WterhallmgMatt ?«m Meßmer Anzeiger (General Anrriger).

--i/:V"'l

1 ....

t z' -" '", f **-'X , tzWAM, '" . . -.'vC

ZMfcöM

Unebenbürtig.

Itemen »on H. von Ziegler.

(Fortsetzung.)

In ernstem Gespräch saßen beide Männer noch eine lange Zeit sich gegenüber, endlich erhob sich der Baron zum Gehen, abermals schüttelte er warm und freundlich des Sängers Hand.

Wir wollen von nun an Freunde sein, zur Stetten," sagte er,und noch heute werde ich dem Grafen Wildenstein und seiner Gemahlin anzeigen, daß meine Verlobung mit Gräfin Therese gelöst ist und ich gleichzeitig als Fretwerber für sie auftrete."

Die Eltern werden natürlich nichts von der Sache wissen wollen."

Nein; fie werden sogar erklären, daß Therese, wenn sie nach erfolgtem Mündigwerden bei ihrem Entschlüsse bleibt, aus der Familie aus gestoßen und ihr Nams in der Stamm­tafel gestrichen wird."

Zur Stetten fuhr erschrocken zurück.Um den Preis darf ich Therese nicht erringen! Baron Hohenthal, sagen Sie ihr, daß . .

Sie hat gewählt, mein Herr; ihren Entschluß zu ändern vermag kein Mensch, denn ihre Liebe zu Ihnen ist unvergeß­lich und wie ich Comteß Therese kenne, ist es ihr Tod oder ihr grauenvolles Unglück, wenn fie nicht Ihre Frau werden sollte."

Der stattliche Mann wandte sich ab, seine Hand wühlte im Haar und mit erstickenden Tönen stieß er hervor:O, Allmächtiger, wie soll ich's ihr vergelten! Ich kann nicht Alles zertrümmern, was ihr bisher gehört, was ihr theuer gewesen war und noch ist."

Machen Sie die Comteß glücklich, Herr zur Stetten, so wird sich vielleicht der Groll der Eltern besiegen lassen- Und nun Muth, ich will, so viel es geht, Ihnen die Wege ebnen."

Sie trennten sich und Hohenthal begab sich zurück in das Wildenstein'sche Haus, wo ihm Therese entgegentrat; als sie in sein Antlitz sah, halb ängstlich forschend, halb auch völlig überzeugt, da glitt ein heller Strahl über dasselbe und sie rief erschüttert au»:Eie haben ihn gesehen und gesprochen,

Eduard, und Sie wissen nun, daß ich nimmer von ihm lassen kann."

Ich weiß es, Therese, und ich bin überzeugt, daß zur Stetten Ihrer würdig ist- Gott mache Euch Beide recht, recht glücklich."

Wie segnend legte er die Hand auf Theresens Haupt und doch zuckte es in seinem Herzen so schmerzlich.

Sporenklirrende Schritte kamen näher, und unbefangen trat Graf Rudolf ein, der soeben erst Hohenthal» Ankunft erfahren hatte.

Grüß' Gott, Eduard," rief er erfreut,sage nur, Mensch, was führt Dich so plötzlich her und Therese weint? Ja, sprecht doch, ist ein Unglück geschehen?"

Nein, Rudolf," fagte Hohenthal und reichte ihm mit festem Drucke die Hand,aber ich komme zu ernster Rück­sprache ich habe soeben meine Verlobung mit Gräfin Therese gelöst!"

Hohenthal, bist Du von Sinnen? Was soll das heißen? Es ist nicht Dein Ernst!"

Doch!" Der Baron biß sich vor Schmerz in die Lippen, um nicht laut aufzustöhuen.Die Gräfin zürnt mir auch nicht darüber"

Nein, Baron, das ist zuviel! Diesen Edelmuth kann ich nicht annehmen, Rudolf soll die ganze Wahrheit erfahren. Ich selbst habe den Herrn Baron gebeten, mich freizugeben," erklärte Therese schluchzend.

Graf Rudolf» Antlitz zog sich unheilvoll drohend zusammen.

Das sind ja eigenthümltche Entschlüsse, denen doch wohl mehr al» eine Laune zu Grunde liegt."

Allerdings!" entgegnete Therese fest und richtete sich hoch und stolz in die Höhe, j:der Zoll eine Tochter der Wilden­steins,ich habe eingesehen, daß ich den Baron nicht lieben kann, weil mein Herz einem Anderen gehört."

Einem Anderen!" Wie ein Blitzstrahl fiel eine Ahnung der Wahrheit in des Grafen Seele» doch sofort unter­drückte er dieselbe, denn es konnte, es sollte nicht sein!

Und ich danke es Comteß, daß sie mir dies mittheilte, wir wären sonst Beide unglücklich geworden. Deshalb bin ich hier, Rudolf, um es den Eltern so schonend wie möglich mitzutheilen."

Therese«» Hände umschlangen de» Bruder» Arm, mit