„Meins Mutter ja, er war immer ihr Liebling, wie Du « weißt. Papa aber hält seine Rückkehr für bodenlosen Leicht« i sinn und fordert seine augenblickliche Abreise."
„Das kann sein Ernst nicht sein," rief Elisabeth, „wie , darf Dein Papa eine solche grausame Forderung an ihn stellen I Auch wird er sich hinreichend verändert haben, um hier eine Zeit lang unerkannt bleiben zu können. Ich werde morgen mit Tante Dorothea sprechen, — o, wie fie sich freuen wird, ihn wiederzusehen!"
(Fortsetzung Mgt.)
GeineinnNtziges.
Zugefrorene Pumpen thaut man am besten und j raschesten in folgender Weise auf. Man löst in einem Gefäß mit heißem Wasser (etwa einen halben Eimer voll) zwei Hände voll Kochsalz und gießt von diesem Waffer in die Pumpe, während eine zweite Person den Pumpenhebel zu bewegen sucht. Es wird nur kurze Zeit dauern, und die Pumpe ist wieder im Gange. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß man Pumpen nie an der Nordseite, stets nur an der Südseite anlegen soll. Im ersteren Falle frieren die! Pumpen auch bei leichtem Frost schon zu, während auf der Südseite dies weniger der Fall ist, sie auch von der dort den ganzen Tag wirksamen Sonnenwärme von selbst wieder auftauen. Hölzerne Pumpen sind in dieser Hinsicht viel geeigneter als eiserne, weil sie nur selten zufriere«.
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Entfernung des Rostes von Instrumenten. Zur Entfernung de« Rostes von Instrumenten empfiehlt Länger in der „Pharm. Centralhalle" folgendes Verfahren. Man legt die Instrumente eine Nacht hindurch in eine ge- fättigte Lösung von Zinnchlorür; durch Reduction verschwinden die Rostflecke. Nach dem Herausnehmen aus der Lösung werden die Jnstrume-te mit Wafler abgespült, in eine heiße | Soda-Seifenlösung gebracht, dann abgetrocknet. Auch em- 1 pfiehlt es sich, noch eine Reinigung mit absolutem Alkohol und Putzkceide vorzunehmen. Ein anderes einfaches Mittel zur Entfernung von Rostflecken ist gewöhnliches Petroleum. Ein empfehlenswerthes Mittel, um stählerne Instrumente Nähnadeln u. f. w. vor Rost zu schützen, ist Einsetten mit Paraffinöl. Da es aber sehr mühsam ist, complicierte Instrumente oder Nähnadeln richtig und wirksam einzufetten, ferner dabei leicht zuviel Paraffinöl aufgebraucht wird, was dessen Entfernung vor dem Gebrauch erschwert, so verfährt man am Besten in folgender Weise: Man stellt sich eine Lösung von einem Theil Paraffinöl in 200 Theilen Benzin her, taucht die durch Liegenlaffen in erwärmter Luft getrockneten Instrumente ein, bewegt deren Theile, wenn sie beweglich find, wie bei Zangen und Scheeren, unter der Flüssigkeit, damit dieselbe auch in die Spalten dringt, und legt die Instrumente dann in einem trocknen Raume auf einen Teller, damit das Benzin verdunsten kann. Nähnadeln wirft man einfach in die Paraffinlöfung, nimmt sie mit einer Zange oder Pincette wieder heraus und läßt sie auf einem Teller abtrocknen.
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Wasserdichte Schuhschmiere. Man nehme 1/2 Liter Klauenöl und </< Liter Leinöl und koche dies miteinander. Damit reibt man die etwas erwärmten Schuhe so oft ein, bis das Leder gesättigt ist — nur darf die Flüssigkeit nicht zu heiß sein. Die Sohlen eleganteren Schuhwerks können durch diese Schmiere undurchdringlich für Regen und Schnee gemacht werden.
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Woran erkennt man das beste Mehl? Man wiegt je 5 bis 10 Gramm ab, mischt diese mit genau der
selben Menge Waffer (am besten mit dem Fingerhut zu messen) und läßt die Teige einige Tage stehen, damit alles Waffer aufgesaugt wird. Da, wo der festeste Teig sich gebildet hat, ist die beste Sorte, da, wo der dünnflüssigste, die schlechteste Sorte Mehl.
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Wie lernt man am besten nnd kürzesten einen Graupapagei sprechen? — Am besten ist, wenn man den Papagei so vor einen Spiegel stellt, daß das Thier sich darin sieht. Dann stellt man sich hinter den Spiegel und spricht, aber immer dasselbe Wort. Der Papagei glaubt durch sein Bild im Spiegel einen anderen Vogel vor sich zu haben und gibt sich alle Mühe, das vorgesprochene Wort nachzuplaudern. Es erfordert viel Geduld und Mühe, einem Thier das Sprechen, besonders das" gute Sprechen beizubringen, da doch nicht alle Papageien gleiche Faffungsgabe haben. Einer lernt es leicht, der andere schwer. Hat der Papagei ein Wort gelernt, dann lehrt man ihm ein anderes, und so weiter, bis er Alles spricht. — Man hüte sich, vor einem sprechenden Papagei ein Wort zu sprechen, das nicht Jeder hören darf, das Thier fängt es sofort auf und spricht es nach. Es ist ihm das betreffende Wort nicht wieder abzugewöhnen. Die besten Sprecher sind die Graupapageien, aber Amazonen sind standhafter und lernen auch viel sprechen.
Vermischtes.
Nicht zu gebrauchen. Stationsvorsteher: „Sie bewerben sich also um eine Stellung im Betriebsamt; könnte« Sie denn aber auch einen wahrheitsgetreuen Bericht über einen Essenbahnunfall abfassen?" — Bewerber: „O ja, das könnte ich." — Stationsvorsteher: „Dann können wir Sie nicht gebrauchen."
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Aus dem Leben. Erster Auftritt. Sie (zur Köchin): „Glauben Sie nicht, daß ich mir Alles bieten lasse. Dieses Mal werde ich es Ihnen ganz gewiß in's Dienstbuch schreiben." Zweiter Auftritt. Sie (zum Gatten): „Bilde Dir nicht ein, daß ich mir Alles von Dir bieten lasse." (Wirst sich weinend aufs Sopha.) — Das kleine Töchterchen: „Sei nur ruhig, Mama, wir schreiben ee dem Papa in's Dienstbuch 1"
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Großartige Wirkung. Nachbar: „Jst's möglich, den furchtbaren Krach haben Sie nicht gehört, wie's diese Nacht in den Kirchthurm eingeschlagen hat — ich sage Ihnen, in dem Augenblick war sogar meine Frau sprachlos und ich kam eben aus der Kneipe!"
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Fataler orthographischer Fehler. Der kleine Fritz schreibt feinem Onkel zum Geburtstage den ersten Brief, in welchem auch folgende Stelle vorkommt: „Lieber Onkel! Ich freue mich schon sehr, Dich zu sehen, denn Mama sagt immer, ich sähe Dir Ungeheuer ähnlich!"
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Kindermund. Mutter: „Aber Karlchen, wie kannst Du zu der Tante sagen, sie sei eine dumme Gans; sofort gehst Du hin und sagst, daß es Dir leid thut." — Karlchen: „Tante, es thut mir leid, daß Du eine dumme Gans bist."
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Kasernenhofblüthe. Unteroffizier: „Jetzt kommt der Kerl schon wieder in einem so ungeputzten Zustand daher! Für Sie wärs auch besser gewesen, Sie wären statt zum Militär ins Nationalmuseum geschickt worden! Da würden Sie doch wenigstens abgestaubt!
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.


