UnterhaLtungstrlatt pnu Gießener Anpiger (General-AnMer)
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Auf japanischer Erde.
Novelle von W. H. Geinborg.
---f— (Nachdruck verboten.)
I.
Es war am Morgen eines sonnenhellen, prächtigen Mai» tages, als der englische Dampfer „Affyria" in die stillen, blaßblauen Gewässer des Meerbusens von Yrddo einfuhr.
Der wolkenlose Himmel hatte jene matte Färbung, die für die späteren Tagesstunden eine drückende Hitze erwarten läßt; noch aber wehte ein leichter, erquickender Wind und die Temperatur der Luft war durchaus behaglich und angenehm. Die verhältnißmäßig kleine Zahl von Passagieren, welche der „Assyria" auf ihrer weiten Reise bis hierher treu geblieben war, hatte sich trotz der frühen Stunde bereits auf dem Verdecke zusammengefunden, um den Anblick der Küste von Nipon zu genießen, an der man jetzt in geringer Entfernung vom Lande dahinfuhr.
Ihre Reize waren freilich von mehr anmuthig lieblicher als überwältigend großartiger Natur. Ohne die seltsame Bauart der niedrigen Hütten, welche hier und da zu einem kleinen Dorfe vereinigt, an den Abhängen der theils bewaldeten, theils mit frischgrünen Reisfeldern bedeckten Hügel standen, hätte man wohl glauben können, sich an einem schönen Theil der englischen Küste oder am Gestade der Insel Rügen zu befinden.
Nur die von bläulichem Duft umwobene Bergkette am fernen Horizont und der ganz vereinzelte, schneeweiße Gipfel des zu gewaltiger Höhe htmmelanstrebenden heiligen Kraters Fusi-yama mußten solche Illusionen bald wieder zerstören und daran gemahnen, daß man weit in Asiens äußerstem Osten sei. Und nun, da sich die „Assyria" an der Receptionsbucht, der Perry, und Webster-Insel vorüber, dem eigentlichen Hafen von Yokohama näherte, nun wurde die Scenerie auch mit jeder Viertelstunde fremdartiger, seltsamer und interessanter.
Abenteuerlich gebaute chinesische Dschonken mit hoch über dem Wasser emporragenden Vorder- und Hintertheil zogen langsam dahin und ganze Flotillen von plump gebauten Fischerbooten mit viereckigen weißen Segeln tanzten auf den leicht bewegten Wellen der immer mehr verengten Bucht.
„Jene Gebäude dort auf der Hügelkette längs des Ufers — ist das nun Yokohama?"
In weichen, einschmeichelnden Lauten war diese Frage vernehmlich geworden. Rosige Mädchenlippen hatten sie in englischer Sprache an einen hochgewachsenen jungen Mann mit sonnenverbranntem Antlitz und treuherzigen blauen Augen gerichtet, der nun schon seil einer Stunde neben der anmuthigen Fragerin an der Regeling des Dampfers lehnte.
Es war eigentlich ganz ohne ihr Znthun geschehen, daß sie so von der Gesellschaft der übrigen Passagiere isolirt worden waren. Als es vorhin in Begleitung einer älteren, zart und kränklich aussehenden Dame auf dem Verdeck erschien, hatte sich das junge Mädchen, von allen Seiten mit besonderer Zuvorkommenheit begrüßt, sogleich jener lebbhaft plaudernden Gruppe zugewendet, die mit der eifrigen Betrachtung des Ufer« beschäftigt war.
Dann aber hatte der Umstand, daß eben eine schmucke, japanische Kriegscorvette vorüberdampfte, die ganze Gesellschaft auf die andere Seite des Schiffes gelockt und nur für diese Beiden nmßte der Anblick eines solchen Fahrzeuges durchaus nichts Verführerisches gehabt haben, denn sie waren ruhig auf ihren Plätzen geblieben.
Die junge Dame, über deren dunklen Scheitel sicherlich noch nicht mehr als achtzehn oder neunzehn Lenze dahingegangen waren, hatte die feinen Gesichtrzüge, die reine, durchsichtige Haut und den ebenso zierlichen wie kraftvoll geschmeidigen Gliederbau einer echt englischen Schönheit. Ihre dunklen Augen waren merkwürdig tief und von jenem seltsamen, märchenhaften Glanze, der seit dem Anbeginn der Welt eine der schlimmsten Gefahren für das sogenannte starke Geschlecht gewesen ist. Auf ihrem reizenden Antlitz prägte sich jetzt die höchste Spannung, gemischt mit einer gewissen, mühsam bekämpften Unruhe aus, und es lieb sich nicht leugnen, daß der zart rosige Hauch, den diese Empfindungen auf ihren Wangen hervorgerufen hatten, sie besonders entzückend kleidete.
Unverwandt hatte der Gefragte mit seinem Feldstecher nach der bezeichneten Richtung hinübergespäht; nun antwortete er — in fließendem Englisch zwar, doch mit einem Accent, der unschwer den Deutschen in ihm erkennen ließ: „Sie wissen, daß ich hier ebenfalls ein Fremdling bin, M iß Donald- sonl Aber wenn nicht alle Beschreibungen lügen, ist die» dort


