Ausgabe 
5.3.1895
 
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110 -

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ihren mit zitternder Hand geschrieben hatte. Zwischen die = vergilbten Blätter hatte ich eine Locke von Gertrauds Haar gelegt, die ich ihr abgeschnitten, als sie so sriedlich und im Tode wieder so schön dalag. m ,

Ich legte das Bild neben die Locke, schloß das Buch und steckte es in die Tasche. Auf diese Weise reitete ich diese meine Schätze unbewußt, während alles Andere zu Grunde ging.

Plötzlich glaubte ich von der Rückseite des Hauses her ein Geräusch zu vernehmen und an das Fenster eilend, hoffte ich, Oscar und Fanny seien da. Aber ich vermochte Niemand zu entdecken, ich sah nichts weiter, als die immer wachsende Waffermafle und hörte nichts, als das maufhörliche Aus­schlagen des Regens auf dem Dache.

In der Küche brannte das Feuer und ich K ssel kochte das Wasser. Unsere Lieblingskatze lag vor dem Herd und schnurrte. Sie war mir in dieser Stunde eine wohlthuende Gefährtin, sie war doch ein lebendes Wesen, und nachdem ich mir eine Tasse Thee aufgegoflen hatte, trank ich ihn an ihrer Seite. x

Dann zündete ich die Lampe an und legte mich im Wohn» zimmer auf das Sopha nieder, um so geduldig wie mir mög­lich weiter zu warten und meine Furcht zu bemeistern.

Als ich so dalag, vernahm ich deutlich, daß ein anderes Geräusch als das des Regens die Stille unterbrach, ob es aber aus dem Hause selbst ober von draußen kam, konnte ich nicht unterscheiden. Ich wurde unruhiger un-- plötzlich ver- rieth mir ein abermaliges Geräusch mit entsetzenerregender Gewißheit, daß ich mich nicht allein im Hause befand; und während ich noch athemlos lauschte, tauchte aus dem Dunkel des Corridorö eine Männergestalt auf und blieb einen Moment im Rahmen der Thür stehen. ,

Ich erkannte das Gesicht sofort, obgleich es, als ich es zum letzten Male sah, einen ganz anderen Anblick bot, als jetzt. Aber es waren dennoch dieselben Züge wie damals, dreister und härter und trotziger noch als je, nun sie durcy die weibliche Verkleidung nicht gemildert waren die Züge des einzigen Menschen auf der Welt, den ich haßte und gleich­zeitig fürchtete, die Züge meines größten, vielleicht meines ein-

vor dem Kamin lag und murmelte einen Fluch vor sich hi«. Ich glaube nicht, daß derselbe für meine Ohren bestimmt war; er besaß noch etwas von dem Firniß, mit welchem seine En zieher ihn zu übertünchen vermocht hatten.

Da bin ich nun den ganzen Weg von Melbour«« herübergekommen in diese verwünschte Gegend und setzte mei« Leben auf's Spiel, um sie zu finden und nun sagen Sie mir, ste ist nicht hier!" Und heftig schritt er im Zimmer aus und ab.

Plötzlich blieb er stehen, warf den Kopf zurück und horchte; doch es ließ sich nichts weiter vernehmen, als da« Klatschen des Regens auf dem Dache. Draußen war es i«.

komme zu spät l" ,

Er schien meine Anwesenheit völlig vergessen zu Ham bis ich die Hand auf seinen Arm legte, denn es war furP bar, seine Verzweiflung mit anzusehen.

Er richtete sich auf und blickte verstört um sich, w sank er zu meinen Füßen nieder und vergrub das Gesicht >' den Falten meines Kleides.

Christa," schluchzte er,ich habe Gertraud geliebt - habe sie namenlos geliebt! Sie ist die einzige Frau, die ! den Weg zu meinem Herzen gefunden hat. Ich komme F her, stecke meinen Kopf in des Löwen Rachen, um sie i finden, und komme zu spät!" , , n

Ich fühlte in diesem Moment das innigste W* ^Richard," tröstete ich, ihn zum ersten Male mit W

zwischen völlig dunkel geworden.

Es ist ein abscheulicher Abend," sagte er, seinen Gang durch das Zimmer wieder ausnehmend.Ich wünschte fast, ich wäre überhaupt nicht hierher gekommen."

Das Wasser in der Bucht ist sehr hoch," warf ich ein, mich beinahe an seiner Unruhe weidend.

Er wurde merklich bleicher, und an das Fenster tretend, gab er sich Mühe, den Stand der Dinge draußen zu ergrün- den. Doch die Dunkelheit ließ es nicht zu und so kam er wieder zurück. , t

Wissen Sie, wo meine Frau ist?" fragte er, indem et dichter an mich herantrat als zuvor.

Ich hatte die Frage jeden Moment erwartet, ich m darauf vorbereitet und antwortete so kurz und schroff wie ir irgend möglich:Ja". <

Dann werden Sie die Güte haben, es mir zu sagen, fuhr er fort.Verweigern Sie mir es nicht und bericht«, Sie mich nicht falsch. Ich weiß, daß wir allein hier im Hach sind und schwöre Ihnen, daß ich die Wahrheit erfahren werde.'

Sie hätten sich die Mühe ersparen können, mir zu drohen," entgegnete ich,es war das gänzlich überflüssig. Ihre Frau ist Ihnen für alle Zeit unerreichbar - sie ß heimgegangen." , r

Heim?" wiederholte er mit einem besremdendenMiL Nach Deutschland?"

Nein," erwiderte ich.Sie ist gestorben.

Richard von Braunegg sprang auf, als ob ein Pfeil ihi getroffen hätte.

Gertraud ist nicht tobt!" stieß er hervor, währendrr mich bei ber Schulter packte unb schüttelte.Sagen Sie, daß es nicht wahr ist!" n L u

Es ist wahr," sagte ich,sie ist tobt.

Die Stimme versagte mir unb eine Weile konnte ich not Thränen, welche meine Augen füllten, nichts sehen.

Als mein Blick wieder klarer wurde, hatte Rlchni meine Schulter losgelassen und ich sah, daß er sich abgeweMi und das Gesicht mit beiden Händen bedeckt hatte. Jetzt stich

zigen Feindes. t m , .. j

Wenn man bedenkt, was ich Alles von der Vergangenheit | dieses Mannes wußte, so wird man es erklärlich finden, daß es keine beneidenswerthe Lage für mich war, mich zur Nacht­zeit in einem einsamen Hause mit Richard Felstng von Braunegg allein zu wissen.

Ich erhob mich und trat Richard gegenüber, ©tuen Augenblick sahen wir uns schweigend an; es war die unheim­liche Stille, welche dem Sturm vorausgeht.

Er stand noch immer auf der Schwelle der Thür. Das Licht der Lampe, welche ich auf das Kaminsims gestellt hatte, fiel voll auf fein Gesicht, so daß es sich grell von der hinter ihm lagernden Dunkelheit abhob. Seine Züge trugen einen wilden Ausdruck. , ,,

Doch als wir uns gegenseitig scharf in die Augen sahen, fühlte ick alle Furcht allmälig von mir weichen und tiefste Verachtung an deren Stelle treten. Ich war nur ein schwaches Mädchen und er ein schlechter, verzweifelter Mann; aber im Grunde war er doch ein Feigling unb an Seelenstärke war

tete ich mich nicht mehr vor ihm.

Sie ist heute begraben worden," sprach ich milder all bisher.

Christa sagte stets die Wahrheit," murmelte er vor ß hin unb seine Stimme bebte heftig.

Im nächsten Moment warf er sich, das Gesicht noch im«

I in den Händen vergraben, zu Boden und schluchzte laut.

Todt!" rief er wieder und wieder.Todt! Uno H

ich ihm ganz gewiß überlegen.

Endltch trat er näher.

Sie freuen sich, mich zu sehen, nicht wahr? begann er.Ich bin ein angenehmer Gast in einer solchen Nacht und auf dem Lande, meinen Sie?" lachte er.

Ich entgegnete nichts. Ich war nicht sicher, ob er wußte, daß weder Jemand im Hause noch in der Nähe desselben war und wenn er es nicht wußte, so sollte er es durch mich nicht erfahren. , ,

Nun," fuhr er fort,wenn Sie sich nicht freuen, mich wiederzuschen, so wird es doch eine Andere thun. Christa, sagen Sie mir, wo ist meine Frau?"

Nicht hier," entgegnete ich.

Er stieß mit dem Fuße ein Stück Holz bei.Seite, das