künst-

Elifs etwas zweifelnd. | lerisch ausgestattet."

Daran zweifelst Du noch? Es fehlen dieser Liebe nurVielleicht würde dasselbe auch nur den Eindruck eine« die Hindernisse, die leidenschaftlichen Aufregungen, um in modernen Ausstattungsstücks auf den Herrn Doctor machen I hellen Flammen emporzulodern. Man müßte wirklich der« j rief Emmy lachend.Großen Gedankenreichthum« kann ich gleichen einmal gewaltsam herbeiführen I" I mich doch kaum rühmen, sonst hätte ich wohl auch schon zur

O, um Alles in der Welt nicht!" rief Elise.Es wäre Feder gegriffen und mich wenigstens zu einem Tagebuch ver- unverantwortlich, hier störend einzugreifen. Mögen sie sich I stiegen, wie meine arme Freundin Sidonie." nun lieben oder nicht, glücklich sind sie jedenfalls in diesem ISidonie? Sie haben eine Freundin dieses Namens? SBctfebt tttitcinonbct" I ftciQtc Sdjinit.

Elise hatte recht, glücklich waren di- Beiden, deren kunst. "3°, «ir lernten uns im --widerte Emmy,

geübte Finger dem Flügel die wunderbaren Harmonien eines I mnr"o« hie5 Sidonie eine bnsterische

Beethoven entlockten Glücklich in ihrer ungestandenen Liede. ''Nun. 'denfalls war esdiese D«-Z°«b--w°ch da« »°ch ">* 6- Ä ÄTto-TÄÄ

äS s xFE -ÄBirÄäSBÄ gleichgiltig auf den Worten, die zweier Herzen höchste Selig- | diese '°-/os giuanye. aelauien?" sraate er

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Ichmch ihrer Liebe dahin und di- Prdia d-« Seb« maeitte ®6Sn ifl «°> Mm

ihre Rechte geltend. Dann kam die Rede auf Ausstattung der ätzten ^age. . .

und dergleichen; eine passende Wohnung mußte gesucht werden, I noch ganz der t, 4$ Tll

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der Frau Minne lockend und berauschend an ihre Ohren? - mir die Welt wie in Fruhlingsschein getaucht.

Wohl vernahm sie ihn, aber er war von einem anderen Klang, IVielleicht erscheint sie Dw, wenn der Lenz ins Land als wie ihn ihre arme Freundin Sidonie vernommen. Da I gezogen, in Etseshauch gehüllt. Solche Stimmungen verfliegen, war nichts von jener leidenschaftlichen Ruhelosigkeit, nichts von I die lassen sich unmöglich sesthalten.

jenen eifersüchtigen Zweifeln, von welchen da« Tagebuch er- IUnd warum nicht, ich gedenke sie festzuhalten, wills zählte. Harmonisch, wie ihr ganzes Wesen war, so schien auch I Gott für mein ganzes Leben l" Ein Blick glückstrahlender Zu- ------- - verficht fiel auf Emmy, die unter demselben heiß erglühte.

Die Beethoven'sche Symphonie war jetzt beendet; die I Frau Elise lächelte ein wenig und ihr Gatte erklärte den beiden Spieler verließen ihren Platz am Flügel und nahmen I Freund für einen Idealisten.

an dem runden Sophatisch Platz. I Es ist eine unsagbar schöne, herrliche Zeit, dachte Emmy,

Behaglich lehnte Doctor Schmit in dem weichen Fauteuil. I al» sie sich am Abend zur Ruhe begab, unv sie träumte von Das nenne ich doch die Quintessenz des Daseins, so mit I dem morgenden Tag, der sie wieder mit dem Geliebten zu­gleichgesinnten guten Menschen an solchem Winterabend zu- sammensührte auf der Eisbahn. Hand in Hand flogen sie b sammenzusitzen, noch umrauscht von den hehren Melodien eine» I den Klängen der Mtlitärmufik über die glatte Fläche. Z Beethoven, und in einem Salon wie der Ihre, Frau Pro- I ungemein glückliche Menschenkinder, die da fest glaubten den fessor!" rief er mit leuchtenden Augen, das Glas Ananas- I thörichten Traum, daß es ewig, ewig so bliebe.

punsch, das ihm Emmy soeben credenzt, an die Lippen führend. I *

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