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*®er liebenswürdige Wunsch wird Dir wohl nie erfüllt
' 'Nun, mich dünkt, Emmy blickt heute auch ziemlich gedankenvoll," fiel die Frau Professor ein.
,WaS hast Du, Kind? Warst Du vielleicht schon bei ___v c^t.4. giMAieh nntt einander ae-
glücklicher, sorgloser Jugend. Voll Neid und Bitterkeit verglich stch Sidonie im Geiste mit ihr. „Freilich, sie kennt noch
Seele gelegt, dem sie nicht gewachsen war.
„Und hier, nimm auch mein Blld mit, es stammt noch ftU® Sidomenahm ein Bild in Cabinetsorm von einem Tisch-
L , , Äie SaLe mutzte I keine Sorgen, keine Kümmernisse," sagte sie sich, „sie weiß
radebrechen, wenn die Katastrophe eintrete. Die Sache muy I 9 ungestümen Wünschen, wie ich sie stets ge- allerdings schlau angefangen werden, seinen^Namen durfte I nichts von der Liebe hat sie auch noch nicht
Emmy auf keinen Fall erfahren, da sie ihm » I h^reten, während ich schon längst aus diesem zweifelhaften
herein mit Mißtrauer-begegnen SS« wSSrnwÄ und Sur noch ein Ziel vor Augen
tagS»=s= MtuM-stD» M®k' uÄ™ ®“ Stiefr n»en Heber bet Men, bfe gr« M-bung Du ibm ie^beaeanen solltest, dann denke daran, daß er Deiner I von Meer und Himmel mit ihrem Innern harmonirten Kem
Herren dem fiebernden Kopf und den glühenden Händen, be- I Emmy Dalton betrat sehr nachdenklich die durch Glas- gann die schleichende Krankheit. Du wirst in dem Buche davon I wände vor Sturm und Regen geschützte Veranda. in welcher lesen • auch sein Bild wird Dir lebendig vor Augen treten, I yjre Schwester und deren Mann noch beim zweiten Frühstuck ankanas eine fast ideale Gestalt; denn wo man liebt, sieht I saßen. , , o „
man bekanntlich Alles mit idealen Augen an, bis dann plötz- I „Da naht ja unsere kühne Schwimmerin I rief Letzterer, Uch des Schicksals rauhe Hand uns dieselben öffnet und wir I indem er galant einen Stuhl fücfte herbeiholte. „So lobe irme werden, daß das, was wir geliebt, ein Phantasiegebilde ich mir die deutsche Jungfrau, nicht nervös und von des Ge- ' 1 dankens Bläffe angekränkelt, wie die meisten unserer Schönen
Fenster trat. .,
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Blumen webt. Liebe und Leidenschaft lagen ihrer Mge
v .. -. I Iw»»»»»»'» •*” „Sollte solche Liebe die wahre, die echte sein?" fragte | heutzutage."
Sie6e ist meistens nur ein Erzeugniß der Phantasie, Kind Wie reich eine derartige Phantasie ist, das beweisen ,/XVUH , ....... —m
die Dichter aller Zeiten mit ihren tausend süßen Liebesliedern; Sidonie und habt Ihr rührenden Abschied von einander ge-
ja sogar der alte Römer Horaz soll seinen Zeitgenossen schon „ommen? Was ist das für ein Buch?
olche Phantasiegebilde vorgesührt haben." I „Sidoniens Tagebuch," erwiderte Emmy ernst und
„Und doch gibt es, muß es eine echte, wahre Liebe geben, I feierlich. , ,IU ... „ , „ ,, .
keine Vüantasiegebilde." I „Ah, Sidoniens Tagebuch! rief der Professor sehr iro«
Suche sie, ich bezweifle, daß Du sie jemals findest." | nisch. „Und das willst Du lesen? Da möchte ich Dir doch
"O da brauche ich nicht weit zu suchen, meine Schwester I ye^r abrathen. Die junge Dame scheint mir so Manches er- und ihr Mann sind glücklich in ihrer Liebe." I lebt, so etwas wie ein Schicksal gehabt zu haben.
„So, und wenn Ihr kein Vermögen hättet, glaubst Du, I eln Schicksal hat sie allerdings gehabt: sie hat einen daß der Herr Professor stch um Deine Schwester beworben Unwürdigen geliebt, der sie getäuscht und betrogen, und nun aben„@ittei>orme Frau hätte er allerdings nicht brauchen I 0laub*go( undÄesen^Glaubm sollst Du wohl auch aus dem können bei seinen etwas luxuriösen Ansprüchen." ero$ sehr interessanten Buch gewinnen?"
Siehst Du, das Geld hat hier wie überall den Aus- I 9 n, t*. ich habe mit solchen Dingen nichts zu thun l An schlag" gegeben. Glaube es mir nur, alle Liebe ist Idealismus Qber möchte ich eine Frage richten in dieser Beziehung, und patzt nicht mehr in unsere realistische Welt." I „Frage nur, ich bin zu jeder Antwort bereit.
„Nun, mir kann ee gleich sein," erwiderte Emmy lachend. I Würdest Du Dich um Elise beworben haben, wenn sie „Ich finde die Welt und das Leben wunderschön, auch ohne Vermögen gehabt hätte?"
eine derartige Liebe. Aber Adieu für jetzt, Elise wartet auf I Stelle doch nicht so spitzfindige Fragen," meinte die Frau mich mit dem Frühstück." Professor ärgerlich, indem sie einen forschenden Blick auf ihren
Mllst Du * mein Tagebuch nicht mitnehmen?" fragte Mann warf. ^ne Gewiffenrsrage!" rief dieser
Sidonie, indem sie ihr das Buch hinreichte. etroM verlegen lächelnd. „Ich muß allerdings gestehen, daß
Mit zitternden Händen ergriff es Emmy, als ahne sie, Armuth und Entbehrungen nicht vertragen kann. Das daß dasselbe für ihre Zukunft verhängnißvoll werden könne. A giebe in einer Hütte ist doch nichts weiter als eine Fast bereute sie ihre dringende Bitte von vorhin, es war ihr, ® ‘ „
als würde mit diesem erbettelten Vertrauen etwas auf ihre | $ Du ganz mit meiner Freundin überein, die
die Liebe auch nur für ein Erzeugniß der Phantasie erklärt I rief ÄMÄtnm« n°4 nW ,ei--,. Mne«.
------ - _ . ist kein Phantasiegebilde, nicht wahr, Schatz?" wandte sich der chen und reichte es Emmy. ., I Professor zärtlich an feine Gattin. „Da» Schicksal hat mir
„Ich danke Dir," sagte diese, „heute Abend, wenn ich 221ben8Äampf erspart, den ich vielleicht hätte kämpfen Abschied von Dir nehme, will ich Dir mein Bild dasur mit- I 0^0, menn ^in holde» Lieb arm gewesen. Dir aber, ^"^Wie trübe da» Zimmer aussah, als die sonnige Mädchen- Dir zusammen-
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Blicken betrachtend. Sie zählte nur wenige Jahre mehr al» " lachend, indem sie sich erhob und an da»
Emmy, sah aber bedeutend älter aus als diese, ihr ruheloser, | Eoen^ rres ^mmy , abenteuerlicher Character war in diesen Zügen scharf ausgeprägt, dazu war sie kränklich und ihre Farbe blaß und un-
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