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bie Henne dadurch gezwungen, in ein Nest zu legen, so hat sie fich daran gewöhnt und es fällt ihr nun nicht mehr ein, die Eier an ungehörige Orte zu legen.
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Bruteier sollten nur in ganz frischem Zustande, höchstens acht Tage alt, versendet werden; bei älteren Eiern ist das Dotter loser. Auch ist bei der Verpackung der Eier darauf zu achten, daß dieselben fest verpackt sind, damit sich das Dotter durch Rütteln nicht stark lösen kann. Bei Ankunft müssen sie einen Tag liegen bleiben, ehe man sie der Brut« Henne untergibt, damit das, Dotter sich setzt-
Hühnerfutter. Bei den jetzigen hohen Preisen des Hafers ist es zweckmäßiger, an die Hühner neben Weichfutter hauptsächlich Mais zu füttern. Daß die Thiere aber dabei nicht zu fett werden, ist es anzuratheu, Weizen, etwa des Gefammt-Körnergewichtes, beizugeben. $ €
Wer junge Jtattenergäufe ziehen will, der soll die Eier durch schwere, gutbrülende Hühner bedecken lassen. Man kann solchen Hühnern etwa *6 bis 7 Eier unterlegen.
Der früheste Gartenfalat ist der Schnittsalat, denn er bildet keine Köpfe und braucht man zu seiner Verwendung für den Tisch rc. nicht so lange wie beim Kopfsalat auf eine vollständige Entwickelung der Pflanzen zu warten, sondern kann ihn wenige Wochen nach seinen Aufgehen schon verwenden. Man säet den Samen Ausgang Winters, sobald die Erde trocken ist, ins freie Land, am Besten in Reihen. Man macht hierzu kleine, 2 Centimeter tiefe Furchen und hält die Furchen 8 bis 10 Centimeter weit von einander. Die zu dicht stehenden Pflanzen sticht man mit einem Messer aus, benutzt sie zu Salat, die stehenbleibenden werden später ein bis zwei Mal geschnitten und muß man bei dem Schneiden darauf sehen, daß die Herzen der Pflanzen nicht mit wegge- schnitten werden, weil sonst ein Nachtreiben der Blätter vereitelt würde.
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Die Vermehrung der Haselnuß geschieht durch Ausläufer, Senker, Therlen der Pflanzen, Samen und durch Veredeln auf Corylus Avellana. Die Samen werden, nachdem sie vorher im Keller stratisizirt, d. h. in feuchten Sand ein- geschichtet waren, im nächsten Frühjahr ausgesäet. Durch Senker vermehrt man den Pflanzenbestand in der Weise, daß man einige schlanke Ruthen niederbiegt, sie durch feste Haken , am Boden befestigt, und auf diese Anfechtungsstellen guten Boden schüttet. Von Vortheil ist es noch, wenn man an der Biegung die Ruthe mit einem scharfen Messer leicht verwundet, da sich an diesen Stellen leichter Wurzeln bilden. Die Ver- edelung wird, wie bereits oben angeführt, auf einer ge- wöhnlichen Strauchhasel (Corylus Avellana) vorgenommen. Und zwar wählt man zu diesem Zwecke auch minder schlanke Ruthen, die man bei 1,50 bis 2 Meter Höhe mit den gewünschten Sorten pfropft. * #
Von den vielen Serviettenhaltern, wie sie in letzter Zeck vor übergehend in immer anveren Constructionen erschienen, hat sich keiner auf dir Dauer erhalten und einführen können, was wohl seinen Grund darin halte, daß ein solcher Halter noch ein besonderes Tafelgeräth mehr darstellte. Eine französische Erfindung benutzt nun in recht gefälliger und sinnreicher Weife den Serviettenring als Halter; zu dem Zwecke ist der Rmg aus zwei Hälften zusammengesetzt, die durch Gelenke miteinander verbunden sind. Oben auf dem einen Gelenk ist eine zierliche Knopfrosette aufgeschraubt, deren Druck die ringförmige Gestalt der beiden Hälften sichert, d. h. die Gelenke klemmt, wenn der Ring als solcher benutzt werden soll. Lüftet man die Rosette, so läßt sich die eine Hälfte um die andere drehen und beide so ineinanderlegen, daß ein halbkreisförmiger Haken entsteht, der oben im Kragen
eingehangen wird, während man einen Zipfel der Serviette unter die etwas hochgeschraubte Rosette schiebt, diese wieder festschraubt und dadurch sowohl die beiden Riughälfteu i, ihrer gegenseitigen Stellung sichert, als auch gleichzeitig die Serviette festhält. — (Mitgetheilt vom Internationalen Patent' bureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W.)
VermMhtes.
Bienenfleiß. Obgleich die Biene allgemein als Sim- bild des Gewerbefleißes gilt, so muß man doch fhmneti, welche ganz unglaubliche Menge von Honig und Wachs jährlih in Europa allein von diesen fleißigen Tierchen produciert werden. Nach einer Mittheilung vom Internationalen Patent' bureau CarlFr. Reichelt, Berlin N.W. nämlich probucierl Europa resp. seine fleißigen Bienen 15,000 Tonnen (u 1000 Kilo) Wachs, die einen Werth von 33 Millionen Mar! darstellen, wogegen an Honig 80,000 Tonnen, gegen 50 Mil' Honen Mark werth, erzeugt wurden. Die einzelnen Länder betheiligen sich an der Production wie folgt: Oben»» steht Deutschland mit 1,910,000 Stück Bienenkörben und 20,000 Tonnen Honig; nach Deutschland kommt Spanien mit 1,690,000 Bienenkörben und 19,000 Tonnen Honig; Oestei' reich besitzt 1,550,000 Körbe und liefert 18,000 Toim Honig; Frankreich hat 950,000 Stöcke und producL 10,000 Tonnen, Holland mit 240,000 Stöcken 2500 Tonner. Belgien kommt alsdann mit 200,000 Körben und 2000 Tonn« Honig, hierauf erst Griechenland mit nur 30,000 Stöcke» und der geringen Ausbeute von 1400 Tonnen; Rußland hst 110,000 Stände, liefert aber nur 900 Tonnen Honig, dasselbe Quantum Dänemark mit nur 90,000 Stöcken.
Gutmüthig. Frau (ihrem Mann zum Geburtstag gratulierend): „Nicht wahr, Männchen, heute bleibst Du ad» zu HausI" — Mann (Arzt): „Hm, eigentlich hätte ich einig! Patrenten zu besuchen." — Frau: „Ach, bleib doch; laß bie armen Kranken diesen Tag auch feiern!"
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Zu starke Wirkung. Frau (zu ihrem (Satten, Chemiker): „Du sagtest mir gestern, ich solle das Tischtuch die Nacht im Freien lassen, damit die Obstflecke verschwinden. Nun gut, das that ich!" — Mann: „Und sind die Flecke» mcht fort?" — Frau: „Sie sind fort, aber das Tischtuch auch!"
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Das lebendige Coursblatt. Bankier (von der Börse kommend, zu seiner jungen Frau): „Warum blickst d« mir denn so aufmerksam in das Gesicht, Meta?" — Jung! Frau: „Ich studiere die Comsel"
Mißverständen. A. (seineFrau vorstellend): „Hin — meine gute alte Haut." — B. (heimlich zu dem Man») „Eine ganz charmante Alte, nur schade, daß sie haut."
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Depla cirtes Compliment. Dame (in einer Mi' nagerie): „Mir gefällt in der ganzen Menagerie doch dieser reizende Aeffchen hier am Besten . . . Und Ihnen?" - Herr: „Und mir? . . . Sie, Fräulein Emrlie!"
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Kurz abgefertigt. Geschäftsreisender: „Ich komm — geehrter Herr, um mich zu empfehlen —" Chef: „Bitte, da ist die Thür." * * ♦
Ein zweifelhafter Besucher. Spitzbube, (dereben freigesprochen worden ist, zu seinem Vertheidiger): „Ich weck Sie demnächst auf Ihrem Bureau besuchen, Herr Doctoc!' — Vertheidiger: „Schon gut . . . aber ich bitte am W'
Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei Er. Ehr. Pietsch) tu


